Galileo WM CopyCreated with Sketch.
  1. Galileo WM CopyCreated with Sketch.Galileo
  2. Natur
Wal springt aus dem Wasser

Die größten Klimahelden der Meere! Darum brauchen Wale unseren Schutz

Wale sind die größten Tiere der Erde - und speichern mehr CO2 als Bäume. Wir müssen sie schützen. Auch wenn viele noch immer bedroht sind, gibt es zumindest Lichtblicke für die Meeressäuger.
Die größten Klimahelden der Meere! Darum brauchen Wale unseren Schutz
12

Das Wichtigste zum Thema Wale

  • In den vergangenen Jahren gab es gute Nachrichten für Wale: Durch die Ruhe der Lockdowns kehrten sie wieder in Lagunen zurück, aus denen der Mensch sie vertrieben hatte, zum Beispiel in der Adria. Außerdem wurde vor der Westküste Mexikos wahrscheinlich eine ganz neue Art entdeckt.

  • Über 50 Jahre sichteten Forscher:innen nur selten Blauwale im Ozean nördlich der Antarktis. 2020 wurden gleich 50 Stück entdeckt. Auch Buckelwale tummeln sich dort wieder vermehrt. Der Bestand des Südkappers, von dem es schätzungsweise rund 7.000 Exemplare gibt, erholt sich ebenfalls.

  • Rückkehr nach 40 Jahren: Auch an Spaniens Atlantik-Küste vor Galicien tauchen seit 2017 wieder vermehrt Blauwale auf - zum ersten Mal, seit die Art durch den Walfang in dieser Region vollständig ausgerottet war. 1986 verbot Spanien die Jagd auf Wale. Mehr dazu gleich.

  • Es gibt 90 Walarten. 76 davon sind Zahnwale, Jäger mit ausgeklügelten Fangstrategien. 14 Arten sind Bartenwale. Sie haben hornige Platten im Maul, die wie ein Filter Plankton oder kleine Schwarmfische aus dem Wasser filtern.

  • Doch leider werden Wale immer noch gejagt und der Mensch zerstört ihre Lebensräume. Grund zur Entwarnung gibt es noch lange nicht. Wie und warum wir sie besser schützen sollten, liest du weiter unten.

Die Routen der Wale

Verbreitung der Wale und deren Routen

Blauwale kehren nach 40 Jahren an Spaniens Küste zurück

Blauwale vor Spanien? Ja! Nachdem der Blauwal in der Region durch den Walfang gänzlich ausgerottet wurde, kehren seit 2017 immer mehr der Giganten wieder an die spanische Atlantik-Küste vor Galicien zurück. Warum? Darüber rätselt die Wissenschaft noch. Einige Forscher:innen vermuten, dass es die Nachkommen derer Wale sind, die einst hier lebten und getötet oder vertrieben wurden. Wale besitzen eine Art "genetisches Gedächtnis", das ihre Routen beeinflusst.

Andere Wissenschaftler:innen vertreten die Theorie, dass der Klimawandel die Tiere in nördlichere Gefilde treibt, weil sich die Meere zu stark erwärmen. Das wiederum wäre eine schlechte Nachricht für die Wale.

Walschutz und Walfang weltweit

Ihre majestätische Größe fasziniert uns. Und die kleineren Arten wie Delphine, Schweinswale oder Orcas erscheinen fast menschlich. Die intelligenten Tiere wurden oft in Shows gezwungen, Kunststücke vorzuführen. Zwar gibt es weltweit Verbote von Delfinarien, dennoch leben auch in Europa noch viele Tiere in Gefangenschaft. Glücklicherweise schließen immer mehr dieser Shows.

Auch der Walfang bedroht die Tiere. Im 20. Jahrhundert reduzierte der Mensch die Wal-Bestände schätzungsweise um 80 Prozent auf 1,3 Millionen Exemplare. Die Tiere wurden zu Seifen, Suppen und ihr Fett zu Lampenöl verarbeitet. Obwohl der kommerzielle Walfang seit 1986 grundsätzlich verboten ist, gibt es Ausnahmen: Walfang ist für die indigene Bevölkerung der Arktis erlaubt, da diese damit ihre Lebensgrundlage sichern. Diese Zahlen fallen aber kaum ins Gewicht. Schlimmer ist, dass Industrienationen immer noch Wale aus kommerziellen oder vermeintlich "wissenschaftlichen Zwecken" jagen. Das gilt für Japan, Norwegen und Island. Eine kleine gute Nachricht: Island hat 2019 und 2020 den Walfang zumindest ausgesetzt. Die Stimmung in der Bevölkerung scheint ein offizielles Ende zu beschleunigen.

Der Mensch zerstört auch weiterhin die Lebensräume der Wale. Umweltverschmutzung und Klimawandel machen den Arten schwer zu schaffen. Deshalb treten zahlreiche Organisationen wie der WWF, Greenpeace, NABU, Whale and Dolphin Conservation (WDC) oder der Deutsche Tierschutzbund für den Schutz der Meeressäuger ein. Willst du ebenfalls helfen, kannst du dich dort über die Programme informieren.

So viele Exemplare gibt es noch von diesen Walarten

Blauwal
Der Blauwal ist das größte Tier der Erde. Es wurde bereits ein Exemplar mit 35...
Pottwal
Zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Pottwale sollen noch in den Meeren schwimmen....
Buckelwal
Buckelwal: Die gut 13 Meter langen Tiere sind sehr wendig, machen oft durch Sprünge...
Finnwal
Finnwal: Sie können über 100 Jahre alt werden und sind vom Körperbau schlanker...
Narwal
Narwal: Unverwechselbar ragt sein 2 bis 3 Meter großer Stoßzahn aus dem Kopf....
Orca
Orca: Aufgrund seiner ausgeklügelten Jagdstrategien, die er auch in der Gruppe...
Beluga
Beluga-Wal: Seine Farbe gab dem "Weißwal" den Namen. Er lebt wie sein Verwandter...
Schweinswal
Schweinswal: Der bis zu 2 Meter große "Kleine Tümmler" lebt auch bei uns in Nord-...
Blauwal
Pottwal
Buckelwal
Finnwal
Narwal
Orca
Beluga
Schweinswal

Quelle: WWF und IUCN Red List

Tipps fürs richtige Whale-Watching

Externer Inhalt

Dieses Element stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram und Youtube.

Um diese Inhalte anzuzeigen, aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards in den

6 Gründe warum Wale für Klima und Wirtschaft wichtig sind

  • 💶

    Geld: Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnet Wale als "kostbares Allgemeingut". Sie tragen zum Klimaschutz bei, was am Ende auch der Wirtschaft nutzt. Der Fonds hat ausgerechnet, dass ein Wal in seinem Leben durch seine "Leistung" einen wirtschaftlichen Vorteil von 1,8 Millionen Euro erbringt. Die 5 folgenden Aspekte sind dafür verantwortlich.

  • 💨

    Kohlendioxid: Ein Großwal bindet schätzungsweise 33 Tonnen CO2 jährlich. Je größer das Tier, desto mehr Kohlendioxid bindet es. Im Vergleich dazu bindet ein Baum "nur" 22 Kilo jährlich.

  • 🌊

    Meeresgrund: Stirbt ein Wal, sinkt er zu Boden. Der Kadaver gibt über Hunderte von Jahren den gebundenen Kohlenstoff frei. Dies wiederum bereichert die Ökosysteme in der Tiefe.

  • 🗺

    Wanderung: Um sich fortzupflanzen, ziehen Wale von nährstoffreichen in nährstoffarme Gegenden. Dort setzen sie stickstoffhaltigen Urin ab. Das führt dazu, dass sie das Meer "düngen" und somit zum Wachstum von Kleinstlebewesen beitragen.

  • 🤿

    Tauchen: Auch damit düngen sie das Meer. Ihre Nahrung finden sie beim Tauchgang. Zum Atmen müssen sie aber an die Oberfläche. Dann sondern sie auch ihren Kot ab. Der enthält neben Stickstoff auch Eisen und Phosphor und dient Phytoplankton als Nahrung.

  • 🐟

    Nahrung: Wale sind grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil der gesamten Nahrungsketten im Ozean. Einige von ihnen jagen, andere filtern mit den Barten. Sie tragen dazu bei, dass das Ökosystem und beispielsweise Fischbestände in Balance bleiben. Das nutzt nicht zuletzt den Fischern.

Wale als CO2-Speicher? So funktioniert's

Wale als CO2-Speicher? So funktioniert's

Wale und Plankton sind ein wahres Dream-Team im Kampf gegen Kohlenstoffdioxid und somit wahre Klimahelden. Doch wie schaffen sie das?

Was weißt du alles über Wale?

Veröffentlicht: 28.12.2021 / Autor: Sven Hasselberg