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Schönheitsideale im Wandel der Zeit: Früher schön, heute überholt

Schönheitsideale wandeln sich  im Laufe der Zeit. Eine Reise zu Schönheitspflastern, schwarzen Zähnen und Körperkunst. Außerdem im Podcast: Was tun wir alles für die Schönheit?
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Schönheitsideale im Wandel der Zeit

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    Während bei den antiken Griechen athletische Körper als schön galten, waren mollige Bäuchlein bei den Römern ein Zeichen von Wohlstand.

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    Jahrhunderte lang war es in Japan Mode, sich die Zähne schwarz zu färben. Die gewünschte Farbe wurde durch eine Mixtur aus Eisenspänen, Tee oder Reiswein erreicht.

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    Im Mittelalter war keusche Schönheit gefragt: Wenig Schminke, blasse Haut und kleine Brüste. Junge Frauen schmierten sich sogar Taubenmist auf die Brust - er sollte das Wachstum stoppen. Auch hip: eine hohe Stirn. Dazu zupfte man sich die Haare am Ansatz büschelweise aus. Gebräunte Haut war ein Armuts-Zeugnis, das für bäuerliche Feldarbeit stand.

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    Im Barock wurde es pompös: Weiße Mehl-Gesichter, knallrote, runde Wangen und dazu wallende Locken-Perücken. Die ideale Frau hatte eine schmale Wespen-Taille - täglich geschnürt durch enge Korsagen. Ebenfalls angesagt: große Pupillen. Belladonna hieß das Zaubermittel - ein Gift-Cocktail aus der schwarzen Tollkirsche. Ein paar Tröpfchen und die Augen glichen einem schwarzen Ozean.

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    In Frankreich des 17. Jahrhunderts trugen Frauen so genannte "Fliegen" im Gesicht. Die Schönheitspflästerchen aus Samt und Seide sollten das Verführen erleichtern. Je nachdem wo sie platziert wurden, hatten sie ein andere Bedeutung.

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    Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in China der Lotusfuß als Schönheitsideal angestrebt. Der "perfekte" Fuß sollte nicht länger als 12 cm sein. Dafür wurden Frauen in einer langwierigen und schmerzhaften Prozedur die Zehen gebrochen und zur Ferse gezogen.

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    Marylin Monroe machte es vor: In den 50er-Jahren waren Kurven das weibliche Schönheits-Ideal. Später waren skinny Frauen in Mode - wie Twiggy oder Kate Moss.

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    Auch der männliche Bartwuchs unterlag vielen Launen der Mode - vom mittelalterlichen Backen-Bart über den dünnen Schnauzer hin zum Holzfäller-Look.

Podcast: Was Menschen für ihre Schönheitsideale tun

Das sagt die Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky von der LMU München

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    Körperlichkeit ist auch immer Ausdruck einer sozialen Position und von Wohlstand. So war Körperfülle früher ein Zeichen dafür, dass Menschen es sich leisten konnten, nicht körperlich arbeiten zu müssen.

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    Kulturen haben sichtbare Marker für Übergangsrituale, wie Tattoos und Piercings. Mittlerweile werden Tattoos auch als reiner Körperschmuck gestochen. Dennoch zeigen wir weiter Zugehörigkeit, zu einer Subkultur, einem Milieu oder ähnlichem.

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    Heute geschieht die Körpergestaltung überwiegend bewusst und sichtbar. Das ist nichts, was verborgen werden muss. Friseursalons haben große offene Fenster, ebenso wie beispielsweise Fitnessstudios.

Schönheitsideale sind von Land zu Land verschieden

Mit der Größe der Lippenteller wird im Mursi-Stamm (Äthiopien) der Status der Frau unterstrichen.
Mit der Größe der Lippenteller wird im Mursi-Stamm (Äthiopien) der Status der Frau...
Skarifizierungen sind bei vielen afrikanischen Stämmen beliebt. Sie symbolisieren den Familienstand und den Status einer Frau. Oft dienen sie auch nur der Körperverschönerung.
Skarifizierungen sind bei vielen afrikanischen Stämmen beliebt. Sie symbolisieren...
In Japan gilt die Lidfalte als äußerst attraktiv. Für größere Augen legen sich vor...
Damals wurden die Tätowierungen bei den Maori-Kämpfern mit Albatrosknochen unter die Haut gebracht.
Das Tattoo erzählt die Geschichte und die Herkunft des Kämpfers. Sie durfte aber nur...
Der Halsschmuck des Padaung-Volkes wird von den Frauen nie abgenommen und kann bis zu 10 kg schwer werden.
Der Halsschmuck des Padaung-Volkes wird von den Frauen nie abgenommen und kann bis...
Mit der Größe der Lippenteller wird im Mursi-Stamm (Äthiopien) der Status der Frau unterstrichen.
Skarifizierungen sind bei vielen afrikanischen Stämmen beliebt. Sie symbolisieren den Familienstand und den Status einer Frau. Oft dienen sie auch nur der Körperverschönerung.
Damals wurden die Tätowierungen bei den Maori-Kämpfern mit Albatrosknochen unter die Haut gebracht.
Der Halsschmuck des Padaung-Volkes wird von den Frauen nie abgenommen und kann bis zu 10 kg schwer werden.

So extrem kann Körperkunst sein

So extrem kann Körperkunst sein

Eins ist klar: Angst vor Skalpellen, Nadeln und Tätowier-Maschinen sollte man als Body-Mod-Fan nicht haben. Was reizt Menschen daran, ihren Körper so drastisch zu verändern?

Das Wichtigste zum Thema Körperkulte weltweit

  • Körperkult bedeutet, dass je nach Kultur und Jahrhundert bestimmte Äußerlichkeiten als schön empfunden und von Teilen der Gesellschaft angestrebt werden.

  • Vor allem seit dem 20. Jahrhundert sind die Schönheitsideale gerade im Westen nicht mehr so festgefahren. Frauen müssen sich beispielsweise keiner strengen Kleiderordnung mehr beugen

  • Dennoch herrscht weiter ein gewisser gesellschaftlicher Zwang: Es gibt immer noch - kulturabhängige - Vorstellungen davon, was als schön gilt und damit wie ein Körper auszusehen hat.

Veröffentlicht: 04.07.2021 / Autor: Daphne Strain