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Kepler-186f, erster Exoplanet in der habitablen Zone

Lebenssuche im Weltall: Bisher erdähnlichster Planet entdeckt

Extrasolare Planscherei: Auf einem Exoplaneten mit sonnenähnlichem Stern könnte flüssiges Wasser existieren - eine wichtige Voraussetzung für Leben. Was macht die mutmaßliche Zwillingserde aus? Erfahre mehr.
Kepler-186f, erster Exoplanet in der habitablen Zone

Das Wichtigste zum Thema Erdähnliche Planeten

  • Wird das die zweite Erde? Forscher:innen haben den bisher erdähnlichsten Planeten außerhalb des Sonnensystems gefunden. Der Exoplanet heißt noch schnöde "KOI-456.04". Er besteht mutmaßlich aus Gestein und ist knapp doppelt so groß wie die Erde.

  • Das Besondere: "KOI-456.04“ umkreist seinen Mutterstern "Kepler-160" laut einer Studie in der habitablen Zone (Lebenszone). Das ist der Abstandsbereich, in dem lebensfreundliche Temperaturen auf einer Planeten-Oberfläche möglich sind.

  • Das Planetensystem "Kepler 160" und "KOI-456.04“ ähnelt dem Gespann aus Sonne und Erde. Der Mutterstern " Kepler 160" ist ein verblüffender Sonnenzwilling.

  • Im Vergleich zu unserer Sonne hat "Kepler-160" nur etwa 10 Prozent mehr Umfang. Auch seine Oberfläche brennt mit 5.200 Grad Celsius nur rund 300 Grad heißer als die Sonne - eine Kleinigkeit im Universum.

  • Fast so hell wie auf der Erde: "KOI-456.04" bekommt etwa 93 Prozent der irdischen Lichtmenge ab. Die Forscher:innen ermittelten daraus eine Atmosphärentemperatur von 5 Grad Celsius. Das ist zwar 10 Grad kälter als bei uns - aber könnte Leben möglich machen.

  • Der Haken an der Sache: Es ist unwahrscheinlich, dass die Fachleute ihre Daten jemals vor Ort überprüfen können. Das Kepler-Sonnensystem ist mehr als 3.000 Lichtjahre von uns entfernt.

Die habitable Zone: In angenehmer Sternen-Nachbarschaft

Illustration zur habitablen Zone

Nicht zu nah, nicht zu fern: Sterne wie die Sonne haben eine habitable Zone. Kreisen Planeten in diesem Abstandsbereich, kann es flüssiges Wasser auf ihnen geben. Glück für uns Menschen: Genau in dieser Lebenszone kreist die Erde. Ähnliche Verhältnisse finden sich vermutlich auch beim neu entdeckten Exoplaneten "KOI-456.04". Das ist außergewöhnlich: Häufig fliegen Exoplaneten näher an ihren Sternen - was ungünstig für Leben ist.

Rote Zwerge: Sterne ohne Ruhe

Roter Zwerg mit Exoplanet

Die meisten Muttersterne der bisher gefundenen Exoplaneten sind rote Zwerge. Diese Sternentypen schleudern eruptionsartig tödliche Strahlung ins All. Wie das aussieht, zeigt die Illustration. Kepler-160 hingegen ist kein roter Zwerg. Er leuchtet weitgehend ohne große Schwankung – so wie unsere Sonne auch. Er ist also ein lebensfreundlicher Mutterstern.

Neues entdecken mit alten Aufnahmen aus dem Weltraum

  • Der neu entdeckte Exoplanet ist nicht allein. In den vergangenen Jahren haben Forscher:innen bereits 2 andere Planeten identifiziert: Kepler-160b und Kepler-160c.

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    Die Nachbarn von "KOI-456.04" sind jedoch deutlich größer als die Erde. Und heißer: Auf ihrer Oberfläche dürften Temperaturen von 500 Grad Celsius herrschen, haben Forscher-Teams errechnet.

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    Außerdem: Kreisen Planeten nahe an ihrem Heimatstern, knetet die enorme Schwerkraft sie unentwegt durch. Dabei entstehen zahlreiche Vulkane, die eine Gefahr für empfindliche Organismen sind.

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    René Heller vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung wertet mit seinem Team Aufnahmen des NASA-Weltraumteleskop Kepler aus, um neue Planeten aufzuspüren. Das Teleskop hatte den Stern Kepler-160 von 2009 bis 2013 vor der Linse.

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    Hartnäckig: Die Fachleute fanden den "KOI-456.04" nur, weil sie alte Aufnahmen mit einer neu entwickelten Methode noch einmal untersuchten. Denn die Daten ließen vermuten, dass "Kepler-160" nicht von 2, sondern womöglich von 3 oder sogar 4 Planeten umkreist wird - was sich nun bestätigte.

Astronom René Heller über die neue Suchsoftware für die Entdeckung von Exoplaneten

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    "Wir konnten unseren neuen Algorithmus so effizient gestalten, dass er im Zusammenspiel mit moderner Computerleistung sogar auf einem handelsüblichen Laptop funktioniert. So kann man auch gern mal auf einer Zugreise mit dem Laptop auf dem Schoß einen Exoplaneten finden."

Das Kepler-Weltraumteleskop: Detektiv für Exoplaneten

Kepler-Weltraumteleskop der NASA

Weltraumteleskope wie "Kepler" haben in den vergangenen Jahren fast 5.000 Exoplaneten entdeckt (Stand September 2021). Weil die Ingenieurinnen und Ingenieure das fliegende Auge im All aber nicht mehr korrekt ausrichten konnten, hat die NASA es Ende 2018 abgeschaltet.

FAQs zu erdähnlichen Exoplaneten

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    Was ist ein erdähnlicher Exoplanet?

    Erdähnliche Exoplaneten sind Himmelskörper, die einen Stern außerhalb unseres Sonnensystems in der habitablen Zone umkreisen. Dort gibt es unter anderem flüssiges Wasser - eine wichtige Voraussetzung für organisches Leben wie auf der Erde.

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    Was ist "KOI-456.04"

    "KOI-456.04" ist mutmaßlich der erdähnlichste Exoplanet, den Astronomen und Astronominnen bislang nachgewiesen haben. Er soll den sonnenähnlichen Stern Kepler-160 in der habitablen Zone umkreisen.

  • ⁉️

    Was ist Kepler-160

    Kepler-160 ist ein Stern in mehr als 3.000 Lichtjahren Entfernung. Er wird von mehreren Exoplaneten umkreist, unter anderem vom erdähnlichen "KOI-456.04"

  • ⁉️

    Wie viele bewohnbare Exoplaneten gibt es?

    Anhand von Hochrechnungen gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon aus, dass es etwa 300 Millionen bewohnbare Planeten geben könnte - allerdings nur in den uns bekannten Galaxien. Wie viele bewohnbare Exoplaneten es insgesamt gibt, darüber lässt sich nur spekulieren.

Veröffentlicht: 14.09.2021 / Autor: Peter Schneider