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Kind hält Seegurke im Meer

Seegurken: Wurstig, skurril und von der Mafia gejagt

Zugegeben, besonders edel sehen Seegurken nicht aus. Warum die japanische Mafia trotzdem mit ihnen handelt, erfährst du hier. Zudem verraten wir dir, wie man die Tiere isst - und was sie so alles draufhaben.
Seegurken: Wurstig, skurril und von der Mafia gejagt
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Das Wichtigste zum Thema Seegurken

  • Seegurken tummeln sich in allen Welt-Meeren. Mit rund 1.700 Arten sind sie die formen-reichste Gruppe unter den Stachelhäutern. Sie sind keine Pflanzen, sondern Tiere.

  • Die engen Verwandten der Seesterne und -igel besiedeln felsig-sandige Untergründe, Korallen-Riffe und Lagunen. In der Tiefsee machen Seegurken etwa 90 Prozent der bodennahen Bio-Masse aus.

  • Ihren Namen verdanken die Gewebe-Tiere ihrem gurken-artigen Körper, der kein Skelett, sondern lediglich Sklerite (Hartteile) besitzt. Ebenso gängig ist die Bezeichnung "Seewalze".

  • Nicht alle Seegurken sind grün. Es gibt auch schwarze, braune, gelbliche und pinkfarbene Exemplare.

  • Von XS bis XL: Die kleinsten Exemplare messen etwa 1 Millimeter, die größten bis zu 3 Meter.

  • Die Lebenserwartung der Holothuroidea liegt zwischen 5 und 10 Jahren. Zu ihren natürlichen Feinden gehören Raubfische, Krebse und Muscheln.

  • Auch in der Nordsee und Ostsee kommen die "Wasser-Würste" vor. Gesichtet wurden unter anderem die Schuppen-Seegurke, die Schwarze Seegurke und die Buschtentakel-Seewalze.

Seegurken: Gejagt von der japanischen Mafia

Die japanische Mafia ist neuerdings auch in der Unterwasser-Welt tätig: Die Yakuza holt ohne Bewilligung Seegurken aus dem Meer, um sie auf dem asiatischen Markt zu verkaufen - für bis zu 3.000 Euro pro Kilo. Mit dem tierisch illegalen Handel sollen die Clans beinahe so viel Geld verdienen wie mit Amphetaminen.

Seegurken fangen


Guter Fang: Seegurken gelten als Delikatesse.
© Getty Images

Der Hintergrund: In Japan und anderen Ländern Asiens gilt die Seegurke als Delikatesse. In China werden daraus nicht nur Gerichte gemacht, sondern auch Heilmittel für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Weil jedoch zahlreiche Gewässer dort überfischt sind, wurden die "Wasser-Würste" zu einem wertvollen Gut. In den 1980er-Jahren lag der Kilo-Preis bei etwa 80 Euro, mittlerweile hat er sich fast vervierzigfacht.

Die Jagd auf Seegurken dezimiert die Bestände stark, einige Arten sind vom Aussterben bedroht. Entsprechend hoch fallen die Strafen aus, wenn gewildert wird. 2017 musste Ken`ichi Shinoda, der Chef der größten Yakuza Gruppe ("Yamaguchi-Gumi") rund 770.000 Euro zahlen. Es ging um 60 Tonnen Seegurken im Wert von 1,5 Millionen Euro.

Wie schmecken eigentlich Seegurken? Und wie isst man sie?

Seegurken schmecken eher neutral, nehmen aber die Aromen weiterer Zutaten wie Gemüse, Chili oder Soja-Soße an. Nach dem Kochen ähnelt ihre Konsistenz der von Krebsfleisch.

Ein typisches asiatisches Wok-Gericht mit Seegurke ist "Jia Chang Hei Shen". Die getrocknete, gedämpfte und geräucherte Seegurke wird "Trepang" genannt - und für die gleichnamige Suppe verwendet.

Auch pur kann man die Delikatesse genießen: hauchdünn geschnitten und frittiert - oder gesalzen und geräuchert.

Trepang getrockenete Seegurke


Die Delikatessen sehen fast aus wie Schoko-Igel - sind aber Seegurken.
© Getty Images

Gebratene Seegurke: So bereitet man sie in China zu

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Tierisch interessant! Das Leben der Seegurken

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    Die meisten Seegurken ernähren sich von Sedimenten, die sie über ihre Mund-Öffnung einsaugen (nicht-organische Bestandteile werden ausgeschieden). Andere Arten fischen mit ihrem Tentakel-Kranz am Vorderende Plankton aus dem Wasser.

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    Stachelige Seegurken nutzen ihre "Werkzeuge" vielseitig: Die Spitzen ihrer Stacheln dienen zum Graben, Fixieren am Meeresboden und zum Schutz vor Fressfeinden.

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    Seegurken bewegen sich unvermutet flott durchs Wasser, indem sie sich wie ein Ballon aufblasen und auf Meeres-Strömungen "reiten". So legen sie bis zu 90 Kilometer am Tag zurück.

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    Achtung! Einige Seegurken haben in ihrer Leibeshöhle sogenannte Cuviersche Schläuche, die sie bei Gefahr herausschleudern können. Die klebrigen Fäden verwirren einen Angreifer nicht nur, sie können ihn auch lähmen.

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    Sex? Nö. Weibchen und Männchen geben Eizellen beziehungsweise Spermien direkt ins Meerwasser ab, so dass es zu einer externen Befruchtung kommt. Viele Seegurken jedoch können sich auch durch Teilung vermehren.

Veröffentlicht: 20.11.2021 / Autor: Heike Predikant