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Nie wieder Vokabeln lernen? Diese Apps und Gadgets dolmetschen für dich

Weltweit gibt es über 6.500 Sprachen. Bald beherrschst du sie alle fließend - mit Hilfe deines Handys und smarter Dolmetscher-Gadgets.

Dolmetscher in der Hosentasche - oder gleich im Ohr

Digitale Sprachen-Genies - sogenannte Echtzeit-Übersetzer - wollen uns die Reise in andere Länder noch einfacher machen. Einer davon: Der Pocketalk, der  74 Sprachen sprechen kann - wenn es denn eine Internetverbindung gibt.

In einer Version des kleinen weißen Kastens ist eine eSim integriert, die in 133 Ländern funktioniert. Es gibt auch eine WLAN-Version, in die eine eigene Nano-Sim-Karte gesteckt werden kann - und eine gerade auf der CES 2020 vorgestellte neue Version mit extra großem Bildschirm und Translation-Kamera.

© picture alliance / newscom

 

Mit Preisen von über 200 Euro ist Pocketalk kein Schnäppchen - und längst nicht das erste Sprachgenie-Gadget auf dem Markt.

Deutlich kleiner und handlicher sind beispielsweise In-Ear-Kopfhörer mit Übersetzungsfunktion: Google Pixel Buds, The Pilot oder Mymanu Clik heißen die Mini-Dolmetscher für die Ohren.

Alle Dolmetscher-Apps und -Gadgets nutzen eine Übersetzungs-Engine. Die übersetzt immer nach einem bestimmten System. Die 2 Platzhirsche auf dem Markt sind der Google Übersetzer und Microsofts Bing Translator. Relativ neu im Ring: Das Start-up DeepL aus Köln.

Seit 2017 setzt es auf ein künstliches neuronales Netzwerk. So werden Wörter und ganze Sätze in ihrem Kontext verstanden und nicht nur eins zu eins übersetzt - wie bei der Konkurrenz. Auch Google arbeitet inzwischen mit einem solchen Netzwerk.

Die Sprechen für sich - und dich: Übersetzer-Apps fürs Smartphone

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    Google Interpreter: Die App kann Text-, Sprach- oder Fotoeingaben in Echtzeit übersetzen - und sogar Handschriften erkennen. Sind die Wörterbücher heruntergeladen, funktioniert das alles auch offline.

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    Microsoft Translator: Auch hier kannst du mit Sprach- und Texteingaben arbeiten - on- und offline. Oder du fotografierst die Wörter einfach ab. Auch eine Chat-Funktion gibt es. Es gibt 60 Sprachen und einen Sprachführer mit den wichtigsten Sätzen für verschiedene Alltagssituationen.

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    Pons Online Übersetzer: Das klassische Wörterbuch gibt's auch für dein Smartphone. Das Manko: Die Texte, die du übersetzen möchtest, musst du immer selbst eingeben.

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    Dict.cc Wörterbuch: 51 Sprachen bietet die App. Sie verfügt über wenige Zusatz-Funktionen, ist dafür aber auch ohne Internetverbindung gut bedienbar.

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    iTranslate: Mehr als 100 Sprachen und Dialekte hat die App drauf. Eine Spracherkennung gibt's bei der Premiumversion dazu. Du kannst Gespräche genauso übersetzen, wie Kamerabilder oder Schriftzeichen. Auch offline punktet die App mit über 40 Sprachen.

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    Waygo: "wài guó" bedeutet auf chinesisch "fremdes Land". Deine Smartphone-Kamera erkennt mit dieser App chinesische, japanische und koreanische Schriftzeichen und liefert eine englische Übersetzung - und zwar innerhalb von Sekundenbruchteilen.

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    SayHi Translate: Ein Dolmetscher im Taschenformat: Über 80 Sprachen und Dialekte hat die App in Petto - allerdings funktioniert sie nur mit einer Internetverbindung.

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    Trip Lingo: Die App ist ein echtes All-Inclusive-Paket. Vielreisende finden hier nicht nur einen Übersetzer, sondern auch viele hilfreiche Funktionen für den Globetrotter-Alltag. Außerdem prägt sich die fremde Sprache dank einfacher Lektionen leichter ein.

Kein Kinderspiel: Darum fällt es uns so schwer neue Sprachen zu lernen

Ob du ein Sprachen-Genie bist oder nicht, liegt auch an deinen Synapsen. Je stärker die Verbindungen zwischen bestimmten Gehirnarealen sind, desto leichter lernt man neue Sprachen.

Unser Hirn sucht immer nach Ähnlichkeiten. Ist die Fremdsprache sehr unterschiedlich zur Muttersprache, wird's schwieriger für die grauen Zellen.

Kleine Kinder lernen neue Sprachen oft intuitiver. In dieser Zeit ist das Gehirn besonders empfänglich für neue Informationen. Babys, die oft eine Fremdsprache hören, lernen sie später leichter - auch, wenn sie als Kleinkinder nur ihre Muttersprache sprechen.

Aber: Auch Erwachsene können noch Spanisch, Italienisch oder Koreanisch lernen. Das lohnt sich: Denn unser Gehirn mag es, trainiert zu werden. Das stärkt den Muskel und hält uns auch im Alter fit.

Veröffentlicht: 16.01.2020 / Autor: Franziska Schosser