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Invasive Arten - Pablo Escobars Flusspferde und andere tierische Einwanderer

Was hat ein Drogenbaron mit einer Horde wilder Hippos zu tun? Und wieso stolzieren feuerrote Flusskrebse bei Regen mitten durch Berlin? Diese tierischen Exoten stellen gerade das Ökosystem auf den Kopf.
Invasive Arten wie die Flusspferde von Pablo Escobar können zum Problem für das Ökosystem werden.

Das Wichtigste zum Thema Invasive Arten

  • Blinde Passagiere: Auch Tiere und Pflanzen sind reiselustig - wenn auch nicht immer freiwillig. Durch die Globalisierung gelangen sie über Schiffe, Flugzeuge und den Güterverkehr in neue Lebensräume.

  • Viele tropische Arten überleben in den neuen Gefilden nicht, andere passen sich an die Gegebenheiten an, ohne Schaden anzurichten.

  • Das Problem: Manche blinde Passagiere werden zu "invasiven Arten". Davon spricht man, wenn sie sich in der neuen Umgebung rasant ausbreiten, Krankheitserreger einschleppen und die natürliche Flora und Fauna verdrängen.

  • Manchmal werden auch ausgesetzte Haustiere zu invasiven Tierarten - wie der Amerikanische Sumpfkrebs, der aufgrund seiner beeindruckenden Rotfärbung beliebt im Aquarienhandel ist - und nun vor allem bei Regen zu Dutzenden die Berliner Parks erobert. Du lernst ihn unten in der Bildergalerie kennen.

  • Es gibt immer mehr invasive Arten - 2019 erweiterte die EU sie von 49 auf 66. Zum Vergleich: 2016 waren es noch 37.

Wann wird eine eingeschleppte Art zum Problem?

Schon immer haben Tiere und Pflanzen neue Lebensräume erschlossen. Früher dauerte es, bis Arten andere Kontinente erreichten. Einheimische Tiere hatten Zeit, sich auf die Neuankömmlinge einzustellen. Mit dem aktuellen Reise- und Güterverkehr ist jedoch alles anders.

Neue Arten schaden nicht automatisch der Natur. Invasiv sind sie nur, wenn sie sich schnell ausbreiten, weil natürliche Feinde fehlen, und sie so andere Arten verdrängen.

Manche von ihnen übertragen Krankheiten, wie etwa die Krebspest oder die Eichhörnchen-Pocken. Heimische Tiere sterben oft an den Folgen, während die Überträger kaum betroffen sind.

Hilfe, die Flusspferde kommen - wegen Pablo Escobar

Drogen-Boss Pablo Escobar ließAnfang der 80er Jahre 4 Flusspferde für seinen Privatzoo nach Kolumbien schmuggeln. Es waren die einzigen Tiere, die nach dem Tod Escobars 1993 in die freie Wildbahn gelangt sind.

Und was haben die Flusspferde so unbeaufsichtigt gemacht? Sich vermehrt!

Mittlerweile leben vermutlich 80 Exemplare rund um die Hacienda Naples des Drogenbosses in Doradal zwischen Bogotà und Medellin - und haben sich zu einer invasiven Art entwickelt.

Flusspferde


Die Flusspferde, die früher mal dem Drogen-Boss gehörten, fühlen sich in Kolumbien sichtlich wohl.
© picture alliance / AA

 

Die Folgen für die lokalen Ökosysteme beschreiben Forscher in einer Studie in der naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift "Ecology": Durch ihre Fäkalien bringen die Pflanzenfresser riesige Mengen von Nährstoffen in die Gewässer - und diese damit ins Ungleichgewicht.

Manche Bakterienarten vermehren sich nun stärker, es droht sogar eine Blüte giftiger Algenarten. Das wiederum könnte andere Lebewesen gefährden.

Und: Auch heimische Seekühe oder Schildkröten könnten durch die Flusspferde verdrängt werden - obwohl die doch eigentlich so gemütlich aussehen. Noch gibt es keinen Plan, das Wachstum der Flusspferd-Population einzudämmen.

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Auch Waschbären gibt es heute in vielen Teilen Deutschlands - und zwar nicht nur in ihrer ursprünglichen Heimat, dem Wald, sondern auch in Parks, Kleingartenanlagen und mitten in der Großstadt.

Die anpassungsfähigen Tiere zählen zu den invasiven Arten. Erst in den 1920/30ern wurden sie als Pelz-Lieferant aus Nordamerika ins Land gebracht. Wo sie leben und wieso sie oft unerwünscht sind, erfährst du hier.

Waschbär

© Getty Images

Veröffentlicht: 26.07.2020 / Autor: Franziska Schosser