Arabische Marssonde Hope

Hope: Auch die Sonde aus der Wüste hat den Mars erreicht

Die arabische Sonde "Hope" ist in eine Mars-Umlaufbahn eingeschwenkt. Das schaffen normalerweise nur die Big Player der Raumfahrt-Welt. Warum sich ausgerechnet ein kleines Land am Golf so etwas zutraut - und wer neuerdings noch alles im Weltall mitmischt.

Das Wichtigste zum Thema Mars-Sonde Hope

  • Geschafft: Nach etwa 7 Monaten und 492 Millionen Kilometern ist die Marssonde "Hope" am 9. Februar am roten Planeten eingetroffen und in eine Umlaufbahn eingeschwenkt.

  • Für die Missions-Spezialisten war es ein nervenzerreißender Moment: Die Sonde musste genau zum richtigen Zeitpunkt ihre Triebwerke zünden. Sonst wäre sie vorbeigeflogen - oder abgestürzt.

  • Das Ungewöhnliche: Die Sonde gehört einem Newcomer in der Raumfahrt: den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für das kleine Land noch prestigeträchtiger: "Hope" ist die erste Mars-Mission eines arabischen Landes überhaupt.

  • Staubtrocken und sonnig: "Hope" soll das Marswetter untersuchen und klären, warum der rote Planet langsam aber sicher seine Atmosphäre in den Weltraum verliert.

  • Ein wichtiges Ziel ist offenbar, das Interesse an Wissenschaft und Technik in der Bevölkerung zu wecken. Die VAE wollen ein Wissenschaftszentrum im arabischem Raum werden. Seit Jahrzehnten ist das Land von den Einnahmen seiner Erdöl-Förderung abhängig.

Das erste Marsbild von "Hope"...

... wurde präsentiert vom Kronprinzen von Abu Dhabi, seiner Hoheit Muhammad bin Zayid Al Nahyan

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"Hopes" Trip zum Mars

Missionsplan: So läuft Hopes 7-monatige Reise zum Mars ab.

5 "Hope"-Facts zum Staunen

  • 🤞

    Ganz sicher waren sich die Emeratis offenbar nicht, dass die Sonde ankommt. Ihr Name "Hope", arabisch Al-Amal, (الأمل) steht für "Hoffnung".

  • 🎁

    Happy Birthday: Die 1.350 Kilo schwere und würfelförmige Sonde wurde so losgeschickt, dass sie zum 50. Gründungstag der Emirate dieses Jahr eintraf.

  • 🐱‍🚀

    Oh, wie süß! Die Betreiber wissen: Eine Mission zum Mars regt die Fantasie an wie ein Besuch in Disneyland. Im Mission-Store gibt es unter anderem Kaffeetassen mit kleinen Astronauten drauf, Mission-Sticker und Raumanzüge für die Kleinen zu kaufen.

  • Harte Timeline: Die Ingenieure hatten nur 6 Jahre Zeit, um die Sonde zu bauen. Nicht selten dauert der Bau eines Raumfahrzeugs mehr als 10 Jahre.

  • 👩

    Islamische Länder haben nicht selten den Ruf, von Männern dominiert zu werden. Anders bei der "Hope"-Mission: Sie wird von einer Frau geleitet: Sarah al-Amiri.

Was der Wüstenstaat im Weltraum plant

Die neuen Nationen am Raumfahrt-Himmel

  • Das kleine Israel versuchte 2019, mit der kleinen Landefähre Beresheet auf dem Mond zu landen. Wegen eines falschen Computer-Befehls stürzte sie aber kurz vor der Oberfläche ab.

  • Indien schickt schon seit Jahren mit eigenen Raketen Satelliten ins All. Noch dieses Jahr will die Atommacht Astronauten in einem eigenen Raumschiff in den Orbit transportieren.

  • Brasilien baut an der Träger-Rakete "VLM" für Kleinsatelliten. Die Entwicklung ihrer Vorgängerin endete tragisch: 2003 explodierte sie noch vor dem Start und riss 20 Menschen in den Tod.

  • Auch afrikanische Länder betreiben mittlerweile Raumfahrt. Nigeria besitzt mehrere Kommunikations-Satelliten, Unis in Südafrika und Kenia haben Satelliten auf eigene Faust entwickelt.

  • China ist DIE neue Raumfahrt-Nation. Nach den Russland und den USA sind sie das 3. Land, das eine bemannte Raumstation unterhalten hat. Nun sendet das Riesenreich auch einen Rover zum Mars.

Pioniere der Raumfahrt und wie sie die Welt verändert haben

Wenn es nach Elon Musk geht, dann fliegen wir schon in 10 Jahren mit Passagieren auf den Mars. Dass diese Vision vielleicht wirklich zur Realität wird, haben wir Pionieren der Raumfahrt zu verdanken. "Galileo" stellt einige von ihnen vor.

Die Bayern-Rakete und der Boom im Weltraum

Die geplante Spectrum von Isar Aerospace


Raketen-Power aus Bayern: Eine rein deutsche Träger-Rakete, das gab's noch nie.
© Isar Aerospace

 

Auch der Freistaat Bayern will zu den neuen Raketen-Sternen am Raumfahrt-Himmel gehören. Die bayrische Landesregierung hat kürzlich angekündigt, die Entwicklung einer eigenen Träger-Rakete zu fördern.

Die geplante Spectrum von Isar Aerospace


Die "Spectrum"-Rakete wird nicht in Deutschland abheben, sondern voraussichtlich im weitgehend menschenleeren Norden von Schweden.
© Isar Aerospace

 

Aktuell bauen dort gleich 2 junge Raumfahrt-Unternehmen Raketen: Isar Aerospace aus München und Rocket Factory aus Augsburg.

Konkurrenz bekommen die bayrischen Raketenbauer allerdings von ehrgeizigen Nachbarn: HyImpulse Technologies aus Baden-Württemberg. Der Clou: Ihr Raumfahrzeug wird mit einer Art Kerzenwachs angetrieben und kann nicht explodieren.

Die Jungunternehmer sind Teilei nes weltweiten Booms im Raketengeschäft, NewSpace genannt. Bekanntestes Gesicht der Szene ist Elon Musk und sein Unternehmen SpaceX.

Veröffentlicht: 22.02.2021 / Autor: Peter Schneider