In China wurde eine Frau kryonisch eingefroren, um später wiederbelebt zu werden
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In China wurde gerade eine Frau eingefroren, um später wieder belebt zu werden

vor 3 Monaten

In futuristischen Science-Fiction-Filmen gehört es fast schon zum Alltag: Das Einfrieren von Menschen, die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später wieder aufgetaut werden und dann ein ganz normales Leben führen. In der Realität sind wir davon noch weit entfernt – oder zumindest dachten wir das. Jetzt wurde nämlich tatsächlich eine tote Frau eingefroren.

Dabei handelt es sich um die 49-jährige Chinesin Zhan Wenlian. Sie ist im Mai an Lungenkrebs gestorben. Zusammen mit ihrem Ehemann Gui Junmin beschloss sie schon vor ihrem Tod, dass beide Ehepartner ihren Körper der Forschung spenden würden. Damit wollten sie der Gesellschaft etwas zurückgeben.

So landete Zhans Körper wenige Minuten nach ihrem Tod bei einem Team chinesischer Wissenschaftler. Die erforschen die Möglichkeiten und Grenzen der Kryonik, also dem Konservieren von Lebewesen zur späteren Wiederbelebung. Ins Leben gerufen wurde das „Projekt zur Konservierung von Leben“ vom Krankenhaus der Universität Shandong, der amerikanischen Non-Profit-Organisation Alcor Life Extension Foundation und dem Forschungsunternehmen Yinfeng Biological Group.

Die Wissenschaftler haben für Zhan Wenlians Körper viel vor. Die heutige Medizin ist zwar noch nicht weit genug entwickelt, um sie wieder zum Leben zu erwecken – in Zukunft könnte sich das aber ändern. Um das herauszufinden, wollen die Forscher ihren Körper konservieren – also froren sie ihn ein. Insgesamt dauerte es zwei Tage, bis ihr Körper komplett heruntergekühlt war. Hier seht ihr, wie das aussah:

Dabei müsst ihr wissen: Das Wort „einfrieren“ ist nicht hundertprozentig korrekt. Würde man einen Körper tatsächlich einfrieren, würden sich nämlich Eiskristalle bilden, die möglicherweise Zellen zerstören. Um das bei Zhan zu verhindern, nutzten die Forscher flüssigen Stickstoff. Damit können Körper extrem heruntergekühlt werden, ohne dass sich schädliche Kristalle bilden. Der Einfachheit halber wird in der Alltagssprache das Wort „einfrieren“ dafür benutzt.

Zhan liegt nun in einem großen Tank, der mit 2.000 Litern Stickstoff gefüllt ist. Dort soll ihr Körper bei einer Temperatur von minus 196 Grad Celsius so lange überdauern, bis der medizinische Fortschritt ihre Wiedererweckung möglich macht. Das wird mindestens einige Jahrzehnte dauern. Ihr Ehemann ist zuversichtlich. „Ich glaube, dass es absolut möglich sein wird, sie wiederzubeleben“, sagte er Mirror UK. Er selbst will seinen Körper nach seinem Tod ebenfalls spenden und sich einfrieren lassen. „Falls meine Frau aufwacht, könnte sie einsam sein. Ich muss ihr Gesellschaft leisten.“

Du wunderst dich noch immer, wie das Ganze funktionieren soll? Wir haben die Firma Alcor besucht, die uns erklärt hat, warum der Tod nur eine „vorübergehende Phase“ ist:

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