Forscher entwickeln durch eine Spionagetechnik aus dem Kalten Krieg ein Handy ohne Batterie
via flickr / Martin Abegglen / CC BY-SA 2.0

Forscher entwickeln durch eine Spionagetechnik aus dem Kalten Krieg ein Handy ohne Batterie

vor 5 Monaten

Wissenschaftler der Universität Washington haben einen neuen Prototypen eines Handys entwickelt, der weder eine Batterie noch ein Stromkabel hat. Trotzdem kann man damit telefonieren. 

Ein Handy ganz ohne Batterie – das rückt durch die neue Forschung nun in greifbare Nähe. Und zwar mit dieser neuen Technologie:

Der Prototyp
Mittels dieser zwei batterielosen Karten kann man bereits Telefonate führen.
© University of Washington

Diese zwei Karten haben keine Batterie – trotzdem kann man mit ihnen telefonieren. Aber woher beziehen sie ihre Energie? Tatsächlich bekommen sie den Strom quasi aus der Luft. Darin verbreiten sich nämlich Radiowellen und WiFi-Signale. Die werden von dem Prototypen durch eine Antenne aufgenommen und in Energie umgewandelt. So wird das Gerät betrieben. Eine zweite Möglichkeit zur Energiegewinnung sind Solarplättchen, die aus Sonnenlicht Strom gewinnen.

Allerdings liefert diese Methode nur wenig Energie. Darum hat das Team der Universität Washington eine Möglichkeit entwickelt, das Handy selbst energiesparender zu machen. Laut den Forschern kostet es viel Energie, die menschliche Sprache in digitale Signale umzuwandeln, so wie es bei gängigen Smartphones passiert. Deshalb entwickelten die Wissenschaftler ein analoges Gerät und nutzen eine Technologie namens Backscattering. Das bedeutet „Rückstreuung“. Hier werden einkommende Funkfrequenzen reflektiert, um zu kommunizieren. Deshalb ist es nicht notwendig, neue Wellen zu generieren. Das spart Energie. Außerdem versorgt die Spannung aus dem WiFi-Backscattering das Gerät mit zusätzlicher Energie.

Und jetzt ratet mal, wo die Backscattering-Technologie ursprünglich herkommt. Es gibt sie schon seit mehreren Jahrzehnten. Ihre wohl berühmteste Benutzung fand 1945 statt. In diesem Jahr beschenkte die Sowjetunion den amerikanischen Botschafter mit einem Siegel der USA. Darin versteckte sich ein Wanze. Und die aktivierte sich nur dann, wenn Radiowellen in einer bestimmten Frequenz auf sie trafen. Die Wanze bezog ihre Energie vollständig aus diesen Radiowellen und übermittelte dann weiter, was sie mithörte.

Aber wie kam die Technologie aus dem Kalten Krieg in das Labor der Universität Washington? Ganz einfach: Der Vater einer der Forscher war während des Kalten Krieges ein Spion und erzählte seinem Sohn immer wieder die Geschichte von der Wanze.

Und jetzt wurde aus der Wanze ein Handy. Zugegeben, das richtige Display fehlt noch und momentan ist es eher ein Walky-Talky, aber die Forscher sind auf einem guten Weg. Sie wollen den Prototypen verbessern. Er soll noch energiesparender werden, Sprache in besserer Qualität weitergeben und vielleicht sogar eine Kamera haben. Am Ende soll es ein voll funktionsfähiges Handy sein, das man nie wieder aufladen muss.

Tolle Vorstellung, ein Handy zu haben, das man nie wieder aufladen muss. Aber es gibt noch andere mobilen Geräte, die ein cooles Extra haben. Das Keramik-Handy zum Beispiel. Es soll unzerstörbar sein. Wir haben es einem Härtetest unterzogen, um herauszufinden, ob das wirklich stimmt:

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