Schnabeltier

Schnabeltiere: Das verrückte Leben der eierlegenden Säugetiere

Biber-Schwanz, Enten-Schnabel, Otter-Fell, Bären-Krallen = Schnabeltier. Ihr Fell kann sogar grün-blau leuchten, sie besitzen einen Giftsporn und legen Eier. Mehr spannende Fakten zu den mysteriösen Tieren gibt es hier.

Schnabeltiere: Das Wichtigste zum Thema

  • Schnabeltiere, auch Platypus genannt, erinnern etwas an einen Biber mit Enten-Schnabel. Ihre Besonderheit: Es sind eierlegende Säugetiere. Die Kleinen schlüpfen also aus Eiern und trinken dann Muttermilch.

  • Schnabeltiere gibt es im Osten Australiens und in Tasmanien. Lange wurden sie wegen ihres dichten Felles gejagt. Heute ist die Zerstörung ihres Lebensraums ein großes Problem.

  • Die mit Schwanz bis zu 55 Zentimeter großen Tiere verbringen die meiste Zeit in Bächen, Flüssen und Seen. Ansonsten ziehen sie sich in ihren Erdbau direkt am Ufer zurück.

  • Nur in der Nacht und Dämmerung sind die mysteriösen Tiere unterwegs - und das immer allein. Lediglich zur Paarung kommen sie sich näher.

  • Schnabeltiere sind Fleischfresser. Sie lieben Krabben, Schnecken, Krebse, kleine Fische, Würmer und Insektenlarven - und stehen selbst auf dem Speiseplan von Greifvögeln, Waranen, Pythons, Dorschen, Krokodilen und Füchsen.

  • Respekt! Schnabeltiere gab es schon zu Zeiten der Dinosaurier vor rund 165 Millionen Jahren.

Ein Blick ins Leben der Schnabeltiere

Wenn ein Schnabeltier-Baby aus dem Ei schlüpft

  • 👶

    Normalerweise gebären Säugetiere ihre Jungen lebendig, anders beim Schnabeltier.

  • 🥚

    Die Weibchen legen 2 bis 3 weiche, weiße Eier, die sie 10 Tage lang bebrüten.

  • 🙈

    Die 2,5 Zentimeter großen Babys schlüpfen nackt und blind.

  • 🍼

    Die Kleinen lecken dann die nahrhafte Muttermilch vom Bauch der Mutter ab. Hier befinden sich viele winzige Milchdrüsen. Zitzen gibt es keine.

Schnabeltier-Junge sind beim Schlüpfen nur so groß wie der kleine Finger. Diese beiden hier sind schon gut gewachsen.

Beutefang mit geschlossenen Augen

Unter Wasser schließen Schnabeltiere Augen und Ohren. Ihre Beute - egal ob sie schwimmt, sich im Schlamm versteckt oder unter Steinen - spüren sie mithilfe ihres Schnabels auf.

Wie eine Antenne nimmt der über Rezeptoren elektrische Signale anderer Tiere wahr. Sie entstehen, wenn die Beute-Tiere ihre Muskeln anspannen.

Zudem sitzen auf dem Schnabel etliche Tastkörperchen, die Wellen-Bewegungen im Wasser aufspüren.

Ihre Beute packen sie in die Backen-Taschen. Erst nach dem Auftauchen geht es dann ans Fressen.

Schnabeltiere haben keine Zähne. Sie zermahlen die Nahrung mithilfe von Horn-Platten.

Schnabeltier beim Beutefang


Würmer gehören zur Leibspeise der Schnabeltiere.
© Getty Images

Australien: Der giftigste Kontinent

In Australiens Gewässer und Landstrichen tummeln sich jede Menge giftige Tiere: Todesotter, Rotrückenspinne, Riesenameisen, Würfelquallen, Blauringkrake, Kegelschnecke und das Schnabeltier. Doch schau dir die Tiere selbst im Clip an.

Es gibt nur wenige giftige Säugetiere. Eins davon: das Schnabeltier-Männchen

  • 🚨

    Männliche Schnabeltiere besitzen einen 15 Millimeter langen Giftsporn an den Hinterbeinen.

  • 💜

    Das Gift wird allerdings nur während der Paarungszeit produziert. Den Sporn nutzen die Männchen vermutlich beim Kampf um Weibchen.

  • 😳

    Das Gift ist für Menschen nicht tödlich, verursacht aber extreme Schmerzen, die Monate andauern können und selbst mit starken Schmerzmitteln kaum zu mildern sind.

  • 🐕

    Hunde sollen durch das Gift schon gestorben sein.

So sieht der Giftsporn am Hinterbein eines Schnabeltier-Männchens aus.

Schnabeltiere leuchten grün-blau

  • Unter ultraviolettem Licht erstrahlt das Fell der Schnabeltiere in Blau oder Grün. Es fluoresziert.

  • Und so funktioniert das: Trifft kurzwelliges, energiereiches Licht auf bestimmte Zellen der Tiere, werden diese angeregt und geben Energie in Form von Licht ab.

  • 💡

    Biofluoreszenz kommt bei verschiedenen Tieren vor - etwa bei Quallen, Fischen, Korallen, Amphibien oder Reptilien. Säugetiere fluoreszieren selten. Bekannt ist dies sonst nur bei Gleithörnchen und Opossums.

Kloaketiere - eine Öffnung für alles

Die Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane münden bei Schnabeltieren in eine Öffnung: die "Kloake". Sie gehören daher zu den Kloaketieren.

Ameisenigel

© picture alliance

Ebenfalls ein Australier: Patrick, der Riesenwombat

Patrick ist der wohl bekannteste Wombat Australiens. Das Beuteltier überragt seine Artgenossen um gut 20 Zentimeter und zählt zudem zu den ältesten Wombats.

Veröffentlicht: 12.12.2020 / Autor: Larissa Melville