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Pflanzen kommunizieren

Guck mal, was da spricht! Wie Pflanzen und Pilze kommunizieren

"Hilfe, ich werde gefressen!" - Kaum zu glauben, aber Pflanzen, Pilze und Bäume können miteinander kommunizieren. Bäume haben dafür ein weltumspannendes Wurzelnetz, Pilze eine menschenähnliche Sprache. Hier erfährst du alles über ihre Kommunikation. Im Clip: Ein Blumentopf, der mit dir spricht.
Guck mal, was da spricht! Wie Pflanzen und Pilze kommunizieren
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Das Wichtigste zum Thema Pflanzen-Kommunikation

  • Pflanzen sind nicht passiv! Sie reagieren auf ihre Umwelt, kommunizieren miteinander und warnen sich über biochemische SOS-Rufe sogar vor gefräßigen Tieren.

  • Natürlich sprechen Bäume, Büsche und Blumen nicht über Worte. Aber: Sie können etwa Knacklaute, Düfte, Geschmäcker und elektrische Signale erzeugen und sich darüber mitteilen.

  • Das ist ja unterirdisch! Pflanzen haben unter der Erde sogar ein soziales Netzwerk aus Wurzeln aufgebaut, über das sie sich austauschen: das Wood Wide Web. Es umspannt die ganze Welt. Weiter unten erfährst du mehr darüber.

  • Für die Kommunikation spielen auch Pilze eine entscheidende Rolle. Mit ihren Fäden verbinden sie die Wurzeln der Pflanzen. Über dieses Netzwerk warnen sich Pflanzen vor Schädlingen und verteilen Nährstoffe.

  • Irgendwann ist aber Ruhe: Denn wie Forschende herausfanden, schlafen auch Bäume und Blumen nachts.

Abwehrsystem der Akazien: So warnen sich Bäume vor Gefahr

Gefräßiges Tier im Anmarsch! Genau davor warnen sich Akazien in der Savanne Afrikas gegenseitig. Knabbert etwa eine Giraffe an einem Baum, schüttet dieser das Pflanzen-Hormon Ethen (oder Ethylen) aus. Der Wind trägt das geruchlose Gas zu den benachbarten Bäumen. Diese verstehen die chemische Botschaft und wissen nun: Ein anderer Baum wird gerade angeknabbert. Sie setzen ihr Abwehrsystem in Gang und produzieren Gerbstoffe. Diese machen die Blätter bitter und für die Tiere schwer verdaulich. Tja, das ist bitter für die Giraffe - im wahrsten Sinne des Wortes.

Giraffe knabbert an einem Baum


Bittere Botschaft: Knabbert eine Giraffe an einer Akazie, sendet diese eine Warnung und die anderen Bäume produzieren Bitterstoffe in den Blättern.
© Getty Images

Die Limabohne ruft Ameisen zur Verteidigung

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    Die Limabohne ist zweisprachig unterwegs. Knabbert ein Schädling die Hülsenfrucht an, sendet sie mehrere Signale zugleich.

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    Dufte Sache! Die Pflanze warnt ihre Nachbarn über Duftstoffe, die VOC-Gemische heißen. So können sich die anderen Bohnen wappnen. Alles nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark.

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    Zugleich produziert die Limabohne bei Angriff einen süßen Nektar. Damit ruft sie ihre Bodyguards.

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    Ameisen lieben den Nektar und eilen herbei. Sie fressen dann auch gleich Schädlinge wie Milben mit auf. Und die Pflanze ist wieder sicher.

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    Lauschangriff! Auch Maispflanzen locken mit VOC-Signalen die Feinde ihrer Feinde an. Sie lauschen erst den Signalen anderer Pflanzen. Dann rufen sie über Duftstoffe nach Schlupfwespen. Die legen Eier in die Blätter und der Nachwuchs futtert dann Pflanzen-Schädlinge auf.

VOC steht für "Volatile Organic Compounds" - also flüchtige organische Verbindungen.

Wood Wide Web: Bäume besitzen ein globales Netzwerk

Pflanzen besitzen ein soziales Netzwerk - und das arbeitet im Untergrund, wortwörtlich. Denn ihre Wurzeln sind über ein Pilzgeflecht verbunden, das die gesamte Welt umspannt. Über feine Pilzfäden tauschen die Pflanzen so Informationen und Nährstoffe aus. Es ist wie das Internet des Waldes. Thorunn Helgason beschrieb bereits 1998 dieses "Wood Wide Web". Laut Studie sind darüber 90 Prozent aller Familien der Landpflanzen miteinander verbunden.

Pilzfäden Wood Wide Web


Gut vernetzt: Oben sieht man nur den Pilzkörper. Unter der Erde gibt es noch ein weit reichendes Fadengeflecht, das sich mit anderen Pflanzen verbindet.
© Getty Images

Warum Bäume atmen

Warum Bäume atmen

Eigentlich sollte dieser Baum gefällt werden, doch dann fängt er plötzlich an zu atmen. Doch wie kann das sein und was hat es damit auf sich?

Pilze haben einen großen Wortschatz

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    Pilze sollen eine Sprache haben, die der von uns Menschen ähnelt.

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    Das zumindest meint der Brite Andrew Adamatzky. Er untersuchte für eine Studie mit Elektroden die Kommunikation unterschiedlicher Pilzarten.

  • Die Pilzfäden kommunizieren über elektrische Impulse miteinander, was dem menschlichen Nervensystem sehr ähnelt. Diese Impulse lassen sich messen.

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    Der Informatiker fand heraus: Es gibt bestimmte Muster bei den Signalen, die Pilze abgeben. Sie sind etwa so lang wie unsere Wörter.

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    Pilze haben einen Wortschatz von bis zu 50 Vokabeln, meint Andrew Adamatzky. Der "wortgewandteste" Pilz sei der Gemeine Spaltblättling.

Öko-Akustik: Pflanzen geben Geräusche im Ultraschallbereich ab

Mal hören, wie es dem Wald geht! Genau das machen Forschende einer noch recht jungen Disziplin: der Öko-Akustik oder Soundscape-Ökologie. Sie erfassen den Klang einer Landschaft. Mit Mikrofonen und Audio-Rekordern verstärken sie die Geräusche der Natur und zeichnen diese auf. Knallt es beispielsweise im Stamm eines Baumes, heißt das: Der Baum hat Durst. Solche Geräusche sind im Ultraschallbereich.

Soundscape-Ecology ist ein Projekt der Uni Freiburg. Über die Geräusche in der Natur gewinnen Fachleute beispielsweise Erkenntnisse über die Artenvielfalt einer Landschaft.

 

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Talking Tree: Diese Rotbuche spricht

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    "Meine Blätter haben sich mittlerweile komplett entfaltet" - Buche Berti plappert den ganzen Tag und teilt sich auf einer Online-Plattform mit.

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    Der sprechende Baum ist ein Universitäts-Projekt. Er ist mit Mess-Sensoren ausgestattet, die das Innenleben der rund zwölf Meter hohen Rotbuche erfassen.

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    Der Name Berti steht für: Buche erklärt regionale Temperatureinflüsse in Echtzeit.

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    Das Projekt soll veranschaulichen, wie sich der Klimawandel auf Bäume auswirkt. Die Rotbuche gehört übrigens laut Waldinventur zu den häufigsten Laubbaumarten in Deutschland.

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    Berti ist nicht der einzige sprechende Baum: Zuvor gab es beispielsweise schon die twitternde Eiche von Erlangen.

Dürfen wir vorstellen: Buche Berti

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Veröffentlicht: 01.07.2022 / Autor: Alena Brandt