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Elefanten: Schlaue Riesen mit sozialem Netzwerk und WG-Erfahrung

Sie gelten als Ingenieure des Ökosystems und Intelligenzbestien mit ausgeprägtem Familiensinn. Was Elefanten so einzigartig macht.
Elefanten sind die Ingenieure des Ökosystem, Familientiere und Intelligenzbestien.

Das Wichtigste zum Thema Elefanten

  • Der Elefant ist das größte und schwerste noch lebende Landsäugetier.

  • Bereits vor 55 Millionen Jahren bevölkerten Elefanten unsere Erde.

  • Die Giganten können bis zu 70 Jahre alt werden.

  • Ihre Stoßzähne sind aus kostbarem Elfenbein. Für das "weiße Gold" werden die Dickhäuter bis heute gejagt. Auch deshalb hat sich der Bestand an afrikanischen Elefanten seit Ende der 1970er Jahre von etwa 700.000 auf geschätzt 350.000 Tiere halbiert.

  • Elefanten sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Gräsern, Blättern, Früchten, Zweigen, Rinden und Wurzeln.

  • Die sanften Riesen sind echte Familientiere und haben ein einzigartiges soziales Netzwerk.

Das Sozial-Leben der Riesen: "We are Family!"

Elefanten leben weitgehend in Familienverbänden. Angeführt wird die Herde vom ältesten und erfahrensten Tier. Die Leitkuh prägt sich Wanderwege und Weidegründe ein. Sie weiß, wo es in Trockenzeiten Wasserstellen gibt und welche Routen gefährlich sind. Im Falle einer Bedrohung, etwa durch Löwen, kann die Anführerin die Situation am besten einschätzen und entsprechend reagieren. Das Wohlergehen der gesamten Herde hängt von der Weisheit der Elefantenkuh ab.

Elefantenbullen verlassen nach etwa 9 Jahren den Familienbund. Bislang vermuteten Biologen, dass die männlichen Tiere ab der Pubertät als Einzelgänger weiterziehen. Doch Forscher der Universität Exeter lieferten nun neue Erkenntnisse. Demnach schließen sich männliche Elefanten zu sogenannten Junggesellen-Gruppen zusammen. Auch in dieser Dickhäuter-WG übernimmt der älteste Bulle die Chefrolle und ist wichtig für das Überleben aller.

Der Zusammenhalt in den Familienverbänden ist so stark, dass sich Elefanten gegenseitig bei der Aufzucht des Nachwuchses helfen. Gleichzeitig nimmt die gesamte Gruppe Rücksicht auf alte und kranke Tiere. Besonders großes Mitgefühl zeigen die Dickhäuter, wenn ein vertrautes Mitglied stirbt. Teilweise stehen sie noch tagelang neben dem toten Artgenossen Wache und trauern.

Das Elefanten-1x1

  • Ein ausgewachsener Elefant bringt bis zu 7,5 Tonnen auf die Waage.

  • 🌿

    Um in Form zu bleiben, vertilgt der Pflanzenfresser teilweise bis zu 400 Kilogramm Nahrung pro Tag.

  • 🌍

    Im Schnitt legen die Wildtiere eine Strecke von 25 Kilometern am Tag zurück.

  • 🧠

    Mit 5 Kilogramm ist das Elefanten-Gehirn das größte aller Landtiere. Durch ihren besonders ausgeprägten Schläfenlappen können sich die Dickhäuter sehr viel merken.

  • 🐘

    Der Elefantenrüssel besteht aus rund 40.000 Muskeln. Das Wildtier kann damit nicht nur riechen, sondern auch tasten und greifen.

  • 👂

    Kein Tier hat größere Ohren als der Elefant.

  • 👶

    Ein Elefanten-Baby wiegt bei der Geburt durchschnittlich 100 Kilogramm - Rekord.

  • 🤰

    Die Tragzeit der Weibchen dauert bis zu 24 Monate. Die Schwangerschaft der Elefantenkuh ist die längste aller Säugetiere.

  • 😴

    Elefanten sind Kurzschläfer und ruhen durchschnittlich nur 2 Stunden pro Tag.

Die 3 noch existierenden Elefanten-Arten

Biologen gehen davon aus, dass einst 350 verschiedene Elefanten-Arten auf unserem Planeten umherwanderten. Heute existieren nur noch 3 davon:

Der afrikanische Elefant


Die afrikanischen Elefanten sind die Giganten ihrer Gattung.
© Getty Images

Im Süden von Afrika schlendern die afrikanischen Elefanten durch Wüste, Flachland und Gebirge. Der Steppen-Elefant kann bis zu 4 Meter hoch werden und ist damit der größte seiner Gattung. Sein Aussehen unterscheidet sich von dem des asiatischen Vetters durch die wesentlich größeren Ohren und die 2 Greif-Finger am Rüssel. Zudem haben beide Geschlechter ausgeprägte und lange Stoßzähne.

Der asiatische Elefant


Asiatische Elefanten sind, wie der Name schon sagt, im asiatischen Raum verbreitet.
© Getty Images

Der deutlich kleinere asiatische Elefant ist in Indien, Sri Lanka und auf einigen Inseln in Indonesien beheimatet. Er hat deutlich kleinere Ohren, 2 Höcker auf dem Kopf, einen stärker gebogenen Rücken und an der Rüsselspitze nur einen Greiffinger. Bei den Weibchen sind die Stoßzähne meist gar nicht vorhanden.

Der Wald-Elefant


Wald-Elefanten zählen zu den Kleinsten ihrer Art und sind großteils im Dschungel anzutreffen.
© Getty Images

Die mit 2,40 Metern kleinste Elefantenart lebt in den Regenwäldern Zentral- und Westafrikas. Das Erkennungsmerkmal des Wald-Elefanten sind seine großen und auffallend runden Ohren.

Ingenieur, Intelligenz-Bestie, Wassertier: Die vielen Facetten des Elefanten

  • 🌊

    Die Vorfahren der Elefanten lebten womöglich einst im Wasser. Darauf weisen anatomische Besonderheiten wie die Nierenstruktur und die innenliegenden Hoden hin. Bis heute benutzen die Riesen ihren Rüssel beim Schwimmen wie einen Schnorchel.

  • 🤕

    Die Elefantenhaut ist sehr empfindlich. Deshalb bluten die Kolosse sogar bei einem Bremsenstich. Ihre Wundheilung dauert etwa doppelt so lang wie bei Pferden.

  • 🐾

    Kaum zu glauben: Elefanten bewegen sich so leichtfüßig, als würden sie auf Zehenspitzen gehen. Die Schwergewichte hinterlassen nämlich kaum Spuren im harten Boden.

  • 💬

    Wissenschaftler fanden heraus, dass die Säugetiere über ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem verfügen. Sie verwenden sogar Infraschall-Laute oder unterhalten sich mit ihren Stampflauten, die kilometerweit zu hören sind.

  • 📚

    Elefanten sind wahre Intelligenzbestien unter den Tieren - vor allem aufgrund ihrer Merkfähigkeit und außergewöhnlichen Lernleistung.

  • 👨‍🔧

    Sie schlagen Schneisen in bewaldete Gebiete, wälzen sich in Flussläufen im Schlamm, weiden die Vegetation ab und verteilen mit ihrem Kot Pflanzensamen kilometerweit. Durch ihre Alltagsgeschäfte beeinflussen die Dickhäuter ihre Umwelt und gelten als "Ingenieure des Öko-Systems".

Veröffentlicht: 20.09.2020 / Autor: Magdalena Mayer