Zwei Störche im Schnee

Was machen die Störche hier? Überwintern!

Störche, die im Schnee tanzen? In Zukunft werden wir vielleicht öfter solche Bilder sehen - immer mehr der sagenumwobenen Vögel überwintern in Deutschland. Plus: Warum sagt man "Klapperstorch" - und kennst du auch den Schwarzstorch?

Das Wichtigste zum Thema Störche

  • Gefiederte Weltenbummler: Die Familie der Störche ist groß. 19 Arten aus 6 Gattungen sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis zu Hause. Auf ihren Reisen legen die Vögel Tausende Kilometer zurück.

  • Um den Storch ranken sich viele Sagen und Legenden: Die Vögel bringen Glück, den Frühling oder Babies. Mehr Sagenhaftes erfährst du weiter unten.

  • In Deutschland können wir den Weißstorch beobachten - und mit etwas Glück auch seinen scheuen Verwandten, den Schwarzstorch.

  • Abflug: Im Herbst fliegen die Störche in den Süden. Seit einigen Jahren überwintern jedoch immer mehr Weißstörche in Deutschland.

  • Die Tiere haben gelernt, wie sie trotz Kälte und Schnee Futter finden - und sparen sich die weite, anstrengende Reise. Wie es dazu kam, liest du weiter unten im Interview.

Warum überwintern die Störche in Deutschland? Das sagt Oda Wieding, Weißstorch-Expertin vom Landesbund für Vogelschutz Bayern:

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    Die meisten "deutschen" Störche leben in Brandenburg. Wenn es ums Überwintern geht, findet man die Vögel aber vor allem im Südwesten Deutschlands - also Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz bis etwa Hessen.

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    Dieses Verhalten ist aber nicht angeboren, sondern erlernt. Grund dafür: Programme zur Wiederansiedelung in der Schweiz, dem Elsass und Baden-Württemberg. In den 1990ern wurden die dort aufgezogenen Störche erst freigelassen, wenn sie geschlechtsreif waren - also mit 2 Jahren.

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    Anstatt mit den anderen in den Süden zu fliegen, erlernten diese Jungstörche zu überwintern. Nach ihrer Freilassung zogen manche in andere Bundesländer und animierten dort auch "wilde Störche", zu bleiben.

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    Es gibt sogar einen Anfangsverdacht, dass sich das Überwintern vererbt. In Baden-Württemberg zum Beispiel sind viele bleibende Störche die Nachfahren von überwinternden Tieren. In Zukunft könnten also noch mehr Störche in Deutschland überwintern.

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    Übrigens: Wird es den Störchen doch mal zu kalt, treten sie spontan die "Winterflucht" in mildere Gebiete an - und kommen dann frühzeitig Ende Januar oder Mitte Februar zurück.

Ab in den Süden - die Flugrouten der Störche

Die Zugrouten der Weissstörche

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Die erstaunlichsten Fakten über Störche?

Für Storch-Expertin Oda Wieding gibt es da unzählige - zum Beispiel:

👀 "Störche sehen für uns Menschen alle gleich aus, aber die Vögel können einzelne Menschen und sogar Autos auseinander halten."

🌍 "Während unsere Sinne immer mehr abstumpfen, orientieren sich die Störche auf ihren Reisen am Magnetfeld der Erde."

Warum sagt man eigentlich Klapperstorch?

Zur Begrüßung im Nest, beim Balztanz oder zur Einschüchterung von Rivalen klappern Störche mit ihrem Schnabel. Das brachte ihnen den Namen "Klapperstorch" ein.

Sagen und Legenden über Störche

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    Der Storch bringt die Babies - lange erzählten Eltern ihren Kindern diese Geschichte. Aber wieso? Im Mittelalter glaubte man, im Wasser lebten die Seelen der ungeborenen Kinder - und Frösche seien Fruchtbarkeits-Boten.

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    Störche leben in Wasser-Nähe und fangen dort auch Frösche. Sie legen weite Strecken zurück und sind theoretisch groß genug, um Babies zu transportieren - der Mythos war geboren.

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    Früher hieften die Bauern Wagenräder auf ihr Hausdach - als Nisthilfe für Störche. Kamen sie aus dem Süden zurück, bliesen die Bauern ins Horn.

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    Störche galten als Frühlingsboten - der Winter war vorbei. Außerdem schätzten die Bauern sie als gute Mäusefänger.

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    Diese positiven Eigenschaften machten den Storch schließlich zum Glückssymbol. Im alten Rom gab es sogar das "Storchengesetz": So wie es die Jungvögel tun, sollten sich auch die jungen Römer liebevoll um ihre altersschwachen Eltern kümmern.

Kennst du auch den Schwarzstorch?

Schwarzstorch im Fluss


Der Schwarzstorch ist der scheue Verwandte des Weißstorchs.
© Getty Images

Der Schwarzstorch ist in Deutschland sehr selten und die Tiere sind scheu. Die Art wurde früher stark bejagt. In manchen Bundesländern wie zum Beispiel Bayern galt der Schwarzstorch sogar schon als ausgestorben. In den vergangenen Jahren kehrten aber immer mehr der Vögel zurück.

Wie gut kennst du dich mit einheimischen Vogel-Arten aus?

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Veröffentlicht: 27.01.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau