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Frage des Tages: Macht uns die Klimaerwärmung krank?

Der Klimawandel beeinflusst schon heute unsere Gesundheit. Eine neue Studie besagt: Kinder sind besonders betroffen.

Darum geht's genau

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    Rund 100 Experten aus 35 Instituten, wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bilanzierten die Auswirkungen des Klimawandels: Gehe der CO2-Ausstoß weiter wie bisher, lebe ein heute geborenes Kind an seinem 71. Geburtstag in einer um 4 Grad wärmeren Welt.

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    Kinder seien, laut Studie, die im Fachjournal "The Lancet" publiziert wurde, vom Klimawandel besonders betroffen: Ihr Körper und ihr Immunsystem entwickele sich noch, frühe Schäden könnten bleiben.

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    Übertragbare Erkrankungen wie Dengue (durch Mücken) und Cholera haben in wärmerem Klima bessere Chancen. Zudem fühlen sich böse Bakterien (z.B. Vibrionen) in wärmerem Meerwasser wohler. Ernterückgänge bedingen Unterernährung und die steigende Feinstaubbelastung fordere mehr Opfer.

Das sagt der Dermatologe Professor Dr. Torsten Zuberbier, Leiter des Allergie-Centrums an der Berliner Charité:

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    Es ist enttäuschend, dass der Report das Thema Allergien und Klimawandel komplett außer Acht lässt. So sehr man ihn an anderer Stelle loben muss, hier ist eine Chance vertan worden.

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    Durch den Klimawandel sehen wir bereits, dass die Zeit der Blüte für Pflanzen sich verlängert und verstärkt hat. Heißt: mehr Pollen und mehr Allergien.

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    Wir sehen auch, dass Neurodermitis in den industrialisierten Ländern weiter zunimmt. Außerdem werden Hautkrankheiten, wie Neurodermitis, aber auch Akne und Rosazea, negativ durch bestimmte Stoffe im Feinstaub beeinflusst.

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    Die Allergie-Pflanze Ambrosia breitet sich in Europa aus. Zudem lagert sich Feinstaub auf die Pollen. Die irritieren so zusätzlich die Schleimhäute. Auch heften sich Allergen-Eiweißstrukturen aus geplatzten Pollen an Feinstaubpartikel. Die können tief in die Lunge eingeatmet werden und Asthmabeschwerden auslösen.

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    Neben den globalen Anstrengungen zum Klimaschutz und Umweltschutz kann der Einzelne etwas tun. Auf der Ebene der pollentragende Pflanzen ist es sinnvoll, im eigenen Garten zu beginnen. Beispielsweise kann man nicht allergene Bäume wie Kirschbäume statt Birken pflanzen.

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    Zum Schutz können Allergiker Pollennetze an die Fenstern anbringen und mit Luftfiltergeräten die Innenraumluft reinigen.

Die fiesen Folgen der Klimaerwärmung

Das solltest du dir merken

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    Durch die Klimaerwärmung haben Tiere, die Krankheiten übertragen, bessere Überlebenschancen. Auch Pflanzen mit stark allergenen Pollen breiten sich weiter aus. Insgesamt fliegen Pollen länger. Es kommt zudem häufiger zu Wetterextremen, die Opfer fordern oder Seuchen fördern. Gegen Allergene und Mückenstiche kann man sich zwar schützen, aber viele Betroffene in armen Ländern können sich diese Maßnahmen nicht leisten. Die einzige Lösung: Eine Bremse des Klimawandels.

Veröffentlicht: 20.11.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab