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Trump und Social Media: Worauf du beim Fakten-Check achten solltest

Facebook hat Anzeigen von Donald Trump gelöscht und auch Twitter hat einen Tweet des US-Präsidenten markiert - schon wieder. Wir erklären dir, wie die sozialen Netzwerke beim Fakten-Check vorgehen und wie du selbst Fake News erkennst.
Facebook hat Anzeigen von US-Präsident Trump gelöscht, weil darin ein Symbol verwendet wurde, das einst auch von den Nationalsozialisten in Konzentrationslagern eingesetzt worden war.

Das Wichtigste zum Thema Twitter, Facebook & Trump

  • Twitter ist seit Jahren die wichtigste Kommunikationsplattform für US-Präsident Donald Trump. Seit Ende Mai markiert die Plattform Tweets von Trump mit einem Warnhinweis, die sie nach einem Fakten-Check als falsch einordnet.

  • Ob ein Tweet einem Fakten-Check unterzogen wurde, erkennst du an einem kleinen blauen Ausrufezeichen darunter. Wenn du auf den Hinweis klickst, gelangst du auf eine von Twitter zusammengestellte Fakten-Check-Seite. Die sammelt Infos von verschiedenen etablierten Medien und Experten.

  • Jetzt geht auch Facebook gegen Trump vor - nachdem die Plattform heftig kritisiert wurde, weil sie umstrittene Äußerungen des US-Präsidenten nicht von der Plattform nahm oder als problematisch markierte.

  • Wir erklären dir, wie die Fakten-Checker vorgehen und woran du selbst Falsch-Informationen erkennst!

Facebook löscht Anzeigen von Trump - worum geht's?

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    Trumps Wahlkampfteam hatte in Anzeigen auf Facebook vor "linksradikalen Gruppen" gewarnt - und dafür ein Symbol verwendet, dass auch von den Nationalsozialisten genutzt wurde: ein umgedrehtes rotes Dreieck. Das Zeichen musste etwa in NS-Konzentrationslagern von politischen Gefangenen getragen werden.

  • Facebook hat diese Posts von Trump von seinen Seiten genommen.

  • Die Posts haben den Regeln gegen die Verbreitung von "organisiertem Hass" in dem sozialen Netzwerk widersprochen, erklärte Facebook. Ohne den nötigen kritischen Kontext könne ein solches Symbol einer "verbotenen Hassgruppe" nicht verwendet werden.

Twitter markiert Trump Tweets - worum geht's?

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    Der US-Präsident hatte in seinem Tweet behauptet, Briefwahl führe quasi automatisch zu Wahlbetrug - ohne irgendwelche Belege.

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    Außerdem teilte Trump einen Zusammenschnitt von 2 kleinen Kindern auf Twitter, bei dem es sich um ein umgewidmetes und manipuliertes Video handelt, das sich 2019 viral verbreitet hatte.

  • Twitter versah die Tweets mit einem Warnhinweis. Im ersten Fall mit einem Link zu einer Twitter-Seite, auf der sich Nutzer mit den "Fakten zur Briefwahl" vertraut machen können.

  • Im zweiten Fall sind neben dem blauen Ausrufezeichen die Wörter "Manipulierte Medien" zu sehen.

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    Trump gefällt das gar nicht. Nach dem US-Recht kann Trump Twitter wegen angeblicher "Zensur" zwar nicht abschalten oder verbieten. Er hat aber eine präsidiale Verfügung erlassen, mit der Social-Media-Unternehmen verklagt werden können - wegen Inhalten, die ihre Nutzer verbreiten. Das würde ihr Geschäftsmodell zerstören. Manche Juristen zweifeln allerdings die Rechtmäßigkeit dieser Verfügung an.

Trump und Twitter: Krasse Zahlen

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    Dem US-Präsidenten folgen auf Twitter mehr als 80 Millionen Menschen.

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    Bis zum Fakten-Check hat Trump bereits 52.000 Tweets veröffentlicht.

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    Fakten-Checker der Washington Post haben mehr als 16.000 falsche oder fehlleitende Tweets von Trump in seiner Präsidentschaft gezählt (Stand: Ende Januar 2020).

Apropos Falschmeldung: Hier mal ein Beispiel

Trump twittert: Migranten an der mexikanischen Grenze seien Fake News

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Menschen aus Zentralamerika campten tagelang an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, die Nachrichten waren voll davon. Trump aber tweetete seine eigene "Wahrheit". Sieh selbst!

So funktioniert der Fakten-Check auf Twitter

Twitter checkt selbst, ob ein Tweet falsche oder irreführende Inhalte enthält. Die Faktenchecker gehen bei der Prüfung nach 3 Kriterien vor:

  1. Wurde ein Inhalt manipuliert? Hierbei geht es zum Beispiel um die Frage, ob die zeitliche Abfolge eines Inhalts grundlegend verändert wurde oder ob visuelle oder akustische Informationen hinzugefügt oder entfernt wurden. Die Fakten-Checker von Twitter setzen dabei auf eine eigene Technologie, aber auch auf Meldungen von Dritten.
  2. Wurde ein irreführender Inhalt verbreitet? Hier prüfen die Fakten-Checker, ob der Kontext, in dem Medien geteilt werden, zu Verwirrung oder Missverständnissen führen könnte oder darauf schließen lässt, dass Nutzer absichtlich über die Herkunft getäuscht werden sollen.
  3. Hat der Inhalt schädliche Auswirkungen? Hier wird geprüft, ob Tweets die körperliche Sicherheit einer Person gefährden, Massengewalt schüren könnten oder die Meinungsfreiheit einer Person oder Gruppe bedrohen.

Sind alle 3 Kriterien erfüllt, ist es "wahrscheinlich", dass Twitter den Tweet löscht. Accounts, die wiederholt oder schwerwiegend gegen diese Richtlinie verstoßen, können dauerhaft gesperrt werden.

Im Gegensatz zu Twitter nimmt Facebook den Fakten-Check nicht selbst vor. Mehr dazu unten.

So funktioniert der Fakten-Check auf Facebook

Facebook überprüft Falschaussagen nicht selbst, sondern überlasst diesen Job unabhängigen Fact-Checkern aus der ganzen Welt. Laut Facebook überprüfen inzwischen mehr als 60 Organisationen Inhalte in mehr als 50 Sprachen. Eine davon ist Correctiv, mit Sitz in Berlin (im Video unten).

Die Organisationen sind vom International Fact-Checking Network (IFCN) zertifiziert. Voraussetzung für ihre Arbeit ist der Code of Principles. Dazu zählen:

  1. Überparteilichkeit und Fairness
  2. Quellen-Transparenz
  3. Angaben zur eigenen Finanzierung
  4. Erläuterung der eigenen Arbeitsweise
  5. Bekenntnis zur Korrektur von Fehlern

Die Fakten-Checker haben bei der Prüfung, wie zutreffend eine Meldung ist, 9 Bewertungs-Optionen zur Auswahl. Die reichen von falsch über teilweise falsch, wahr, falsche Überschrift bis zu Satire und Meinung.

Wird ein Inhalt als ganz oder teilweise falsch eingestuft, zeigt Facebook den entsprechenden Hinweis direkt unter dem Link zu dem fraglichen Inhalt an. Sollte ein Nutzer den Inhalt dann trotzdem noch teilen, wird die Reichweite des Posts im News Feed um 80 Prozent reduziert, so Facebook.

Die Fake-News-Jäger

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Wie sieht ein Arbeitstag der Fakten-Checker von Facebook aus? Wir haben sie begleitet! Mehr dazu im Clip.

Wem kann man in den sozialen Medien glauben?

Um auf Social-Media-Plattformen vertrauenswürdige Quellen besser von Falschmeldungen unterscheiden zu können, fordert das finnische Gesundheitsunternehmen Terveystalo in Kooperation mit der Kreativagentur TBWA/Helsinki in einem offenen Brief an die größten sozialen Netzwerke Facebook, Google, Snapchat und Twitter eine Verifizierung von "essenziellen Influencern", also Ärzten und Wissenschaftlern - in etwa so wie die blauen Häkchen von Prominenten.

So soll der Verbreitung von Falschinformationen, gerade im Zuge der Corona-Pandemie, vorgebeugt werden.

So erkennst du Fake News selbst

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    Die meisten Falschmeldungen werden heutzutage über soziale Medien verbreitet. Kommt dir eine Nachricht verdächtig vor, gib die Schlüsselwörter in einer Suchmaschine ein. Wie aktuell ist die Nachricht? Wird sie auch über größere, etablierte Medien verbreitet? Geben andere Medien noch Zusatz-Informationen, die etwas am Sachverhalt ändern?

  • 👨‍💻

    Immer noch keine Klarheit? Dann schau dir den Verfasser der Nachricht genauer an. Wie lange ist derjenige bereits auf einer Social-Media-Plattform aktiv? Ergeben die bisher veröffentlichten Beiträge Sinn? Wer und wie viele Leute haben die Beiträge geteilt? Ein neues Profil mit nur wenigen Followern deutet darauf hin, dass es sich um einen Social-Bot (ein Roboter-PC-Programm) handelt, das selbstständig Nachrichten verfasst und weiterleitet.

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    Wenn Beiträge auf Websites verlinken, solltest du dir das Impressum genau anschauen. Das muss in Deutschland jede Website haben. Es gibt Auskunft über den Urheber. Eine Seite ohne Impressum ist nicht vertrauenswürdig.

  • Nutze journalistische Angebote, die dabei helfen, Fake News zu identifizieren. Dazu zählen zum Beispiel der Faktenfinder der ARD oder Spezialseiten wie mimikama.at oder hoaxmap.org. Hier kannst du einen Suchbegriff eingeben und überprüfen lassen, ob es sich um Falschmeldungen handelt.

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    Schau dir Bilder genau an. Oft sind die zwar echt, wurden aber in einen falschen Kontext gesetzt. Hier hilft die Google-Bildersuche: Sie zeigt, wo und in welchem Kontext das Bild zum ersten Mal veröffentlicht wurde.

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    Bei Videos muss man besonders gut hinsehen, um zu erkennen, ob es womöglich manipuliert wurde. Wenn du nicht sicher bist, ob ein bestimmtes Youtube-Video echt ist, kannst du den Link bei einer speziellen Suchmaschine von Amnesty International eingeben. Sie funktioniert wie eine Rückwärtssuche und findet heraus, ob es möglicherweise ähnliche Videos gibt, die in einem anderen Kontext stehen oder anders geschnitten sind.

Veröffentlicht: 19.06.2020 / Autor: Viviane Osswald