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Essen, Schlafen, aufs Klo gehen: So lebt es sich auf der ISS

Die ISS wird um ein Hotel für Weltraumtouristen erweitert. Der Preis für die Übernachtung ist aber ganz schön happig. Auch die neu entwickelte Weltraum-Toilette der Nasa hat einen saftigen Preis. Essen, Schlafen, aufs Klo gehen - wir zeigen dir, wie es sich dort oben lebt.

Das Wichtigste zum Thema ISS

  • Die Internationale Raumstation (ISS) umrundet die Erde in rund 400 Kilometern Höhe. Sie wiegt so viel wie 75 Elefanten, ist so lang wie ein Fußballfeld und manchmal sieht man sie sogar mit bloßem Auge.

  • Von Astronomie über Physik bis zur Humanmedizin: Unter den extremen Bedingungen der Schwerelosigkeit führen Raumfahrer Experimente durch, die auf der Erde unmöglich wären.

  • Am 2. November 2000 zogen die ersten Raumfahrer in die Weltraum-WG. Seitdem ist die ISS durchgehend bemannt. Nächstes Jahr tritt der 12. Deutsche Matthias Maurer seine Reise dorthin an.

  • Grün im All: Die ISS wird komplett mit Solarenergie betrieben.

  • Schon bald bekommen die Astronauten Besuch. Ein Hotel auf der ISS eröffnet.

  • Auch im All hat der Mensch mitunter ein dringendes Bedürfnis. Dafür hat die NASA eine neue Weltraum-Toilette entwickelt - für stolze 19,5 Millionen Euro. Wie die teure Toilette der ISS aussieht, siehst du weiter unten.

Bald kannst du ein Zimmer auf der ISS buchen

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    Schon in Kürze soll auf der ISS ein Hotel eröffnen. Bis zu 30 Tage kann man sich dann dort einmieten.

  • 💸

    Die Kosten für einen Tag an Bord der ISS sollen sich auf rund 30.000 Euro belaufen.

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    Zielgruppe sind reiche Abenteuerlustige sowie Unternehmen. Neben Urlaub sind dort dann auch Videodrehs und kommerzielle Forschung möglich. Mit den Einnahmen will die Nasa ihre für 2024 geplante Mondmission finanzieren.

  • 🚀

    Nicht inklusive ist der Flug zur Raumstation. Um ins Weltall zu gelangen, müssten die Weltraumtouristen einen Flug mit SpaceX oder einem anderen Raumfahrt-Unternehmen buchen. Die Flüge kosten umgerechnet rund 47 Millionen Euro.

Essen, Duschen, Schlafen: Das ist auf der ISS anders

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    Duschen ist im All unmöglich. Stattdessen waschen sich Astronauten in der Schwerelosigkeit mit feuchten Tüchern.

  • 🍔

    Auf der Weltraum-Speisekarte stehen über 100 Mahlzeiten - vor allem Gefriergetrocknetes.

  • 🍪

    Bald könnte sich das ändern: Gerade wurden die ersten 5 Kekse im All gebacken - bislang aber nur zu Testzwecken. Wegen der Schwerelosigkeit mussten die Kekse ganze 2 Stunden in den Ofen.

  • 🚴

    Damit sich die Muskeln nicht zu sehr abbauen, treiben die Astronauten jeden Tag Sport. Pensum: rund 2 Stunden Workout (etwa auf einem Indoor-Bike).

  • 🛌

    Einfach ins Bett legen? Die Astronauten würden schwerelos umherirren. Daher binden sie sich, eingehüllt im Schlafsack, in der Koje fest.

  • 🌅

    Wie die Zeit vergeht: Die ISS legt rund 8 Kilometer pro Sekunde zurück, umrundet die Erde etwa alle 90 Minuten. Somit erleben Astronauten täglich 16 Sonnenauf- und untergänge.

  • 🚽

    Kosmos-Klo: Entspannung auf dem stillen Örtchen ist eher nicht drin. Privatsphäre gibt es quasi nicht. Wer mal muss, muss sich an der Toilette festklemmen. Per Unterdruck wird die Notdurft in Tanks gepumpt.

Neue Weltraum-Toilette für die ISS

Die Internationale Raumstation bekommt ein neu entwickeltes Toiletten-System mit dem Namen "Universal Waste Management System" (UWMS).

Anders als bei herkömmlichen Toiletten kann dieses nicht mit Schwerkraft arbeiten - weshalb es sich sowohl technisch als auch optisch stark von ihnen unterscheidet.

So sieht die neue Weltraum-Toilette aus

Was du über die neue Weltraum-Toilette wissen musst

  • 💰

    Die Kosten für das UWMS belaufen sich laut NASA auf 19,5 Millionen Euro.

  • 🚽

    Die neue Weltraum-Toilette ist 65 Prozent kleiner und 40 Prozent leichter als die aktuelle Toilette auf der ISS.

  • 🚀

    Das UWMS wird an Bord einer Cygnus-Cargo-Kapsel zur ISS geschickt. Der Start der Rakete ist für den 29. September um 4:27 Uhr MEZ geplant.

  • 🌑

    Auf der ISS angekommen, soll es 3 Jahre lang getestet werden. Verläuft der Test erfolgreich, soll das neue Toiletten-System bei zukünftigen Mond- und Marsmissionen zum Einsatz kommen.

  • 💧

    Es klingt verrückt: Das neue Weltraum-Klo bereitet den Urin der Nutzer wieder als Trinkwasser auf. Letzteres ist nämlich ein seltenes Gut im Weltall, weil es nur begrenzt von der Erde mitgebracht werden kann. Wie das für die Astronauten ist, erfährst du oben im Clip.

  • 👫

    Bei der neuen Toilette handelt es sich um eine Unisex-Toilette. Je nachdem, welches Geschäft zu erledigen ist, kommt ein Schlauch oder ein kleiner Sitz mit Loch zum Einsatz (Foto oben). Weil es im All keine Schwerkraft gibt, muss die Toilette alles absaugen.

  • 💩

    Übrigens: Die Ergebnisse des großen Geschäfts kommen nicht in den Wasserkreislauf. Ein Teil landet in einem Frachtschiff, das beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre planmäßig verbrennt. Der Rest wird für Untersuchungen zur Erde zurückgebracht...

Bald ist wieder ein Deutscher an Bord der ISS

Matthias Maurer wird nach Alexander Gerst der 12. Deutsche sein, der zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegt. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig, erst 2021 soll die Mission starten.

Maurer spricht Russisch, Chinesisch sowie Französisch, Englisch und Spanisch. Eigentlich ist er promovierter Ingenieur für Materialwissenschaft und hält zudem mehrere Patente. Seine größte Angst: Dass die Rakete, in die er steigt, gar nicht erst abhebt.

12. Deutscher auf der ISS: Matthias Maurer.

© Galileo

 

So taff müssen Astronauten sein

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    Matthias Maurer lernte in Fahrstunden, mit einer Raumkapsel an die ISS anzudocken. Mit 2 Joysticks steuert, beschleunigt und bremst er.

  • Um Extremsituationen zu üben, wurde er am Polarkreis ausgesetzt – nur mit einer Axt ausgerüstet.

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    Vor Florida tauchte er für 16 Tage in eine Unterwasser-Station ab und nahm dort Bodenproben.

  • 👨‍🔧

    Im Weltraum will er neue Materialien herstellen und Technologien entwickeln.

  • 🚀

    Der Astronaut musste viele Stunden Raketentechnik lernen und verinnerlichen, wie eine Raumstation funktioniert.

Veröffentlicht: 28.09.2020 / Autor: Alexander Duebbert