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Nobelpreis 2021

Wirtschaft, Frieden, Literatur und Co.: Wer dieses Jahr die Nobelpreise gewinnt

Es ist es wieder so weit: Der Nobelpreis wird verliehen. Wir erklären dir, warum es ihn gibt - und wer entscheidet, an wen er geht. Im Clip: Alfred Nobel und das Dynamit.
Wirtschaft, Frieden, Literatur und Co.: Wer dieses Jahr die Nobelpreise gewinnt
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Das Wichtigste zum Thema Nobelpreise

  • Der schwedische Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel (1833 bis 1896), stiftete den Preis in seinem Testament. Die Verleihung findet seit 1901 jedes Jahr an seinem Todestag, dem 10. Dezember, in Stockholm und Oslo statt.

  • 2021 findet die Verleihung zwischen dem 4. und dem 11. Oktober statt. Wegen der Corona-Pandemie wurden die einzelnen Verleihungen auf mehrere Tage verteilt und die Zahl der Telinehmer:innen vor Ort begrenzt.

  • Der Preis gilt als höchste Auszeichnung der Wissenschaft. Er wird in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden verliehen. Seit 1969 gibt es auch einen Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.

  • Die Verleihung fiel während der Weltkriege aus. Auch wurde der Preis manchmal nicht vergeben, wenn das Komitee keine Kandidatin oder keinen Kandidaten für würdig hielt.

  • 2021 ist jeder Preis mit rund 984.000 Euro dotiert. In einem Jahr können sich mehrere Personen den Preis und somit auch die Summe teilen. Außerdem erhalten die Preisträger:innen eine Urkunde und eine Medaille.

Die Jurys und ihre diesjährigen Preisträger:innen

  • 🌌

    Physik: Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt den Preis. Für Ihre physikalischen Modelle zum Erdklima teilen sich in diesem Jahr 3 Wissenschaftler die Ehre: der Deutsche Klaus Hasselmann, Syukuro Manabe (USA) und Giorgio Parisi (Italien).

  • 🧪

    Chemie: Auch hier entscheidet die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften. 2021 erhalten den Chemie-Nobelpreis der Deutsche Benjamin List und der Brite David MacMillan. Die beiden Forscher entwickelten eine Klasse von Katalysatoren, welche für die Wirkstoff-Herstellung bedeutsam ist.

  • 🩺

    Medizin: Die beste Medizin-Universität Schwedens, das Karolinska Institut, bestimmt die Preisträger:innen. Der Medizin-Nobelpreis 2021 geht an David Julius aus den USA und Ardem Patapoutian, geboren im Libanon. Die Molekular-Biologen entdeckten Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper.

  • 📚

    Literatur: Die Schwedische Akademie für Sprache und Literatur sucht den Gewinner aus. 2021 ist das der Tansanier Abdulrazak Gurnah. Seine Literatur befasst sich mit dem Schicksal Geflüchteter und der kolonialen Vergangenheit Afrikas.

  • 🕊

    Frieden: 5 Vertreter:innen des norwegischen Parlamentes "Storting" wählen die Preisträger:innen. Der Friedensnobelpreis kann nicht nur an Personen, sondern auch an ganze Organisationen verliehen werden. Dieses Jahr geht er an 2 Journalist:innen: Maria Ressa von den Philippinen und Dmitri Muratow aus Russland. Geehrt werden sie für ihren Kampf für die Meinungsfreiheit.

  • 💰

    Wirtschaft: Dieser Gedächtnispreis stammt nicht von Nobel. Die schwedische Reichsbank stiftete ihn 1969 zu ihrem 300-jährigen Bestehen. Auch ihn vergibt die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften. Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an drei Forscher: David Card (Kanada), Joshua D. Angrist (USA) und der niederländisch-amerikanische Wissenschaftler Guido W. Imbens klärten durch ihre Arbeit wichtige sozialwissenschaftliche Fragen in der Arbeitswelt.

Fakten zum Nobelpeis - auf einen Blick

Fakten zum Nobelpeis - auf einen Blick

Der Nobelpreis wird jedes Jahr in 5 ganz bestimmten Disziplinen verliehen. Wer hat diesen Preis ins Leben gerufen, seit wann gibt es ihn und wie ist der Nobelpreis entstanden?

Ein preiswürdiges Testament

1867 erfand der Schwede Alfred Nobel das Dynamit, indem er sensibles Nitroglyzerin kontrollierbar binden konnten. Mit dieser Erfindung und insgesamt 355 Patenten, verdiente er für die damalige Zeit ein unglaubliches Vermögen.

In seinem Testament verfügte er, dass sein Erbe in eine Stiftung fließt und, dass die Zinsen des angelegten Geldes die Preissumme bilden. Bei seinem Tod, 1896, waren das nach heutigem Wert rund 300 Millionen Euro. Der Preis soll jedes Jahr an die Personen verliehen werden, die der Menschheit auf ihrem Gebiet von größtem Nutzen gewesen seien.

Nobelpreis Medaille


Alfred Nobels Profil ziert auch die Medaille, die jede:r Nobelpreis-Gewinner:in bekommt.
© Getty Images

Nobel bestimmte auch, dass der schwedische König den Preis jährlich an seinem Todestag, dem 10. Dezember, überreichen sollte. Da Norwegen damals noch zum schwedischen Königreich gehörte, entschied Nobel, dass der Friedensnobelpreis als einziger nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen wird.

Frühere Preisträger:innen können Nominierungen einreichen. Das gilt auch für Professorinnen und Professoren spezieller Universitäten und Mitglieder von Akademien. Kandidat:innen für den Friedenspreis können die Mitglieder von Parlamenten, Regierungen, internationalen Gerichten und Instituten vorschlagen.

Kuriose Fakten zum Nobelpreis

Kuriose Fakten zum Nobelpreis

Wer den Nobelpreis gewinnt, der hat wirklich Herausragendes geleistet. Allerdings können nicht alle Wissenschaftler:innen auf die renommierte Auszeichnung hoffen, und einige Preisträger:innen haben sie nur bedingt verdient.

Besondere Preisträger:innen

  • 🎓

    Jüngste Gewinnerin: Die Friedensnobelpreisträgerin 2014, Malala Yousafzai, war erst 17 Jahre alt. Die Pakistanerin erhielt die Auszeichnung für ihren Einsatz für die Rechte von Kindern und speziell für den Kampf für gleiche Bildungschancen.

  • 👨‍🦳

    Ältester Gewinner: 2019 erhielt John B. Goodenough mit 97 Jahren den Nobelpreis für Chemie. Der US-Amerikaner wurde 1922 in Deutschland geboren und erhielt die Auszeichnung für seinen Beitrag zur Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie.

  • 🏅🏅

    Doppeltes Glück: Marie Curie erhielt 1903 den Preis für Physik und 1911 den für Chemie. John Bardeen bekam 1956 und 1972 den Physikpreis. 1958 und 1980 erhielt Frederick Sanger jeweils den Preis für Chemie. Linus Pauling erhielt 1954 den Chemienobelpreis für seine Forschung zu chemischen Bindungen und 1963 den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz gegen Atomwaffentests.

  • 🕯

    Posthum: Der Schwede Dag Hammarskjöld erhielt 1961 nach seinem Tod den Friedensnobelpreis für den Aufbau der UN. Auch der schwedische Lyriker Erik Axel Karlfeldt erlebte die Verleihung seines Literaturnobelpreises 1931 nicht. 2011 erhielt der Kanadier Ralph Steinman den Medizin-Preis posthum für seine Entdeckungen in der Immunbiologie.

  • 🛑

    Verweigerer: Der französische Literatur-Nobelpreisträger Jean-Paul Sartre lehnte die Auszeichnung 1964 ab. Er hatte Preise stets zurückgewiesen. 1973 schlug der Vietnamese Le Duc Tho den Friedensnobelpreis aus. Er sollte ihn für das Verhandeln eines Endes des Vietnamkriegs erhalten, wollte dies aber wegen der schwierigen Situation in Vietnam nicht.

  • 🕊

    In Abwesenheit: 3 Friedensnobelpreisträger:innen konnten ihre Medaillen nicht entgegennehmen, da sie im Gefängnis saßen: 1935, der deutsche Journalist Carl von Ossietzky für seinen Kampf gegen die Nazis. 1991, Politikerin Aung San Suu Kyi für ihren Demokratie-Einsatz in Myanmar. 2010, der chinesische Menschenrechtsaktivist Liu Xiaobo.

Berühmt und genial! Wie gut kennst du diese Nobelpreisträger:innen?

Das steckt hinter dem alternativen Nobelpreis

Der Schwede Jakob von Uexküll bat die Nobelstiftung Ende der 70er-Jahre 2 neue Kategorien zu schaffen. Sie sollten Verdienste um den Kampf für Ökologie und  bessere Lebensbedingungen für die Menschheit ehren. Er wollte sich finanziell beteiligen.

Da die Nobelstiftung ablehnte, verkaufte er seine Briefmarkensammlung für eine Millionen Dollar und gründete die Right-Livelihood-Stiftung. Seit 1980 gibt es daher den Right-Livelihood-Award. Oft wird er als "alternativer Nobelpreis" bezeichnet.

Jeder Mensch darf eine Nominierung einsenden. Der Preis wird aus Spenden generiert. Bisher erhielten ihn 186 Menschen aus 72 Ländern. Im September 2021 wurden die Gewinner:innen gekürt. Jede:r erhielt rund 100.000 Euro.

2021 sind die 4 Preisträger:innen:

  • Marthe Wandou aus Kamerun setzt sich seit 30 Jahren für die Rechte von Mädchen in Kamerun ein. Sie kämpft gegen sexualisierte Gewalt, fördert Bildung und leistet Aufklärungsarbeit.
  • Wladimir Sliwjak ist Mitbegründer der russischen Umwelt-ONG "Ecodefense". Die Organisation stärkte den zivilen Widerstand gegen die Kohle- und Atomindustrie in Russland.
  • Die indische Organisation LIFE ist ein Verband von Juristinnen und Juristen, die sich umweltpolitisch engagiert und zum Beispiel die Abholzung von Wäldern verhindern will.
  • Freda Huson aus Kanada setzt sich für den Schutz indigener Gruppen ein. Sie selbst ist weibliches Oberhaupt der indigenen "Wet'suwet'en".
Veröffentlicht: 08.10.2021 / Autor: Sven Hasselberg