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Trinkgeld im Urlaub

Trinkgeld im Ausland: In welchem Land gibt man wie viel "Tip"?

Ob Frankreich, Italien oder Griechenland: Wo "tippt" man wie viel? Unser Trinkgeld-Knigge für verschiedene (Urlaubs-)Länder verrät es dir. Aber Achtung, in Japan lässt du das finanzielle Extra lieber stecken. Im Clip: ausgebuffte Trinkgeld-Tricks.  
Trinkgeld im Ausland: In welchem Land gibt man wie viel "Tip"?
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Das Wichtigste zum Thema Trinkgeld

  • Beim Trinkgeld handelt es sich um eine freiwillige Zahlung, die über den Rechnungsbetrag hinausgeht. Damit honorieren Gäste oder Kund:innen die jeweilige Dienstleistung. Gebräuchlich dafür ist auch der englische Begriff "tip".

  • Ob Restaurant- oder Friseur-Besuch, Taxifahrt, Lieferservice oder Reparatur: Wer zufrieden ist, legt in der Regel ein paar Euro mehr drauf oder rundet auf einen glatten Betrag auf.

  • In der Gastronomie ist bei uns ein Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent der Rechnungssumme üblich. Fürs Trinkgeld im Ausland (siehe unten) gilt: andere Länder, andere Sitten.

  • In Deutschland können Mitarbeiter:innen das Trinkgeld behalten. Arbeitgeber:innen haben keinen Anspruch darauf und dürfen es auch nicht auf den Lohn anrechnen. Manchmal wird vertraglich eine gerechte Aufteilung des Trinkgelds im Team festgelegt.

  • Bargeldlos bezahlen: Bei der Zahlung mit Karte oder Smartphone kann man den Betrag um das Trinkgeld erhöhen. Bestellt man beispielsweise online Essen bei einem Lieferdienst, ist es möglich, ein Online-Trinkgeld zu geben. Um jedoch sicherzustellen, dass das Extra in vollem Umfang bei dem/der Fahrer:in landet, überreicht man es am besten "cash".

Trinkgeld im Urlaub: In welchem Land man wie viel gibt

Im Urlaub richtig "tippen": Unser Trinkgeld-Knigge verrät dir, in welchem Land welcher Betrag angemessen ist. Und dazu ein paar Gepflogenheiten, die nicht jede:r kennt.

Bist du in Europa unterwegs, kannst du dich an die 10-Prozent-Marke halten: Dort ist es in vielen Restaurants üblich, zehn Prozent der Rechnungssumme als Trinkgeld zu hinterlassen. 

Allerdings gibt's Ausnahmen: In Frankreich oder der Schweiz beispielsweise ist das Trinkgeld bereits im Rechnungsbetrag enthalten. Im Zweifel einen Blick auf die Rechnung werfen! 

In Italien findet man häufig die Position "coperto" auf der Rechnung. Eine Service-Gebühr für Gedeck und Brot, die bis zu 5 Euro pro Person beträgt. In dem Fall "müssen" Gäste kein extra Trinkgeld geben.

Wie es mit dem "Tip" in den USA aussieht? Oder in Australien? Auch das zeigt unsere Grafik. Und wenn du noch weiter nach unten scrollst, erfährst du außerdem, wo du das Trinkgeld stecken lassen kannst.

Trinkgeld im Urlaub
Beim Restaurant-Besuch in anderen Ländern richtig "tippen": Wo man wie viel gibt.
Trinkgeld im Urlaub
Beim Restaurant-Besuch in anderen Ländern richtig "tippen": Wo man wie viel gibt.
Trinkgeld im Urlaub
Trinkgeld im Urlaub

Lass mal stecken! In diesen Ländern gibt man (besser) kein Trinkgeld

  • 🇯🇵

    In Japan hat Trinkgeld keine Tradition, und es wird mitunter sogar als Beleidigung empfunden. Denn guter Service gilt im Land des Lächelns als selbstverständlich.

  • 🇨🇳

    China betreibt in vielen Geschäftsbereichen eine "no-tipping policy": Service-Mitarbeiter:innen in Restaurants und Bars etwa dürfen keine "Geld-Geschenke" annehmen.

  • 🇩🇰

    In Dänemark wird kein Trinkgeld erwartet - ebenso wenig wie in Norwegen oder Finnland. In skandinavischen Ländern tut’s auch eine freundliche Geste. Die Ausnahme ist Schweden: Hier ist in Restaurants ein Trinkgeld in Höhe von zehn Prozent des Rechnungsbetrages erwünscht.

Trinkgeld: Woher stammt der Begriff?

"Trinckgeld" gab es in Deutschland bereits im späten Mittelalter. Man steckte Boten, Handwerkern oder Fuhrleuten ein paar Groschen zu, um sich für ihre Dienste erkenntlich zu zeigen. Ursprünglich war das Trinkgeld zum Vertrinken gedacht. Der/die Spender:in händigt es mit dem Wunsch aus, dass die bedachte Person mit dem Geld auf ihr/sein Wohl trinken möge.

Allerdings waren die Grenzen zur Bestechlichkeit schon immer fließend. Der deutsche Schriftsteller und Aufklärer Adolph Knigge ging darauf in seinem 1788 erschienenen Werk "Über den Umgang mit Menschen" ein: Darin beschreibt er das Trinkgeld als bewährtes Mittel, Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu räumen. 

"Korkengeld" oder "Gabelgeld"? Wofür sind die da?

🍾  Auch beim Korkengeld geht's ums Trinken: Es wird fällig, wenn man in einem Restaurant eigens mitgebrachte Getränke konsumiert - etwa bei einer privaten Feier. Das "Stöpselgeld" soll den Gewinn-Ausfall minimieren, die Höhe handeln Lokal-Besitzer:in und Gäste vorab aus.  

🎂 Das "süße" Pendant dazu ist das Gabelgeld. Manche Lokale erheben es, wenn jemand bei einer Geburtstags- oder Hochzeitsfeier die Torte(n) selbst mitbringt. Es stellt die Gebühr für die Benutzung des Bestecks dar.

Veröffentlicht: 16.09.2022 / Autorin: Heike Predikant