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Harpyie - Federkrone

Die Harpyie - Wird der Speiseplan dem Greifvogel zum Verhängnis?

Die südamerikanische Harpyie ist bedroht. Wir erklären dir, was die Fressgewohnheiten des Vogels sind und was sein Sexleben damit zu tun hat. Im Clip: Wie Forschende es geschafft haben, eine bereits ausgestorbene Nashorn-Art zu retten.
Die Harpyie - Wird der Speiseplan dem Greifvogel zum Verhängnis?
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Das Wichtigste zum Thema Harpyien

  • Mit gut 1 Meter Körpergröße zählt die südamerikanische Harpyie zu den größten Greifvögeln der Welt. Schätzungsweise gibt es noch 50.000 Exemplare. Doch es werden immer weniger.

  • Eine neue Studie hat jetzt ergeben, dass unter anderem auch das mangelnde Nahrungsangebot in den zerstörten Regenwäldern dafür verantwortlich ist. Die Vögel weichen auch bei Hunger nicht von ihrem Speiseplan ab. Aber auch ihr langsame Fortpflanzungszyklus ist ein Grund.

  • Willst du mehr über diese Studie wissen? Dann lies unten weiter. Außerdem erfährst du, was ihre Krallen mit einem Rottweilergebiss gemeinsam haben, und jede Menge andere kuriose Fakten zu dem faszinierenden Greifvogel.

Der Steckbrief der Harpyie

Harpyie Steckbrief mit Fakten
Harpyie Steckbrief mit Verbreitung
Harpyie Steckbrief mit Fakten
Harpyie Steckbrief mit Verbreitung

Die Harpyie: Der Speiseplan führt zum Verhungern

Die Zerstörung der Regenwälder setzt dem Bestand der Harpyien immer mehr zu. Sie verlieren nicht nur ihre natürlichen Nistplätze, sondern vor allem auch ihre Nahrung. Ihre Beutetiere, die Affen, Faultiere, Nasenbären, Schlangen, sie alle sind Regenwaldbewohner.

Eine jüngst veröffentlichte Studie von Forschenden der südafrikanischen KwaZulu-Natal-University, hat 16 Harpyiennester und die Brutpaare bei der Aufzucht beobachtet. Sie alle lebten im Zentrum Brasiliens - aber in Gebieten, in denen unterschiedlich große Waldflächen bereits gerodet waren.

Eltern füttern ein Junges im Durchschnitt mit 690 Gramm am Tag. Sobald jedoch die Hälfte ihres Jagdreviers gerodet ist, fanden sie nicht genügend Nahrung. Es gab nur noch 110 Gramm täglich. Die Greifvögel halten ihren Speiseplan so strickt ein, dass sie auf den gerodeten Flächen oder Weiden nicht nach alternativen Beutetieren jagen. Deshalb verhungerten Küken in Revieren, in denen bereits zwischen 50 und 70 Prozent gerodet waren. Ist ein noch größerer Teil abgeholzt, verschwinden die Greifvögel ganz. Es muss daher dringend mit Wiederaufforstungsprogrammen begonnen werden, um die Art zu retten.

Doch der Mensch zerstört nicht nur den Lebensraum der Harpyie, sondern jagt den prachtvollen Vogel nach wie vor. Dass die Bestände sich nicht schnell erholen, liegt auch am langsamen Vermehrungszyklus. Willst du wissen, was das Problem ist? Dann schau dir die folgende Fotostrecke an.

So zieht die Harpyie ihre Jungen groß - zu langsam

Harpyie - Schwingen
Erwachsene: Harpyien besitzen Jagdgebiete, die zirka 100 Quadratkilometer groß sind....
Harpyie - Paar
Nester: Ihr Zuhause errichten die Greifvögel in den Kronen der Urwaldriesen. Oft...
Harpyie - Küken
Küken: Die Tiere brüten 8 Wochen. Das ist die längste Brutzeit unter den...
Harpyie - Junges
Jungvögel: Ein halbes Jahr später ist das Junge bereit, das Nest zu verlassen. Auch...
Harpyie - Flugversuch
Fortpflanzungskreislauf: Dieser langsame Vermehrungszyklus ist ein Problem für eine...
Harpyie - Schwingen
Harpyie - Paar
Harpyie - Küken
Harpyie - Junges
Harpyie - Flugversuch

Sagenhaft

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    Name: Der schwedische Naturforscher Carl von Linné taufte die Harpyie, als er den Greifvogel im 18. Jahrhundert systematisch einordnete und beschrieb. Da ihre Augen und auch ihr Gesichtsausdruck Erinnerungen an menschliche Züge weckten, benannte er die Art nach den Harpyien aus der griechischen Sage. Diese waren Mischwesen mit Frauenkopf und Vogelkörper. Sie stehen für die Sturmwinde und werden manchmal als schön, als hässlich, als gut oder als böse beschrieben – Mischwesen eben.

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    Komplizierte Verwandtschaft: Die Sache mit dem Namen ist nicht einfach. Während die Tiere im Englischen Harpy eagle heißen, ist der auf deutsch genannte Harpyienadler ein anderer Vogel. Also nicht verwechseln! Er lebt auf Neuguinea und heißt deshalb auch Papuaadler. Wie die Harpyie gehört er zwar zur Familie der Habichtartigen, ist aber kleiner und ähnelt der Harpyie auch optisch nur entfernt.

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    Monotypische Gattung: Und es kommt noch besser. Die Harpyie gehört zwar zur Familie der Habichtartigen, aber sie selbst ist eine monotypische Gattung. Es gibt also keine verschiedenen Arten oder Unterarten. Monotypisch ist auch die Familie der Schnabeltiere. Hier gibt es nur die eine Art Schnabeltier. Auch der Mensch ist als Homo sapiens die einzige überlebende Art der Gattung Homo.

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    Fänge: Harpyien töten mit ihren Klauen. Die sind bis zu 12 Zentimeter lang und durchbohren die Beute. Der Griff übt eine Kraft von 42 bis 50 Kilo auf einen Quadratzentimeter aus. Das ist ungefähr mit der Stärke eines Rottweilergebisses zu vergleichen. Damit fangen sie Tiere, die bis zu 9 Kilo schwer sind, zerlegen sie, und können bis zu 4 Kilo schwere Stücke durch die Lüfte tragen.

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    Ohren: Die Harpyie ortet ihre Beute auch mit den Ohren. Diese haben ringsum Federn, die sie aufstellen kann, um die Richtung zu erkennen. Ähnlich jagen Eulen. Der typische kronenartige Federkranz am Hinterkopf hat aber nichts damit zu tun. Er ist schwarz und zweizipflig und stellt sich auf, wenn die Tiere angespannt sind.

Veröffentlicht: 28.10.2021 / Autor: Sven Hasselberg