Galileo WM CopyCreated with Sketch.
  1. Galileo WM CopyCreated with Sketch.Galileo
  2. Natur
Ameisenbär- Alles was du über den Ameisenbär wissen solltest

Lange Schnauze, nix dahinter? Was du noch nicht über den Ameisenbären wusstest

Ameisenbären sind keine echten Bären, aber beeindrucken mit langen Schnauzen. Warum sie keine Zähne brauchen, was sie fressen und wo sie leben - erfahre mehr über die Tiere im Steckbrief. Außerdem: Eine Ameisenbär-Forscherin verrät, warum die Straße der größte Feind der Einzelgänger ist.
0

Hat der Ameisenbär eigentlich Zähne? 6 verblüffende Fakten über die Tiere

  • 👃

    Der Ameisenbär erschnüffelt mit seiner langen Nase zielsicher Nahrung. Er riecht 40 Mal besser als ein Mensch. Allerdings sieht und hört der Ameisenbär schlecht.

  • 👅

    Seine bis zu 60 Zentimeter lange Zunge ist mit klebrigem Speichel bedeckt. Er seilt sie in Ameisennester und Termitenhügel ab. Seine Beute bleibt an der Zunge haften.

  • 🦷

    Lange Schnauze, aber nichts dahinter: Ameisenbären besitzen keine Zähne. Sie schlucken ihre Beute ungekaut.

  • 🐜

    Täglich verzehrt das Säugetier circa 30.000 Ameisen, das sind 180 Gramm. Zum Vergleich: Ein Päckchen Butter wiegt 250 Gramm. Um die Tiere zu verdauen, nutzt der Ameisenbär die Ameisensäure seiner Beute. Er ernährt sich ausschließlich von Ameisen und Termiten.

  • 🌰

    Der Ameisenbär ist nicht sehr schlau und kann sich nur auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren. Sein Gehirn ist ungefähr nur so groß wie eine Walnuss.

  • 🛌

    Wenn der Ameisenbär schläft, deckt er sich mit seinem langen und buschigen Schwanz zu. Er ruht bis zu 15 Stunden täglich.

Das Wichtigste zum Thema Ameisenbären

  • Gürtel- und Faultiere sind mit Ameisenbären verwandt: Alle 3 Arten gehören zur Ordnung der Nebengelenktiere. Das heißt: Sie besitzen ein extra Gelenk in der Wirbelsäule. Ameisenbären können sich damit auf die Hinterbeine stellen, um sich zu verteidigen.

  • Ameisenbären leben in Süd- und Mittelamerika. Allerdings sind sie in Uruguay und Argentinien bereits ausgestorben. Aktuell werden in Argentinien Tiere wieder angesiedelt.

  • Seit über 57 Millionen Jahren gibt es den Ameisenbären. Er steht auf der roten Liste der gefährdeten Tiere.

Guck mal, wie süß die sind! Familie Ameisenbär in Action

Zwergameisenbär
Dürfen wir vorstellen? Das ist ein Verwandter des Großen Ameisenbären: Der...
Tamandua gehört zu den Ameisenbären
Und noch ein Familienmitglied: der Tamandua. Er wird auch kleiner Ameisenbär...
Die Krallen eines Ameisenbär sind extrem lang und sehr scharf
Der Große Ameisenbär sucht seine Nahrung auf dem Boden. Hat er einen Termitenhügel...
Die Zunge eines Ameisenbär ist extrem lang, ca. 30 cm und sehr klebrig
Der Ameisenbär seilt seine Zunge in die Termitengänge ab und zieht sie inklusive...
Baby-Ameisenbär auf dem Rücken seiner Mama
Der Nachwuchs des Großen Ameisenbären bleibt bis zu 9 Monate auf dem Rücken seiner...
Baby auf dem Rücken seiner Mama
Die Fellzeichnung des Großen Ameisenbären, sichtbar als schwarze Flagge, wird zur...
Zwergameisenbär
Tamandua gehört zu den Ameisenbären
Die Krallen eines Ameisenbär sind extrem lang und sehr scharf
Die Zunge eines Ameisenbär ist extrem lang, ca. 30 cm und sehr klebrig
Baby-Ameisenbär auf dem Rücken seiner Mama
Baby auf dem Rücken seiner Mama

Das macht eine Ameisenbär-Forscherin

Lydia Möcklinghoff ist Tropen-Ökologin und erforscht als einzige Deutsche seit über 10 Jahren den Ameisenbären in einer Langzeitstudie.

Dafür verbringt sie die meiste Zeit im Pantanal, einem Sumpfgebiet im Westen Brasiliens. Auf Instagram findest du Bilder vom tierischen Leben im Pantanal.

Außerdem ist Lydia Möcklinghoff Science-Slammerin und Buchautorin, unter anderem hat sie "Die Supernasen: Wie Artenschützer Ameisenbär & Co. vor dem Aussterben bewahren" geschrieben.

Externer Inhalt

Dieses Element stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram und Youtube.

Um diese Inhalte anzuzeigen, aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards in den

Tierforscherin Lydia Möcklinghoff im Interview

  • Hat der Ameisenbär Feinde?

  • 💬

    Der Ameisenbär schmeckt wohl ganz furchtbar. Darum jagen ihn auch kaum andere Tiere oder Menschen. Sein größter Feind ist die Straße: Ameisenbären sind kurzsichtig und hören nicht gut. Wenn doch, bleiben sie wie angewurzelt stehen und werden überfahren! Durch Klimawandel, Abholzung und den Einsatz von Pestiziden verlieren die Tiere auch nach und nach ihren Lebensraum.

  • Warum hat es Ihnen der große Ameisenbär angetan?

  • 💬

    Er ist ein charismatisches Tier, über das man noch fast nichts weiß. Doch ohne Forschung kann man keine geeigneten Schutzkonzepte für ihn generieren.

  • Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

  • 💬

    Ich fahre mit dem Jeep raus und suche Ameisenbären. Durch sogenannte Direkt-Beobachtung finde ich heraus, wie alt die Tiere in freier Wildbahn werden, wie oft Weibchen ein Baby tragen, wie groß ihre Streifgebiete sind und wie sie sich sozial organisieren.

  • Was ist aktuell besonders spannend?

  • 💬

    Ich konnte beobachten, dass Ameisenbären Kratzbäume benutzen. Sie klettern hoch, zerkratzen die Rinde der Bäume und reiben ihre Duftdrüsen daran. Es scheint Teil ihres Kommunikationssystems zu sein.

  • Haben Sie einen Lieblings-Ameisenbären?

  • 💬

    Es gibt eine Ameisenbärendame, die etwas antiautoritär ist. Normalerweise tragen Weibchen ihre Babys fast durchgehend auf dem Rücken. Diese Ameisenbärin lässt ihren Nachwuchs absteigen und nebenherlaufen - oder versteckt ihn auch mal im Gebüsch und zieht alleine los. Das ist ungewöhnlich. Aber es zeigt, dass es Charaktertiere sind. Und es wirft Fragen auf: Gibt es dieses Verhalten vielleicht viel öfter - oder hat die Ameisenbärin Rückenprobleme? Das ist nicht leicht zu beantworten. Deshalb ist Forschung so wichtig.

Auch diese Menschen helfen mit ihren Jobs bedrohten Tieren

Auch diese Menschen helfen mit ihren Jobs bedrohten Tieren

Ob im Flugzeug sitzen und wie ein Vogel krächzen oder unterwegs sein als menschlicher Panda: Um bedrohte Tierarten zu schützen und für deren Fortbestand zu sorgen, scheuen diese Menschen keine Mühe.

Veröffentlicht: 07.09.2021 / Autor: Anna Kaltenhauser