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Hubble-Teleskop: Die schönsten Bilder und unglaublichsten Entdeckungen

Seit 30 Jahren umkreist es die Erde und schießt unbeschreiblich schöne Fotos von Galaxien, die Lichtjahre entfernt sind. Ganz nebenbei hat es unser Verständnis vom Universum komplett verändert. Die Technik dahinter ist gar nicht mal so kompliziert. Seht selbst.

Das Wichtigste zum Thema Hubble Weltraumteleskop

  • Das Hubble Space Telescope ist das größte Teleskop im All. Die NASA hat die Sternwarte 1990 in die Umlaufbahn der Erde gebracht. Seitdem bewegt sie sich mit etwa 28.100 Kilometer pro Stunde um die Erde herum.

  • Das Hubble-Teleskop (kurz HST) ist dem Weltall zugewandt. Es beobachtet 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Dabei soll es Fotos von Planeten, Sternen, schwarzen Löchern und Galaxien machen. So wollen die Wissenschaftler mehr über die Entstehung des Universums lernen.

  • Edwin P. Hubble ist der Namensgeber des Teleskops. Er war Astronom und hat Anfang der 1900er Jahre wichtige Entdeckungen über das Universum gemacht.

  • Die NASA baut für 2021 ein neues, viel größeres Teleskop mit dem Namen "James-Webb-Weltraumteleskop". Dieses soll um die Sonne kreisen und so einen noch tieferen Einblick in das Universum erlangen.

  • Auf dieser Website kannst du sehen, was das Weltraumteleskop an deinem Geburtstag fotografiert hat.

Wie funktioniert das Weltraumteleskop?

Die größten Entdeckungen Hubbles

1. So funktionieren schwarze Löcher

Erstes Foto Schwarzes Loch


Das erste Foto von einem supermassereichen schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie M87.
© picture alliance/Event Horizon Telescope (EHT)/dpa

Hubble hat Beweise geliefert, dass massive schwarze Löcher in fast jeder Galaxie zu finden sind. Dabei haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass diese schwarzen Löcher die Masse von Milliarden von Sternen enthalten.

Die Größe der schwarzen Löcher hängt mit der Größe der Galaxien, in der sie sich befinden, zusammen. Das bedeutet, dass die schwarzen Löcher in der Regel gleichzeitig mit ihrer Galaxie entstehen.

So hat Hubble dazu beigetragen, dass Wissenschaftler am 10.04.2019 das erste Foto eines schwarzen Loches veröffentlichen konnten. Hubble hat das Foto nicht geschossen, half aber dabei wichtige Daten und Erkenntnisse über schwarze Löcher zu sammeln, um das Foto zu ermöglichen.

2. Erforschen von Planeten und Monden

Noch nie konnten wir andere Planeten so genau beobachten, wie jetzt. Das Hubble- Teleskop ermöglicht es uns, die Planeten in unserem Sonnensystem zu erkunden und wichtige Erkenntnisse über deren Beschaffenheit und Klima zu gewinnen.

Das bekannteste Beispiel sind die 2014 entstanden Fotos des Planeten Jupiter. Besonders interessant war die Beobachtung des "Great Red Spots".

Comparison Jupiter Photo

© NASA/Hubble

Der rote Punkt ist ein Sturm, der seit mindestens 360 Jahren auf dem Planeten wütet. Zwar hat er sich in den letzten 90 Jahren deutlich verkleinert, ist aber trotzdem immer noch etwa 2- bis 3-mal so groß wie unsere Erde.

Außerdem hat Hubble auf dem Mond des Planeten Jupiter Anzeichen für einen unterirdischen Ozean entdeckt - die Grundbedingung für Leben.

3. Geburt und Tod der Sterne

In Nebeln wie diesem entstehen Sterne. Dank Hubble konnten wir dabei zuschauen.


In Nebeln wie diesem entstehen Sterne. Dank Hubble konnten wir dabei zuschauen.
© NASA/Hubble

Hubbles Infrarotkameras haben den Wissenschaftlern eine genaue Vorstellung davon gegeben, wie Sterne im Weltall entstehen.

Sie bilden sich in Nebeln, wie auf dem Foto oben zu sehen. Dort gibt es dichte Wolken, die vor allem aus Staub und Gas entstehen. Aufgrund der Schwerkraft ziehen sich diese Teilchen gegenseitig an und formen langsam einen Stern. Dieser Prozess kann mehrere Millionen Jahre dauern. Die Wolke wird immer kleiner und dichter.

Hitze führt dazu, dass sich die Teilchen verschmelzen und zu einer einzigen großen Gaskugel werden. Mit dem Hubble-Teleskop konnten Wissenschaftler verschiedene Nebel beobachten, aus denen langsam Sterne entstehen.

4. Forschung an "Dunkler Materie"

Wir wissen heute: Unser Universum besteht zu 27 Prozent aus "Dunkler Materie" und zu 80 Prozent aus "Dunkler Energie". Was das ist, weiß aber keiner so genau. Entdeckt wurde das Ganze von einem Schweizer Astronom Namens Fritz Zwicky.

Er beobachtete um 1930 Bewegungen von Galaxien. Einige davon waren so schnell, dass die Sterne und Planeten eigentlich in alle Himmelsrichtungen verstreut hätten werden müssen.

Die einzige Erklärung: Es gibt eine unsichtbare Materie, die alles zusammenhält. Fast 100 Jahre später ist man nicht viel weiter, aber: durch das Hubble-Teleskop konnten Wissenschaftler zumindest bestimmen, wo sich die Dunkle Materie befindet und wie viel davon in unserem Universum vorkommt.

Nicht die Lösung, aber ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Die schönsten Bilder in 30 Jahren Hubble

Wieso sind Hubbles Fotos so gut?

Dieses Teleskop löst Hubble bald ab

Techniker heben das Teleskop mit einem Kran im Goddard Space Flight Center in Greenbelt.


Techniker heben das Teleskop mit einem Kran im Goddard Space Flight Center in Greenbelt.
© NASA/AP Photo

 

Das "James Webb Space Telescope" (kurz: JWST) ist ein Weltraumteleskop, das in Zusammenarbeit der NASA, ESA und kanadischen Luftfahrtbehörde (CSA) ensteht. Das JWST soll 2021 das Hubble Teleksop ersetzen.

Im Gegensatz zu Hubble, soll das JWST um die Sonne kreisen. Außerdem ist der Spiegel, der das Licht einfängt, deutlich größer als der seines Vorgängers. So können die Wissenschaftler noch tiefer in das Universum sehen.

3D Animation vom James Webb Space Telescope im Weltraum.


3D Animation vom James Webb Space Telescope im Weltraum.
© picture alliance

 

Eines der Hauptziele ist es, die Entstehung von Galaxien im Zentrum des Universums zu dokumentieren. Die Forscher wollen so die Entstehung des Universums entschlüsseln.

Das Teleskop soll für 10 Jahre eingesetzt werden. Es wiegt 6,5 Tonnen und hat einen Durchmesser von über 20 Metern. Das liegt vor allem an den Sonnensegeln, die das Teleskop mit Strom versorgen sollen.

Wie groß ist das James-Webb-Weltraumteleskop im Vergleich?

Veröffentlicht: 08.04.2020 / Autor: Alexander Chouzanas