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Motten erkennen und bekämpfen: Was hilft gegen den Befall?

Du hast Motten in der Küche oder im Kleiderschrank? Wir sagen dir, wie du Lebensmittelmotten und Kleidermotten erkennst, sie loswirst und einem Mottenbefall vorbeugst. Im Clip: Tipps gegen Motten, Silberfische, Stuben- und Fruchtfliegen.
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Motten: Die wichtigsten Fakten

  • Motten zählen zur Ordnung der Schmetterlinge. Im Gegensatz zu ihren tagaktiven Verwandten sind Motten nachtaktiv. Umgangssprachlich werden sie oft Nachtfalter genannt. Weltweit gibt es zehntausende verschiedene Mottenarten.

  • Allein die Familie der Echten Motten besteht aus über 2.000 Arten - inklusive der Kleidermotte, Pelzmotte und Tapetenmotte.

  • Die Lebensmittelmotten gehören zur Familie der Zünsler, die über 6.000 Arten umfasst - darunter die Mehlmotte und die Dörrobstmotte (auch als Vorratsmotte, Kornmotte oder Hausmotte bekannt).

  • Die Lebensdauer der vollentwickelten Kleider- und Lebensmittelmotten ist mit 1 bis 2 Wochen recht kurz. Die Falter schlüpfen aus dem Kokon, paaren sich, die Weibchen legen je nach Art zwischen 100 und 300 Eier ab und sterben dann. Pro Jahr wachsen 2 bis 4 neue Generationen heran. In beheizten Wohnungen vermehren sich die Falter das ganze Jahr über.

  • Das Problem sind die Mottenlarven, also die Raupen: Die sind hungrig und fressen sich durch Lebensmittel oder Kleidung. Ihre Entwicklung dauert zwischen 40 Tagen und mehreren Monaten.

  • Fast jede:r hat irgendwann einmal Motten in der Wohnung, entweder im Küchen- oder Kleiderschrank. Meist gelangen ihre Eier unbemerkt über Lebensmittel oder Textilien ins Haus. Nur selten fliegen sie von draußen rein. Wie du Motten erkennst und loswirst, erfährst du jetzt.

Kleidermotten erkennen: Anzeichen und Verstecke

Kleidermotten haben in der Natur eine nützliche Funktion: Als Aasfresser verwerten sie abgestorbenes Fell. Denn: Mottenlarven stehen auf Keratin, und das steckt in Tierhaaren. Die Motten benötigen Keratin zum Wachsen, aber auch für den Bau ihres Kokons.

Kleidung aus Wolle, Daunen, Seide, Pelz oder Leder sowie Teppiche aus Naturfasern sind also ein gefundenes Fressen - hier legen die Falter auch am liebsten ihre winzigen Eier ab. Auch Schweißrückstände und Menschenhaare auf den Klamotten locken Textilmotten an.

Motten erkennen ist gar nicht so einfach: Die ersten Anzeichen für einen Kleidermotten-Befall sind viele kleine Löcher in der Kleidung oder im Teppich. Auf Kleidung, die länger nicht getragen wurde, finden sich oftmals auch sogenannte Mottengespinste. Das sind zarte, weiße Fäden oder Kokon-Reste, die die Larven hinterlassen. Ein weiteres eindeutiges Indiz: Motten fliegen beim Öffnen des Kleiderschranks heraus.

Kleidermotte: So sieht sie aus

Kleidermotte

Kleidermotten werden 6 bis 9 Millimeter groß. Ihre Flügel sind hellgelb bis dunkelbraun und glänzen im Licht.

Motten bekämpfen: So wirst du Kleidermotten wieder los

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    Suche das Kleidermotten-Nest: Welche Zimmer sind betroffen? Häufig fängt der Mottenbefall im Schlafzimmer oder Kinderzimmer an - dort stehen in den meisten Haushalten die Kleiderschränke. Suche gründlich nach Löchern in der Kleidung und den kleinen Gespinsten.

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    Wenn du das Nest entdeckt hast, solltest du alle Türen geschlossen halten. So gibst du der Textilmotte keine Chance, sich auszubreiten. Lüfte nur noch kurz per Durchzug. Lasse ab sofort keine Kleidungsstücke mehr herumliegen - auch nicht für eine Nacht.

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    Alles muss raus! Kleidermotten-Eier, -Larven und -Gespinste findest du vor allem auf Textilien und Kleidern aus tierischen Fasern. Entferne die betroffene Kleidung in einem luftdichten Plastikbeutel. Übrigens: Motteneier zu erkennen ist schwierig, da sie weiß und winzig klein sind.

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    Jetzt heißt es Motten abtöten - mit Hitze und Kälte: Alles, was du noch retten kannst, gehört in die Waschmaschine (so heiß wie möglich waschen). Danach tötet das Tiefkühlfach (oder im Winter der Balkon) die restlichen Eier und Larven ab. Lege die Kleidung mindestens 3 Tage in die Kälte.

  • Räume alle Kleiderschränke leer und sauge sie aus, insbesondere die Ritzen. Verpacke den Staubsauger-Beutel anschließend luftdicht und entsorge ihn. Putze die Schränke möglichst mit Essigreiniger.

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    Wenn du Kleidungsstücke im Keller oder auf dem Dachboden lagerst, haben Kleidermotten ein leichtes Spiel. Wickle die Kleidung in Zeitungspapier - Druckerschwärze mögen die Motten gar nicht!

  • Im Handel gibt es viele wirksame chemische Anti-Mottenmittel. Aber Vorsicht: Oft sind darin Substanzen enthalten, die gesundheitsschädlich wirken können - und das nicht nur bei der Motte!

Lebensmittelmotten: Motten in der Küche

In der Küche treiben Lebensmittelmotten (Mehlmotten und Dörobstmotten) ihr Unwesen. Das Problem sind dabei nicht die ausgewachsenen Motten, sondern die Larven.

Die Mottenlarven lieben Müsli, Mehl, Nudeln, andere Getreideprodukte, Studentenfutter, Nüsse, Schokolade, Kakao und Hülsenfrüchte. Durch dünnes Plastik oder Pappe fressen sich die Larven einfach durch.

Auch in der Küche ist es gar nicht so einfach, Motten zu erkennen: Anzeichen eines Mottenbefalls sind Löcher in Verpackungen sowie Klumpen und Fäden im Mehl und Brösel in Nüssen und Müsli.

Die Larven sind im Mehl und Müsli so gut versteckt, dass man den Befall oft erst bemerkt, wenn sie zum Falter werden. Dann fliegen sie herum und suchen den perfekten Platz zur Eiablage: trockene Lebensmittel wie Mehl oder Nudeln. Die ausgewachsenen Motten trifft man häufig vom Früh- bis Spätsommer an.

Lebensmittelmotten mögen es lieber etwas wärmer und fühlen sich in beheizten Räumen bei 24 bis 30 Grad am wohlsten. Grund für den Befall sind meist Eier oder Larven an Lebensmitteln oder Verpackungen. Selten fliegen die Motten durchs offene Fenster herein.

Lebensmittelmotte: So sieht sie aus

Lebensmittelmotte

Dörrobstmotten werden 8 bis 10 Millimeter groß. Ihre Vorderflügel sind rötlich und die Hinterflügel hellgrau. Mehlmotten sind silbriggrau und zwischen 11 und 14 Millimetern groß. Die Larven sind gelblich-weiß, rötlich oder grünlich und erreichen eine Größe von rund 16 Millimetern. Bei Mehlmottenlarven ist der Kopf dunkelbraun.

Sind Lebensmittelmotten gefährlich?

Laut Umweltbundesamt sind Lebensmittelmotten zwar keine Krankheitsüberträger, ganz ungefährlich sind sie für den Menschen aber nicht.

Die Ausscheidungen der Lebensmittelmotten fördern das Wachstum von Schimmel oder Bakterien in den betroffenen Lebensmitteln. Dadurch kann der Verzehr von Lebensmitteln, die durch Kot, Hautreste und Spinnfäden verunreinigt wurden, zu Allergien, Haut- oder Magen-Darm-Erkrankungen führen.

Lebensmittelmotten bekämpfen: So geht's

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    Das Mottennest suchen: Das Versteck der Lebensmittelmotten findest du bei ihrer Nahrungsquelle in der Speisekammer oder in den Küchenschränken - und eher dort, wo es wärmer ist. Einen Befall erkennst du an Löchern in Verpackungen sowie Klümpchen und Bröseln in Lebensmitteln.

  • Das Nest entfernen: Suche vor allem in Vorratsbehältern, Ritzen, Löchern, in dunklen Ecken, hinter Schubladen und Schränken - diese Orte lieben Lebensmittelmotten. Entferne die Larven und Falter am besten mit dem Staubsauger auf und entsorge den Beutel luftdicht verpackt.

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    Alle befallenen Lebensmittel solltest du wegwerfen. Schmeiß auch schlecht verschlossene, angebrochene Packungen weg und untersuche verschlossene Packungen auf Löcher, da sich die Larven durch dünnes Plastik fressen können. Alle nicht verunreinigten Vorräte packst du am besten um. Geeignet sind luftdichte Vorratsbehälter aus Glas, Keramik, Edelstahl oder hartem Kunststoff.

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    Nun heißt es Putzen: Die Schränke solltest du mit einem Essigreiniger gründlich auswischen - bestenfalls auch Bereiche hinter und unter den Küchenschränken.

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    Heiße Luft zerstört Motteneier und Larven. Richte einen Föhn in alle Ritzen.

  • Auch bei Lebensmittelmotten gilt: Chemische Mottenmittel können gesundheitsschädlich wirken. Es gibt aber auch biologische Alternativen.

Hausmittel gegen Motten

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    Während Menschen den Duft von Lavendel als sehr angenehm empfinden, können Kleidermotten ihn nicht leiden. Als Öl auf ein Stoffsäckchen geträufelt in deinen Schrank gehängt, hält es die Falter fern.

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    Zedernholz und Nelken stoßen Motten mit ihrem speziellen Eigengeruch ab. Zedernholz kannst du in Scheiben im Drogeriemarkt kaufen und zum Beispiel als Ring um die Haken von Kleiderbügeln hängen. Nelken gibt es im Supermarkt oder im Bioladen bei den Gewürzen.

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    DIY-Falle gegen Lebensmittelmotten: Vermische 4 Teile Natron (oder Backpulver) in einer Schale mit einem Teil Mehl und stelle es in deinen Schrank. Die Motten legen hier ihre Eier ab - die frisch geschlüpften Larven überleben nicht im Natron. Backpulver hilft übrigens auch gegen Ameisen. Mehr dazu hier.

Schlupfwespen gegen Motten: So funktioniert's

Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Motte und helfen sowohl bei Lebensmittel- als auch bei Kleidermottenbefall. Mit einer Größe von gerade mal 0,4 Millimeter sind sie winzig und für Menschen ungefährlich.

Du kannst Schlupfwespen über verschiedene Anbieter im Internet kaufen. Auf kleinen Pappkärtchen kleben zwischen 1.000 und 3.000 Eier der Schlupfwespen, die per Post verschickt werden - und zwar so, dass die Schlupfwespen schlüpfen, wenn sie beim Kunden ankommen.

In Drogerien werden Schlupfwespeneier nicht verkauft, da sie gekühlt gelagert werden müssen, um ein vorzeitiges Schlüpfen zu verhindern.

So funktioniert die Anwendung:

  • Die Kärtchen werden direkt an die betroffenen Stellen ausgelegt, also im Kleider- und Vorratsschrank.
  • Die Schlupfweste macht sich auf die Suche nach Motteneiern - in jedem noch so kleinen Spalt.
  • Sobald das Ei einer Motte gefunden ist, bohrt sie es mit dem Legestachel an und legt dann ihre eigenen Eier in dem Motten-Ei ab.
  • Die Larven der Schlupfwespen fressen die Motten-Eier leer.
  • Sobald es keine Motteneier mehr gibt, sterben auch die Schlupfwespen und zerfallen schließlich zu Staub. Die Lebensdauer der Schlupfwesten beträgt nur wenige Tage bis Wochen.
  • Die erfolgreiche Mottenbekämpfung mit Schlupfwespen dauert in einem Haushalt mit Lebensmittelmotten mindestens 9 Wochen, bei Kleidermotten muss man mit 18 Wochen rechen und die Pappkärtchen mehrfach auslegen.

Motten-Klebefallen

Motten an Klebefalle

Mithilfe von Klebefallen mit Sexual-Duftstoffen (Pheromonen) aus dem Bau- oder Drogeriemarkt kannst du prüfen, wie stark der Mottenbefall bereits ist. Die Motten-Männer werden durch den Duft angelockt und bleiben kleben.

Motten vorbeugen - so geht's

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    Kontrolliere regelmäßig deine Vorratsschränke, miste sie aus und putze sie gründlich. Das Gleiche gilt für deinen Kleiderschrank.

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    Lagere nicht zu viele Lebensmittel zu Hause, sondern kaufe nur nach Bedarf.

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    Bewahre deine Lebensmittel in luftdichten Vorratsbehältern aus Glas, Keramik, Edelstahl oder hartem Kunststoff auf. Auch Kleidung ist auf dem Dachboden oder im Keller in verschlossenen Plastikboxen am besten aufgehoben - oder du wickelst sie in Zeitungspapier ein.

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    Wenn du Kleidung kaufst, achte vor allem bei gebrauchter Ware auf Gespinste und kleine Löcher.

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    Hänge Duft-Elemente mit Lavendel, Zedernholz oder Nelken in den Kleiderschrank. Solchen Mottenschutz gibt es auch fertig zu kaufen.

Fun-Facts über Motten

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    Du hast Fruchtfliegen in der Küche? Gesundheitsschädlich sind die kleinen Insekten nicht, aber lästig und etwas eklig. Wir zeigen dir, wie du ganz leicht eine Fruchtfliegenfalle selber machen kannst.

  • 🕷

    Auf unserer Seite zu den großen Hauswinkelspinnen berichtet eine Expertin, wie du sie am besten aus der Wohnung bekommst - und auf Dauer fernhältst.

Veröffentlicht: 16.06.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau