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Läuse

Läuse erkennen und bekämpfen: Wie du die Blutsauger vertreibst

Wetten, dass es dich gleich juckt? Läuse sind lästige Parasiten, die sich an den Haaren festklammern und von deinem Blut ernähren. Wir erklären dir, wie du Kopfläuse, Filzläuse und Kleiderläuse loswerden kannst - und ihre Nissen ebenfalls.
Läuse erkennen und bekämpfen: Wie du die Blutsauger vertreibst
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Das musst du über Läuse wissen

  • 20.000 Arten von Läusen tummeln sich weltweit. Die meisten befallen Pflanzen, viele haben es auf Tiere abgesehen. Aber sie können auch Menschen plagen.

  • Alle Läuse haben eins gemeinsam: Die kleinen Krabbeltiere sind Parasiten. Ohne einen Wirt können sie nicht überleben.

  • Auf Menschen haben es vor allem Kleider-, Filz- und Kopfläuse abgesehen. Wie Mücken, Bettwanzen und Zecken ernähren sie sich von unserem Blut. Diese Läuse befallen vorwiegend Kopf- und Schamhaare, manche auch andere Körperregionen.

  • Besonders weit verbreitet sind Läuse in den Kopfhaaren. Gefährlich sind diese zwar nicht, aber sie können für starken Juckreiz sorgen - und Ekel auslösen.

  • Wir verraten, wie du Läuse erkennst und wieder loswirst - auch mit Hausmitteln. Außerdem erklären wir dir, wie du einem Befall vorbeugst.

Was sind Läuse und wie bekommst du sie?

  • 🪲

    Läuse sind winzige Insekten ohne Flügel. Ihre Eier werden umgangssprachlich Nissen genannt. Tatsächlich sind Nissen die Hüllen der Eier.

  • 🐈

    Weltweit gibt es 16.000 Arten von Pflanzenläusen, wie etwa die Blattlaus. Dazu kommen 3.500 Tierlaus-Arten, die beispielsweise Hunde, Katzen oder Schweine befallen. Zu den echten Tierläusen gehören auch Menschen-Läuse.

  • Alle Tier- und Menschen-Läuse leben als Ektoparasiten außen auf den Körpern ihrer Opfer. Ohne ihre Wirte können sie nicht lange existieren. Eine Kopflaus auf einem Kamm beispielsweise stirbt nach wenigen Stunden.

  • 🩸

    Menschen-Läuse wie Filz-, Kopf- und Kleiderläuse durchstechen mehrmals pro Tag die Haut. Mit ihren Rüsseln saugen sie dann Blut.

  • 🧒

    Läuse können weder springen noch fliegen - nur schnell krabbeln. Übertragen werden sie bei engem Körperkontakt, etwa wenn Kinder die Köpfe zusammenstecken. Kleiderläuse werden vor allem über Textilien weitergegeben.

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Kopfläuse, Filzläuse und Kleiderläuse: Wie unterscheiden sich die Insekten?

  • Kopfläuse sind zwei bis drei Millimeter lang – also ungefähr so groß wie Sesamkörner. Wie alle Läuse haben sie einen Chitin-Panzer und drei Beinpaare. Am Ende befinden sich Haken, mit denen sie sich an Kopfhaaren festklammern. Diese Läuse befallen größtenteils Kinder.
  • Ihre grau-weißen Nissen kleben Kopfläuse an die Haaransätze – am liebsten nah an der Kopfhaut am Hinterkopf oder an den Ohren.
  • Filzläuse oder Schamläuse verstecken sich in Scham-, Brust- und Achselhaaren, aber auch an Wimpern oder in Bärten. Sie sind mit 1,5 Millimetern kleiner sowie flacher als Kopfläuse.
  • Die Filzläuse werden durch engen Körperkontakt weitergegeben, zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr. Von ihnen sind hauptsächlich Erwachsene betroffen.
  • Kleiderläuse sehen ähnlich aus wie Kopfläuse und messen etwa vier Millimeter. Sie leben in den Fasern von Kleidungsstücken, so wie Unterwäsche. Nur zum Saugen von Blut krabbeln sie auf die Haut. Weil sie überall sein können, heißen sie auch Körperläuse.

Wie Kopf-, Filz- und Kleiderläuse aussehen

Läuse Kopfläuse
Eine Kopflaus ist zwei bis drei Millimeter lang.
Filzläuse sind mit einer Länge von 1,5 Millimetern kleiner als Kopfläuse - und flacher.
Läuse Kleiderlaus
Kleiderläuse sind mit bis zu vier Millimetern die größten Menschenläuse.
Läuse Kopfläuse
Läuse Kleiderlaus

Läuse erkennen: Wie du die Plagegeister in den Kopfhaaren entdeckst

  • 🦰

    Läuse sind oft schwer zu erkennen, weil sie so winzig sind und sich verstecken. Kopfläuse haben sich im Lauf der Evolution auf unsere Haarfarben abgestimmt. Sie sind fast durchsichtig bis bräunlich.

  • 👀

    Mit bloßem Auge bemerkst du die Parasiten gerade noch so, wenn du genau hinschaust. Dann siehst du bewegliche Punkte.

  • 📏

    Leichter ist es, Nissen aufzuspüren - auch wenn diese mit 0,8 Millimetern noch winziger sind. Sie ähneln Haarschuppen, sind aber oval. Du kannst sie nicht abwaschen oder abstreifen. Dass du ein Laus-Opfer bist, bemerkst du oft nur, weil du beim Kämmen zufällig Nissen entdeckst.

  • 👂

    Außerdem kannst du Kopfläuse oft durch ein starkes Jucken der Kopfhaut feststellen. Das tritt aber meist erst nach drei bis fünf Wochen auf. Lausbisse verursachen rote Knötchen, hauptsächlich an Nacken und Schläfen sowie hinter den Ohren.

  • 🔍

    Eindeutig feststellen kannst du Läuse-Befall am Kopf mit einem Läuse-Kamm, der enge Zinken hat: Feuchte das Haar an und schäume es mit Spülung ein. Kämme Strähne für Strähne aus - von Kopfhaut bis Spitzen. Streife den Kamm nach jeder Strähne auf Küchenpapier aus und suche nach Läusen oder Nissen.

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Läuse bekämpfen: Die Insekten und ihre Eier loswerden

Hast du Läuse in den Haaren entdeckt, musst du schnell handeln. Sie vermehren sich sonst rasant - und suchen sich neue Opfer. In der Regel konzentrierst du dich auf die Nissen, denn aus ihnen können neue Läuse entstehen.

⚠ Mit Shampoo und Wasser tötest du die Insekten nicht, auch Hitze aus dem Föhn hilft nicht.

⚠ Wirksamer gegen Läuse und Nissen sind spezielle Läusemittel aus der Apotheke. Oft enthalten sie allerdings Insektizide. Nicht giftig sind Produkte mit Dimeticone. Frage sicherheitshalber bei deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin nach.

⚠ Alle Anwendungen solltest du nach acht bis zehn Tagen wiederholen - falls du Nissen übersehen hast und inzwischen neue Läuse geschlüpft sind.

⚠ Stecke außerdem Kuscheltiere und Mützen deines Kindes luftdicht verschlossen in eine Plastiktüte und lasse sie ein paar Tage darin. Wasche sicherheitshalber Handtücher und Bettwäsche bei 60 Grad.

Übrigens verpflichtet dich das Infektionsschutzgesetz, Läusebefall deiner Kinder in Schule oder Kindergarten zu melden. So können andere Eltern gewarnt und die Ausbreitung gestoppt werden.

Hausmittel gegen Läuse: Essig und Öle gegen die Krabbeltiere

Es gibt verschiedene Hausmittel gegen Läuse. Es ist allerdings nicht garantiert, dass sie wirken. Im schlimmsten Fall dauert die lästige Läuse-Plage länger. Obendrein können die Mittel auf dem Kopf deines Kindes unangenehm sein.

Hausmittel 1: Essig soll Nissen von den Haaren lösen. Mische lauwarmes Wasser im Verhältnis 1 zu 1 mit mildem Apfelessig. Massiere die Mischung ins Haar und lasse sie zehn bis 15 Minuten einwirken. Wasche danach die Haare gründlich mit Shampoo. Danach kämmst du mit einem Läusekamm jede Strähne einzeln. Aber Achtung: Essig kann Haare und Kopfhaut angreifen.

Hausmittel 2: Öle und Fette sollen bewirken, dass Läuse verkleben und ersticken. Durch den öligen Film kannst du das Haar leichter durchsuchen und auskämmen. Verwenden kannst du zum Beispiel Kokosöl oder Olivenöl. Massiere es großzügig ins Haar ein und lasse es 30 Minuten einwirken. Kämme es danach  mit einem Läuse-Kamm aus, jede Strähne einzeln. Wasche es zum Schluss mit Shampoo.

Auch diese Behandlungen solltest du wiederholen, am besten nach sieben bis zehn Tagen.

Die besten Hausmittel gegen Ungeziefer

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Egal ob Fliegen, Silberfische oder Motten - jeder möchte die lästigen Krabbeltiere möglichst schnell und effizient wieder loswerden. Darum gibt es im Internet auch jede Menge Hausmittel, die angeblich gegen die lästigen Plagegeister helfen.

Filzläuse aufspüren und bekämpfen

  • 🦵

    Der Biss einer Filzlaus führt meist zu starkem Juckreiz in den Schamhaaren. Zusätzlich kannst du Hautausschlag bekommen oder grau-blaue, linsengroße Flecken entdecken - je nach Befall in Genitalbereich, Achselhöhlen oder an Oberschenkeln.

  • 🩺

    Hast du den Verdacht, dass du Filzläuse haben könntest, gehe zu deiner Haus-Ärztin oder deinem Haus-Arzt. Sie können feststellen, ob wirklich Läuse die Übeltäter sind.

  • 🥚

    Die betroffenen Stellen wäschst du dann mit speziellen Shampoos oder Mitteln, die Tiere und Eier töten.

  • 🪒

    Du solltest vorsichtshalber die Körperpartien vollständig rasieren, damit Parasiten sich nicht mehr festhalten können. Ohne Wirt sterben sie nach spätestens einem Tag ab.

  • 🩳

    Wasche auch Bett- und Unterwäsche sowie Handtücher mit 60 Grad, damit Filzläuse getötet werden, die sich möglicherweise darin verstecken.

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Kleiderläuse aufspüren und loswerden

  • Dass du von Kleiderläusen befallen wirst, ist in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Betroffen sind meist Menschen ohne festen Wohnsitz, die ihre Kleider nicht waschen können.
  • Die Läuse verbergen sich in den Falten von Kleidern, die Eier befinden sich an Nähten. Weil diese Parasiten etwas größer sind, kannst du sie besser sehen.
  • Der Speichel der Läuse beim Blutsaugen verursacht Juckreiz, Quaddeln oder Knötchen. Die Biss-Stellen sind oft rötlich gefärbt.
  • Bei einem Verdacht auf Kleiderläuse solltest du unbedingt zum Gesundheitsamt gehen. Das liegt daran, dass diese Insekten Krankheiten übertragen können. Du bekommst dann geeignete Mittel.
  • Kleiderläuse können übrigens ohne Wirt bis zu 48 Stunden überleben.

Sind Läuse gefährlich?

  • 🏥

    Kopf- und Filzläuse sind an und für sich nicht gefährlich, denn sie können keine Infektionskrankheiten übertragen.

  • 🦠

    Allerdings kann der starke Juckreiz zu vermehrtem Kratzen führen. Das beschädigt die Haut. Diese Stellen sind anfälliger für Bakterien, die dann eindringen und eine Infektion auslösen können.

  • 🤕

    Anders sieht es bei Kleiderläusen aus: Diese können durch ihren Speichel Krankheitserreger übertragen - zum Beispiel für Fleckfieber, Fünftagefieber und Läuserückfallfieber. In Mitteleuropa ist das aber selten.

Läusen vorbeugen: Das kannst du tun

Läusen kannst du nicht hundertprozentig vorbeugen. Anders als viele glauben, ist nicht mangelnde Hygiene schuld an Kopf- und Filzläusen.

Bei Kindern kannst du Haare regelmäßig mit einem Läuse-Kamm auskämmen und prüfen, ob du Insekten oder Nissen findest. Vermeide die gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Mützen, Bürsten, Kämmen und Kopfkissen. Lange Haare kannst du zusammenbinden, das erschwert Läusen das Krabbeln von Kopf zu Kopf.

Mädchen und Jungen ab dem Kindergartenalter kannst du die Haare mit Shampoos waschen, die Kokos-, Thymian- oder Thymian-Öl enthalten. Das mögen Läuse nicht.

Die Gefahr für einen Filzlaus-Befall steigt, je mehr Geschlechts-Partner:innen jemand hat. Wirklich schützen kannst du dich davor nicht.

Kleiderläuse kommen meist unter schlechten hygienischen Bedingungen vor. Achte also darauf, dass du vor allem Unterwäsche und Bettwäsche regelmäßig wechselst und wäschst.

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Läuse-Eier: So vermehren sich die Krabbeltiere

  • 📆

    Weibliche Läuse werden in ihrem Leben nur einmal begattet. Danach können sie fünf bis zehn Eier pro Tag legen. Weil die Tiere rund 30 Tage alt werden, produzieren sie unzählige Nachkommen.

  • 🥚

    Die Eier befinden sich in Hüllen, den Nissen. Diese kleben sieben bis acht Tage an den Haarwurzeln. Dann schlüpfen die Jungläuse - die sogenannten Nymphen.

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    Die Nymphen häuten sich dreimal, dann sind sie ausgewachsen und geschlechtsreif. Das dauert ungefähr sieben bis zwölf Tage. Der Kreislauf beginnt von vorn, denn jetzt können die weiblichen Läuse selbst Eier legen.

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Häufige Fragen zu Läusen

  • ⁉️

    Was sind die ersten Anzeichen von Läusen?

    Dass du Läuse hast, merkst du meist daran, dass es an den entsprechenden Stellen stark juckt. Manchmal hast du auch das Gefühl, dass sich im Haar etwas bewegt, oder du entdeckst rote Stellen und Punkte.

  • ⁉️

    Können Läuse in der Bettwäsche überleben?

    Läuse können zwar kurze Zeit in Bettwäsche oder auf Handtüchern überleben, aber nicht lange. Ohne Blut sterben sie spätestens nach einem Tag.

  • ⁉️

    Woher bekommt man Läuse?

    Kopf- oder Filzläuse werden fast immer durch direkten Körperkontakt übertragen. Mangelnde Hygiene hat damit nichts zu tun. Kleiderläuse werden auch über Textilien weitergegeben.

  • ⁉️

    Wie lange dauert es, bis man merkt, dass man Läuse hat?

    Es kann drei bis fünf Wochen dauern, bis du einen Läuse-Befall bemerkst. Nicht immer jucken die Biss-Stellen sofort.

  • ⁉️

    Können Hunde und Katzen Läuse haben?

    Auch Hunde und Katzen können Läuse haben. Diese Arten springen aber nicht auf Menschen über - genau wie Kopf- oder Filzläuse nicht das Blut von Haustieren saugen.

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Veröffentlicht: 09.09.2022 / Autor: Claudia Frickel