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Schnabeltier

Schnabeltier: Steckbrief und Besonderheiten des eierlegenden Säugetiers

Schnabeltiere leben seit Millionen Jahren in Australien und Tasmanien. Du erkennst die putzigen Säugetiere am Biber-Schwanz und Enten-Schnabel. Wusstest du, dass sie giftig sind? Im Video: Darum ist Australien das giftigste Land der Welt.
Schnabeltier: Steckbrief und Besonderheiten des eierlegenden Säugetiers
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Schnabeltier: Die wichtigsten Fakten

  • Schnabeltiere gibt es im Osten Australiens und in Tasmanien. Lange wurden sie wegen ihres dichten Felles gejagt. Heute ist die Zerstörung ihres Lebensraums ein großes Problem. Nur noch 50.000 Tiere gibt es laut Weltnaturschutzunion (IUCN).

  • Schnabeltiere verbringen die meiste Zeit in Bächen, Flüssen und Seen. Ansonsten ziehen sie sich in ihren Erdbau direkt am Ufer zurück.

  • Die Bauten am Ufer sind verzweigt und können bis zu 18 Meter lang sein, die Eingänge sind gut unter Pflanzen versteckt.

  • Schnabeltiere sind Fleischfresser. Sie lieben Krabben, Schnecken, Krebse, kleine Fische, Würmer und Insektenlarven.

  • In der Natur stehen Schnabeltiere auf dem Speiseplan von Greifvögeln, Waranen, Pythons, Dorschen, Krokodilen und Füchsen.

  • Schnabeltiere sind nachtaktive Einzelgänger: Nur in der Nacht und Dämmerung sind die mysteriösen Tiere unterwegs - und das immer allein. Lediglich zur Paarung kommen sie sich näher.

Steckbrief zum Schnabeltier

  • Systematik: Das Schnabeltier mit dem wissenschaftlichen Namen "Ornithorhynchus anatinus" gehört zur Klasse der Säugetiere, zur Ordnung der Kloakentiere und zur Familie der Schnabeltiere. 
  • Verbreitung und Lebensraum: Schnabeltiere leben in Ost-Australien und Tasmanien, bevorzugt in Flüssen und Seen und an Ufern. 
  • Größe und Gewicht: Die Tiere werden bis zu 60 Zentimeter groß und 2,4 Kilogramm schwer. 
  • Lebensdauer: Die Lebenserwartung beträgt 5 bis 20 Jahre.
  • Nahrung: Schnabeltiere sind Fleischfresser und ernähren sich von Insekten, Schnecken, Würmern, kleinen Fischen und Krebsen.
  • Feinde: Die natürlichen Feinde der Schnabeltiere sind Füchse, Schlangen, Greifvögel und Krokodile.
  • Fortbewegung: Das Schnabeltier lebt hauptsächlich im Wasser und bewegt sich dort mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 Kilometern pro Stunde fort.

Schnabeltiere: Merkmale und Besonderheiten

  • Schnabeltiere, auch Platypus genannt, erinnern etwas an einen Biber mit Enten-Schnabel.
  • Sie besitzen Paddelfüße mit Krallen, die an die eines Bären erinnern.
  • Die Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane münden bei Schnabeltieren in eine Öffnung: die "Kloake". Sie gehören daher zu den Kloakentieren, von denen es 5 Arten gibt: das Schnabeltier und 4 Ameisenigel-Arten, nicht zu verwechseln mit dem Ameisenbären.
  • Die mysteriösen Tierchen sahen schon vor 100.000 Jahren genauso aus. Daher bezeichnet man Schnabeltiere auch als "lebendes Fossil".
  • Schnabeltiere gab es schon zu Zeiten der Dinosaurier vor rund 165 Millionen Jahren.

Schnabeltiere sind Säugetiere

🍼 Ihre Besonderheit: Sie sind eierlegende Säugetiere. Die Kleinen schlüpfen also aus Eiern und trinken dann Muttermilch.

🐾 Das Schnabeltier gilt als rezentes Brückentier zwischen Kriechtieren und Säugern, nicht zu verwechseln mit einem Hybrid Tier, was aus der Kreuzung verschiedener Gattungen, Arten oder Unterarten entsteht.

🐊 Beim Schnabeltier werden Reptilien-Merkmale, wie die Kloake oder die Tatsache, dass sie wechselwarm sind und Eier legen, mit Säugetier-Merkmalen wie Milchdrüsen und Haarkleid vereint.

🐦 Es wird immer skurriler: Ihrem Erbgut zufolge sind Schnabeltiere sowohl Säugetiere als auch Reptilien und Vögel.

 

Beutefang mit geschlossenen Augen

Unter Wasser schließen Schnabeltiere Augen und Ohren. Ihre Beute - egal ob sie schwimmt, sich im Schlamm versteckt oder unter Steinen - spüren sie mithilfe ihres Schnabels auf.

Wie eine Antenne nimmt der über Rezeptoren elektrische Signale anderer Tiere wahr. Sie entstehen, wenn die Beute-Tiere ihre Muskeln anspannen.

Zudem sitzen auf dem Schnabel etliche Tastkörperchen, die Wellen-Bewegungen im Wasser aufspüren.

Ihre Beute packen sie in die Backen-Taschen. Erst nach dem Auftauchen geht es dann ans Fressen.

Schnabeltiere haben keine Zähne. Sie zermahlen die Nahrung mithilfe von Horn-Platten.

Schnabeltier beim Beutefang


Würmer gehören zur Leibspeise der Schnabeltiere.
© Getty Images

Schnabeltiere leuchten grün-blau

  • Unter ultraviolettem Licht erstrahlt das Fell der Schnabeltiere in Blau oder Grün. Es fluoresziert.

  • Und so funktioniert das: Trifft kurzwelliges, energiereiches Licht auf bestimmte Zellen der Tiere, werden diese angeregt und geben Energie in Form von Licht ab.

  • 💡

    Biofluoreszenz kommt bei verschiedenen Tieren vor - etwa bei Quallen, Fischen, Korallen, Amphibien oder Reptilien. Säugetiere fluoreszieren selten. Bekannt ist dies sonst nur bei Gleithörnchen und Opossums.

  • 🐙

    Einmal im Jahr strahlt es im Meer vor Japans Westküste. Der Grund: blau leuchtende Tintenfische. Wir erklären dir, wie und warum die Tiere das machen.

Ein Blick ins Leben der Schnabeltiere

Schnabeltier
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Schnabeltier
Schnabeltier-Bau
Schnabeltier
Schnabeltier-Flossen
Schnabeltier

Schnabeltier-Baby: Fortpflanzung von Schnabeltieren

  • 👶

    Normalerweise gebären Säugetiere ihre Jungen lebendig, anders beim Schnabeltier.

  • 🥚

    Die Weibchen legen 2 bis 3 weiche, weiße Eier, die sie 10 Tage lang bebrüten.

  • 🙈

    Die 2,5 Zentimeter großen Babys schlüpfen nackt und blind.

  • 🍼

    Die Kleinen lecken dann die nahrhafte Muttermilch vom Bauch der Mutter ab. Hier befinden sich viele winzige Milchdrüsen. Zitzen gibt es keine.

Schnabeltier-Junge

Schnabeltier-Junge sind beim Schlüpfen nur so groß wie der kleine Finger. Diese beiden hier sind schon gut gewachsen.

Sind Schnabeltiere giftig?

  • 🚨

    Männliche Schnabeltiere besitzen einen 15 Millimeter langen Giftsporn an den Hinterbeinen.

  • 💜

    Das Gift wird allerdings nur während der Paarungszeit produziert. Den Sporn nutzen die Männchen vermutlich beim Kampf um Weibchen.

  • 🕷

    Anders als bei der Schwarzen Witwe, deren Gift für den Menschen tödlich sein kann.

  • 😳

    Das Gift ist für Menschen nicht tödlich, verursacht aber extreme Schmerzen, die Monate andauern können und selbst mit starken Schmerzmitteln kaum zu mildern sind.

  • 🐕

    Hunde sollen durch das Gift schon gestorben sein.

Schnabeltier mit Giftstachel

So sieht der Giftsporn am Hinterbein eines Schnabeltier-Männchens aus.

Ein Schnabeltier als Haustier halten?

🚫 Schnabeltiere sind zwar sehr niedlich, aber ihre Haltung sehr schwierig, deshalb darfst du es nicht als Haustier halten. Selbst Tiergärten brauchen eine Sondergenehmigung, und viele der in Gefangenschaft lebenden Tiere sind frühzeitig verstorben.

⏳ Lange Zeit waren wenige Informationen über die Tiere verfügbar und es wurde ihnen kaum Beachtung geschenkt. Die notwendigen Erkenntnisse für eine artgerechte und erfolgreiche Haltung der Schnabeltiere wurden erst in jüngerer Zeit gewonnen, und erst ab 1998 gelang es des Öfteren, Tiere in Gefangenschaft zu züchten.

💧 Nur wenig Einrichtungen haben heute die Sondergenehmigung zur Haltung von Schnabeltieren. Sie brauchen extrem sauberes Wasser und vertilgen große Mengen an Futter, was hohe Kosten verursacht. Spezielle Anlagen für Schnabeltiere werden gegen elektrische Wellen isoliert und gewähren den Besucher:innen Einblick in das Leben der Schnabeltiere unter Wasser.

🌏 Lebende Tiere dürfen nicht aus Australien exportiert werden, sodass du nirgendwo außerhalb Australiens und Tasmaniens die Gelegenheit hast, ein echtes Schnabeltier zu sehen. Vor langer Zeit hat ein Schnabeltier über 10 Jahre im Zoological Park New York gelebt, in Europa wurden in Zoos in Rotterdam und Leipzig Schnabeltiere gehalten.

🧸 Als Kuscheltier hingegen ist das Schnabeltier weit verbreitet: Perry, das Schnabeltier, ist das Haustier von Phineas und Ferb aus der gleichnamigen amerikanischen Zeichentrickserie.

Ebenfalls ein Australier: Patrick, der Riesenwombat

Ebenfalls ein Australier: Patrick, der Riesenwombat

Patrick ist der wohl bekannteste Wombat Australiens. Das Beuteltier überragt seine Artgenossen um gut 20 Zentimeter und zählt zudem zu den ältesten Wombats.

Die häufigsten Fragen zum Schnabeltier klären wir hier

  • ⁉️

    Wo leben Schnabeltiere?

    Schnabeltiere leben im Osten Australiens und in Tasmanien. Dort verbringen sie die meiste Zeit in Bächen, Flüssen und Seen. Ansonsten ziehen sie sich in ihren Erd-Bau direkt am Ufer zurück.

  • ⁉️

    Wieso ist das Schnabeltier ein Säugetier?

    Schnabeltiere sind eierlegende Säugetiere, da ihre Babys aus Eiern schlüpfen und dann Muttermilch trinken.

  • ⁉️

    Sind Schnabeltiere giftig?

    Männliche Schnabeltiere besitzen einen 15 Millimeter langen Giftsporn an ihren Hinterbeinen. Das Gift ist für Menschen allerdings nicht tödlich. Dennoch verursacht es extreme Schmerzen, die Monate andauern können - und Hunde sollen durch das Gift schon gestorben sein.

  • ⁉️

    Wie pflanzen sich Schnabeltiere fort?

    Die Weibchen legen 2 bis 3 weiche, weiße Eier, die sie 10 Tage lang bebrüten. Wenn ihre 2,5 Zentimeter großen Babys schlüpfen, sind sie nackt und blind. Am Bauch der Mutter befinden sich viele winzige Milchdrüsen, aus der die Kleinen die nahrhafte Muttermilch trinken.

Veröffentlicht: 07.12.2021 / Autorin: Larissa Melville