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Von Bayern ins All: Dieses Raketen-Start-up will es mit SpaceX aufnehmen

Bayern möchte im Weltall mitmischen. Diese Woche wurde die erste Produktionsstätte für Trägerraketen eröffnet. Mit etwas Glück könnten die Space Shuttles sogar bald vom ersten deutschen Weltraumbahnhof starten.  
Bayern möchte im Weltall mitmischen. Diese Woche wurde die erste Produktionsstätte für Trägerraketen eröffnet. Mit etwas Glück könnten die Space Shuttles sogar bald vom ersten deutschen Weltraumbahnhof starten.

Das Wichtigste zum Thema Bayern-Rakete

  • Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Am Montag eröffnete er die Produktionshallen in Ottobrunn bei München. Dort baut das Start-up "Isar Aerospace" ab sofort Weltraumraketen.

  • Der ehrgeizige Plan: Die hier gefertigten 27 Meter langen Flugkörper sollen schon nächstes Jahr in die Umlaufbahn geschickt werden.

  • Die Trägerrakete namens "Spectrum" soll bis zu 1.200 Kilogramm Nutzlast in den niedrigen Erdorbit bringen. Damit wäre sie die erste deutsche Weltraumrakete, die Satelliten ins All befördern kann.

Von Ottobrunn in den Orbit: SpaceX als Vorbild

Erst 2018 feierte das bayerische Raumfahrtunternehmen "Isar Aerospace" seine Gründung. Inzwischen hat das Start-up 150 Mitarbeiter und zahlreiche finanzielle Unterstützer. Bis Jahresende sollen dank Investoren insgesamt rund 100 Millionen Euro bereitstehen.

Private Unternehmen mischen schon länger im Weltraum mit. In den USA hatte erst vor wenigen Wochen das kalifornische Unternehmen SpaceX nach 9 Jahren wieder ein US-Raumschiff zur Raumstation ISS geschickt.

Als nächstes möchte die Firma von Gründer Elon Musk ein eigenes Starlink-Satellitennetzwerk in Betrieb nehmen. Es soll für Hochgeschwindigkeits-Internet rund um den Globus sorgen.

Nach eigenen Angaben möchte "Isar Aerospace" langfristig zum europäischen SpaceX werden.

Großes Vorbild: SpaceX plant insgesamt mehr als 30.000 Starlink-Satelliten ins Weltall zu bringen.

Startet die "Spectrum" vielleicht sogar von Deutschlands eigenem Raumschiffbahnhof?

  • 🇪🇺

    Der genaue Startplatz steht zwar noch nicht fest. Sicher ist aber: Die "Spectrum"-Raketen sollen von Europa aus in den Himmel steigen.

  • 🚀

    Deutschland selbst hat zwar keinen eigenen Weltraumbahnhof, das könnte sich aber ändern. Aktuell prüft das Wirtschaftsministerium ein Konzept des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Der Plan: ein Startplatz für Kleinraketen in der Nordsee.

  • 😯

    Laut Verband könnte das Konzept innerhalb von 2 Jahren Realität werden. Schätzungen zufolge würde eine solche Plattform in der Nordsee den Bund rund 30 Millionen Euro kosten.

  • 🛰

    Eine deutsche Startrampe könnte ein entscheidender Schritt für weitere Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren werden. Und weil Satelliten immer kleiner werden, könnte es in Zukunft noch mehr Bedarf an Trägerraketen wie der "Spectrum" geben.

Veröffentlicht: 08.09.2020 / Autor: André Marston Alvarez