Neuer Fund: Menschen vor 5.000 Jahren waren 1,90 Meter groß
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Neuer Fund: Menschen vor 5.000 Jahren waren 1,90 Meter groß

vor 5 Monaten

Waren wir Menschen früher wirklich kleiner? Forscher gehen davon aus, dass eine Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren (beispielsweise bessere Lebensbedingungen) dazu geführt haben, dass wir im Laufe der Jahrtausende immer größer wurden und auch in Zukunft weiter wachsen werden. Umso erstaunlicher ist es, dass Archäologen nun im Osten Chinas 5.000 Jahre alte Überreste von Menschen gefunden haben, die anscheinend ungewöhnlich groß und stark waren.

Die Analyse der Knochen aus Gräbern in der Provinz Shandong ergaben, dass die Menschen damals 1,80 Meter oder größer waren. „Diesen Wert haben wir durch Knochenuntersuchungen ermittelt. Als die Personen noch lebten, dürfte ihre Größe sicherlich die 1,90 Meter überstiegen haben“, sagte Fang Hui, Leiter der Shandong University School of History and Culture.

Menschen, die heute in China leben, sind laut offiziellen Statistiken im Durchschnitt 1,72 Meter groß. Bewohner von Shandong hingegen 1,73 Meter. Insofern ist der Fund der chinesischen Wissenschaftler der Shandong University ziemlich spektakulär.

Die Riesen vom Gelben Fluss

Diese Größe kann für damalige Verhältnisse als riesig bezeichnet werden. Die Forscher haben auch schon eine Vermutung, warum die Menschen in der Gegend so groß gewachsen waren: „Die Ursache für ihren Körperbau könnte reichhaltige Nahrung gewesen sein, die ihnen zur Verfügung stand.“

Die Riesen vom Gelben Fluss betrieben anscheinend intensive Landwirtschaft. Durch erfolgreichen Anbau von Weizen und die Schweinezucht sicherten sie sich einen reichhaltigen Nahrungsvorrat.

Gelber Fluss
Karte des Gelben Flusses, dessen Wasserscheide den größten Teil von Nordchina bedeckt und zum Bohai-Meer abfließt.
© Wikipedia.org / Shannon / http://www2.demis.nl/mapserver/mapper.asp / GNU

Urzeit-Komfort

Laut den Forschern gehörten diese Urzeitmenschen der Longshan-Kultur an. Dies war eine späte jungsteinzeitliche Kultur am mittleren und unteren Gelben Fluss in China. Benannt wurde sie nach der Landschaft Longshan (das heißt Drachenberg) in der Provinz Shandong, wo 1929 die ersten Funde dieser Kultur gemacht wurden. Sie wird je nach Quelle etwa auf die Zeit von 3200 vor Christus bis 1850 vor Christus datiert.

Übrigens: Kennzeichnend für diese Kultur ist eine spezielle Art von Keramik. Sie hat eine glänzende schwarze oder graue Oberfläche, wenig Dekoration und ist manchmal so dünnwandig wie eine Eierschale. Hier ein Beispiel:

Longshan Eerschalenkeramik
Eerschalenkeramik aus Longshan, die in Shandong entdeckt wurde.
© Wikipedia.org / Mountain / CC BY-SA 3.0

Seit 2016 untersuchen die Archäologen dort 104 Ruinen, mehr als 205 Grabstätten und 20 Opfergruben. Die Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass die Longshan schon damals ziemlich komfortabel lebten. Beispielsweise hatten sie bereits Häuser, die in verschiedene Bereiche aufgeteilt waren.

Wie wohl so ein Longshan-Wohnzimmer ausgesehen hat? Vielleicht werden wir das demnächst noch erfahren, wenn die Archäologen weitere Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlichen. Wir sind schon gespannt.

Übrigens: Es steckt ziemlich viel Urzeit in unseren Körpern. Nicht nur der Affe – auch Fisch, Amphibie und die verschiedensten Säugetiere! Wenn du beispielsweise wissen möchtest, was wir mit dem Molch gemeinsam haben, dann solltest du dir diesen Beitrag hier ansehen:

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