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Start des "Starship": Der erste Hopser Richtung Mars

Etappen-Ziel erreicht: Ein Prototyp des Riesenraum-Schiffs "Starship" von SpaceX hat seinen ersten Flug absolviert - und kam dabei immerhin 150 Meter hoch.
SN5 startet nur mit einem Triebwerk. das fertige Raumschiff wird 6 davon haben. Es braucht dann trotzdem noch Hilfe von einer schweren ersten Raketenstufe, der Super Heavy.

Das Wichtigste zum Thema Starship

  • Ein kleiner Hopser für ein Raumschiff, ein Meilenstein für Elon Musk und sein Unternehmen SpaceX: Mit SN5 hat zum ersten Mal ein richtiger Prototyp des "Starship" die Erde verlassen - wenn auch nur 150 Meter hoch.

  • Fliegende Konservendosen: SpaceX baut derzeit an einer Reihe von Prototypen des Raumschiffs, mit dem eines Tages Menschen zum Mars fliegen sollen. Ihnen fehlen aber noch wesentliche Bauteile, unter anderem die Raketenspitze

  • Das "Starship" soll mal auf einer sogenannten "Super Heavy"-Rakete ins All starten. Dieses Gespann wird 5.000 Tonnen wiegen! Die Rakete mit 31 Triebwerken muss aber erst noch gebaut werden.

  • Starhopper, der kleine Vorgänger der Starship-Protoypen, erreichte auch schon 150 Meter Höhe.

  • SN5 startete in Boca Chica (spanisch für "Mädchenmund"). Der SpaceX-Raumbahnhof liegt näher am Äquator als Cap Canaveral. Vorteil: Die Raketen brauchen dort weniger Sprit, um in den Orbit zu gelangen.

3, 2, 1 ... SN5 hebt ab

Wann ist der nächste Start?

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    SpaceX verrät normalerweise nicht, wann es seine Raketen testet. Es gibt dafür aber ein sicheres Anzeichen: Die Straßen werden gesperrt, damit den vorbeifahrenden Autos keine Teile aufs Dach fallen.

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    Wer Zeit hat, kann sich live anschauen, was in Boca Beach abgeht (aber Achtung: Es passiert meistens nichts).

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    "Wir haben reichlich Platz, und es wohnt da niemand. Falls wir mal was hochjagen, ist das also in Ordnung“, sagte Elon Musk über den Startplatz in Boca Chica. Die Anwohner fanden den Spruch nicht so in Ordnung.

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    Beim ersten Testflug des Prototypen Starhopper entzündete das Triebwerk das umliegende Grasland. Dabei verbrannten 40 Hektar Buschland (400.000 Quadratmeter!).

Der Starship-Prototyp bei der Landung. Dafür hat er extra neue Landebeinchen bekommen.

Das macht den SN5 so einzigartig

  • Eisenhart: Mit dem Flug hat SpaceX bewiesen, dass es ein flugfähiges Raketenfahrzeug aus Stahl bauen kann - das ist viel einfacher und billiger als andere Werkstoffe.

  • SN5 hat nur einen Raketenmotor. Das spätere Raumschiff braucht mit seiner Ausstattung und vollen Tanks voraussichtlich 6, um abzuheben.

  • SpaceX hat auch neue Landebeine getestet. Allerdings werden die kleinen, ausklappbaren Stummel später einmal viel länger. So können sie das Raumschiff ausbalancieren, falls es schief aufsetzt.

  • In Zukunft sollen die Prototypen gleich mehrmals am Tag starten. Als nächstes startet Modell SN6. Start-Datum laut Musk: "bald!" SN8 ist bereits im Bau.

Die Lage: hochexplosiv

Space is hard, sagen Raumfahrt-Ingenieure häufig. Eine weitere Regel: Raketen explodieren gern. Ganz astrein war auch der Flug von SN5 nicht. Für 10 Sekunden war deutlich zu sehen, wie das Triebwerk Feuer fing.

Glück für SpaceX: Es ging wieder von allein aus. Die Vorgänger des Prototypen explodierten alle. Bei Drucktests war das sogar gewollt, bei Triebwerks-Checks eher nicht.

Mit Pannen haben die Ingenieure aber Erfahrung. Bereits beim Bau der bekannten Falcon 9-Rakete sind viele Testfahrzeuge in der Luft explodiert, abgestürzt oder umgekippt.

Die besten Crashs hat SpaceX mit einem guten Schuss Selbstironie in dem Video unten zusammengestellt.

Achtung, jetzt knallt's

Veröffentlicht: 13.08.2020 / Autor: Peter Schneider