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Bienen, Schlangen, Skorpione: Tier-Gift in der Medizin

Tiere setzen ihr Gift als Waffe ein. Als Medikament können die oft tödlichen Stoffe dem Menschen aber auch helfen. Wo in der Medizin tierische Toxine schon verwendet werden, erfährst du hier. Unser Extra: Die giftigsten Tiere der Welt.
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Das Wichtigste zum Thema Tier-Gifte

  • Toxine von Tieren werden meist in speziellen Giftdrüsen gebildet und gespeichert.

  • Die Sekrete nutzen Schlagen, Spinnen und Co., um Beute zu lähmen und Feinde abzuwehren. Zudem schützen sie sich damit vor Parasiten und anderen Krankheitserregern.

  • Die einen geben ihr Gift aktiv durch einen Biss oder Stich ab. Bei anderen Tieren (wie dem Kugelfisch) findet eine passive Übertragung statt - etwa durch Berührung.

  • Einige der Zoo-Toxine sind auch für den Menschen gefährlich. Sie können Gewebeschäden verursachen, Allergien oder sogar Herzversagen auslösen.

  • Die gute Nachricht kommt aus der Medizin: Als Medikamente helfen Tier-Gifte bei der Behandlung von Krankheiten.

  • Einige Tier-Gifte sind zwar für den Menschen nicht tödlich, aber für andere Tiere, beispielsweise das Gift des Schnabeltiers.

Heilsame Wirkung: Bienengift zerstört Brustkrebs-Zellen

Ist Bienengift ein wahres Wundermittel im Kampf gegen Krebs? Eine neue Studie aus Australien macht Hoffnung: Das enthaltene Melittin kann die Lebensfähigkeit von Brustkrebs-Zellen verringern. Bei den Tests zeigte sich, dass die Substanz innerhalb von 60 Minuten die Membranen komplett zerstört.

"Das Gift war extrem stark", sagt Ciara Duffy vom Harry Perkins Institut für medizinische Forschung in Perth. Und es hatte kaum Auswirkungen auf gesunde Zellen.

Die Forscherin untersuchte außerdem die Möglichkeit, Melittin im Rahmen gängiger Chemo-Therapien zu verabreichen. Ihre Einschätzung: Bienengift ließe sich bei der Behandlung von Brustkrebs einsetzen.

Bienengift-Studie: Forscherin Ciara Duffy und ihre tierisch guten Erkenntnisse

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Tier-Gifte in der Medizin

  • 🐍

    Nach einem Biss der Jararaca-Lanzenotter sinkt der Blutdruck des Opfers rapide. Peptide aus dem Gift dienten als Vorlage für die Entwicklung der ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck.

  • 🦂

    Im Gift des Gelben Mittelmeer-Skorpions fand man Stoffe wie Chlorotoxin, die sich an bestimmte Hirntumor-Zellen heften. Forscher möchten sie künftig nutzen, um Medikamente gezielt in Krebszellen zu transportieren.

  • 🐠

    Der Säbelzahn-Schleimfisch benebelt Angreifer mit Opioiden, die ähnlich wie Morphium wirken. Sie könnten die Grundlage für neue Schmerzmittel sein.

  • 🐜

    Ameisen bilden in ihren Giftdrüsen Säure, um sich gegen Feinde zu wehren. Beim Menschen wird Ameisen-Säure bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt - etwa bei Exzemen, Rheuma und Allergien.

  • 🕷️

    Wissenschaftler der Universität Buffalo haben das Gift der Rosen-Tarantel untersucht und darin ein Protein entdeckt, das sich als Heilmittel für Herzinfarkte und Hirntumore eignen soll.

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Veröffentlicht: 08.02.2021 / Autor: Heike Predikant