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Die Welt wird grüner - und das hilft gegen den Klimawandel

Warum das so ist, wie wichtig dabei vor allem Bäume sind und welche Superkräfte sie noch haben, erfährst du auf der Themenseite und im Video.

Das Wichtigste zum Thema Bäume

  • Einer Studie der NASA zufolge ist die Welt in den vergangenen 20 Jahren grüner geworden. Wer dafür verantwortlich ist, dürfte dich überraschen ... lies dazu die nächste Kachel.

  • Und wir brauchen mehr grün - am besten Bäume. Denn die könnten unseren Planeten vor dem Klima-Kollaps bewahren, sagen Forscher. Sie sind die besten "CO2-Staubsauger" und können das Treibhausgas im Stamm und ihren Ästen binden.

  • Wie Bäume der überhitzten Erde ebenfalls helfen: Sie kühlen ihre Umgebung mit der Power von 10 Klimaanlagen und produzieren - wie alle Pflanzen - auch noch Sauerstoff.

  • Knapp eine Milliarde Hektar Boden könnte man weltweit neu bewalden. Das würde zwei Drittel des CO2 aus der Atmosphäre holen, das Menschen seit der industriellen Revolution ausgestoßen haben. Das sagt eine Studie der ETH Zürich.

  • Wusstest du, dass Bäume ziemlich kommunikative Pflanzen sind? Wie sie kommunizieren, erklären wir in der Emoji-Liste.

Die Welt ist grüner geworden - wer dafür verantwortlich ist

© Credits: NASA Earth Observatory

 

Good News aus dem All! Eine Studie der NASA zeigt: In den vergangenen 20 Jahren ist die Welt um 5 Prozent grüner geworden. Der Grund: Die Menschen! Sie setzen sich weltweit für mehr Aufforstung, Umweltschutz und den Anbau von Nutzpflanzen ein.

Erkennst du auf der Karte der NASA, wo die Welt besonders grün ist? Wahre Pflanzrekorde stellten ausgerechnet 2 Länder auf, die in der Vergangenheit oft als "Klimasünder" galten: Platz 1 für die meisten neuen Grünflächen geht an China, Platz 2 an Indien. Erst dahinter folgt Europa.

Pflanzrekord gegen die Klimakrise

Da siehst du bald den Wald vor lauter Bäumen nicht: 220 Millionen Setzlinge brachten Menschen in der indischen Region Uttar Pradesh an einem Tag in die Erde. Die Äthiopier "setzten" noch ein paar Pflanzen oben drauf: In 12 Stunden pflanzten die Menschen laut Regierung im ganzen Land mehr als 350 Millionen Bäume. Rekord! Das entspricht etwa der Baum-Anzahl im gesamten Schwarzwald. Und damit nicht genug - das Ziel sind 4 Milliarden neue Bäume bis Oktober 2019.

© picture alliance/AP Photo

Du willst bei der Aufforstung helfen? Hier geht's lang

  • Einheitsbuddeln:Für die Aktion "Einheitsbuddeln" ruft das Bundesland Schleswig-Holstein dazu auf, am 3. Oktober einen Baum zu setzen. Buddeln, Bier und Beats - auf zur Pflanzparty!
  • Ecosia: Nutze zum Beispiel die Suchmaschine "Ecosia". Mit den Einnahmen aus Suchanfragen werden Pflanzprojekte gesponsert.
  • Plant for the Planet: Hier kannst du dich zum Klimabotschafter ausbilden lassen, pflanzen und spenden.
  • Prima Klima: Verschenke einen Baum und bestimme, in welchem Land er wachsen soll.
  • Treedom: Lieblingsbaum aussuchen und ein Kleinbauer pflanzt ihn dann auf seinem Land. Später gibt's Fotos und Lageberichte.

Familienbande: Sozial sind Bäume auch

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    Wird eine Buche von Rehen oder Insekten angeknabbert, produziert sie Abwehrstoffe, die den Tieren den Appetit verderben. Gleichzeitig strömt sie Duftstoffe aus, die ihre Verwandten warnen.

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    Bei Wind und Sturm geben sich Bäume in intakten Wäldern untereinander Halt. Sie pendeln gegeneinander und bremsen so ihre Bewegungen ab.

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    Damit alle genug Platz und Licht haben, halten die Baumkronen gebührend Abstand zu ihren Nachbarn.

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    Die Mutterbäume versorgen den Nachwuchs über die Wurzeln mit einer Nährstofflösung. Die Kleinen bekommen zu wenig Sonnenlicht ab, um sich selbst zu ernähren.

Das Twitter-Tagebuch einer Buche

Dass Bäume miteinander kommunizieren, ist ja schon unglaublich. Aber inzwischen zwitschern ein paar von ihnen auch: treewatch.net lässt unter anderem eine Buche in Brandenburg twittern. Sie erzählt aus ihrem Leben, ob sie an dem Tag gewachsen oder geschrumpft ist oder wie viel Wasser sie transportiert hat. Zu diesem besonderen Tagebuch kommst du hier.

So cool das Projekt klingt, so ernst ist sein Hintergrund. Die "Twittering Trees" - insgesamt sind es 7 in Europa - liefern Daten, die Aufschluss darüber geben, wie es ihnen in Zeiten des Klimawandels ergeht. Wie sie mit Wasserknappheit und höheren Temperaturen zu Rande kommen.

 

3 in 1: Dieser Baum ist ein Meister der Tarnung

© getty images/Val Dennison

 

Bäume können nicht wegrennen. Um sich gegen Feinde zu wehren, müssen sie sich etwas anderes einfallen lassen. Der in Neuseeland heimische Lancewood-Baum (Horoeka) ist besonders einfallsreich, er trägt im Laufe seines Lebens verschiedene Gewänder:

  • Erst hat er lange, gräuliche, gezahnte Blätter, die direkt am Stamm wachsen.
  • In seiner Jugend lässt er (zur Abwehr) Dornen auf ihnen sprießen.
  • Und wenn er etwa 3 Meter groß ist, entwickelt er Äste und eine grüne Baumkrone mit geschrumpften Blättern.

Der Baum verändert sich so stark, dass Biologen lange glaubten, es handele sich um verschiedene Arten.

Und wozu betreibt der Lancewood den Aufwand? Über Millionen Jahre knabberte der gefräßige Moa ihn an. Der flugunfähige Riesenvogel ist längst ausgestorben. Das weiß der Baum aber nicht - und wehrt sich weiterhin.

Veröffentlicht: 29.11.2019 / Autor: Johannes Korsche