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Pest: Mensch mit Schnabelmaske

Pest: Welche Gemeinsamkeit haben der Schwarze Tod und Corona?

Um die Pest ranken sich nach wie vor hartnäckige Mythen, etwa dass sie ausgestorben sei. Was wirklich stimmt, wo die Infektionskrankheit immer noch wütet und was Pest und Corona verbindet, erfährst du hier.
Pest: Welche Gemeinsamkeit haben der Schwarze Tod und Corona?
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Das Wichtigste zum Thema Pest

  • Die Pest ist eine gefährliche, hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird.

  • Das Pest-Bakterium schlummert bis heute in vielen Nagetieren, vor allem in Ratten, aber auch in Mäusen und Hasen.

  • Unterschieden wird zwischen Beulenpest und Lungenpest.

  • Die Beulenpest ist wird durch Bisse vom Tier auf den Menschen übertragen. Konkret: Von Flöhen, die auf infizierten Ratten, Mäusen oder Hasen leben.

  • Die Infektion mit Lungenpest erfolgt dagegen von erkranktem Menschen auf andere Menschen durch Tröpfcheninfektion, also durch Anhusten oder Anniesen.

  • Wo es bis heute die Pest gibt und was sie mit dem Corona-Virus gemeinsam hat, erfährst du hier.

Die zwei Gesichter der Pest

Je nachdem wie das Pest-Bakterium Yersinia pestis übertragen wird, entstehen zwei unterschiedliche Krankheitsbilder.

Beulenpest

Springen Flöhe, die vorher auf einer mit Pest infizierten Ratte gelebt haben, auf Menschen über und beißen diese, entsteht Beulenpest. Erkrankte erleben innerhalb von 6 Tagen nach der Infektion starke Erkältungssymptome mit klassischen Beschwerden, wie

🤒 Fieber

🥶 Schüttelfrost

🤕 Kopf- und Gliederschmerzen.

Im Unterschied zu einer normalen Erkältung schwellen bei der Beulenpest schmerzhaft die Lymphknoten in der Leiste, der Achselhöhle und am Hals stark an und verfärben sie sich blau. Daher die Ableitung Beulenpest.

Lungenpest

Sie wird von Mensch zu Mensch übertragen, etwa durch Anhusten oder verbreitetes Nasensekret, aber auch durch Blut und Eiter. Die Lungenpest bricht rasend schnell nach der Infektion aus. Betroffene erleiden innerhalb von 1 bis 2 Tagen Fieber, Kopfschmerzen und ein Gefühl der Abgeschlagenheit.

Haben die Pest-Erreger die Lunge erreicht, kommt es innerhalb von Stunden zu blutigem Husten und Brustschmerzen, oft verbunden mit Übelkeit und Erbrechen. Betroffene sind hochansteckend, für eine Infektion genügt es, im selben Raum mit ihnen zu sein.

Gefährliche Gemeinsamkeit: Das verbindet die Pest und Corona

Sowohl beim Pest-Bakterium als auch beim Corona-Virus handelt es sich um Zoonosen.

Das bedeutet, beide Erkrankungen wurden irgendwann von Tieren auf Menschen übertragen.

75 Prozent aller neu auftretenden Infektionskrankheiten sind übrigens Zoonosen.

Beispiele für andere Zoonosen:

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Riems wird nicht umsonst die "Seucheninsel" genannt. Die kleine Insel in der Ostsee beherbergt lebensbedrohliche Viren wie Malaria, BSE, Vogelgrippe oder Ebola. Ein Besuch.

Welche Bedeutung hat die Schnabelmaske?

Auf alten Bildern und beim Karneval ist die Schnabelmaske immer noch gegenwärtig und ein Symbol für den schwarzen Tod.

Der Grund: Die Pestärzte trugen die vogelkopf-ähnlichen Masken, um sich nicht anzustecken. Als klar wurde, dass sich die Lungenpest über Tröpfcheninfektionen verbreitet, vermummten sich die Ärzte und trugen entsprechend Schutzmasken.

In den langen Schnabel steckten sie in Kräutern getränkte Tücher und Schwämme, um die Pest-Erreger nicht einzuatmen.

 

Pestarzt mit Schnabelmaske und Totenkopf


Die Schnabelmaske ist das bekannteste Symbol für den schwarzen Tod, die Pest.
© GettyImages

 

Häufige Fragen zur Pest

  • ⁉️

    Gibt es die Pest heute noch?

    Ja. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken nach wie vor zwischen 1000 und 3000 Menschen pro Jahr an der Pest. Dank des heutigen Wissens und einer raschen Behandlung der Erkrankten bleibt es in der Regel bei einem örtlichen Geschehen.

  • ⁉️

    Wo gibt es heute noch die Pest?

    Betroffen sind ungefähr 20 Länder. Die meisten davon in Afrika, insbesondere Madagaskar. In Europa ist die Erkrankung wahrscheinlich ausgestorben, da der letzte Ausbruch im Zweiten Weltkrieg stattfand.

  • ⁉️

    Was passiert, wenn man die Pest hat?

    Das kommt auf die Art der Erkrankung an. Bei der Beulenpest treten plötzlich grippe-ähnliche Symptome auf. Die Person leidet unter Kopfschmerzen, hohem Fieber, Schüttelfrost und starker Abgeschlagenheit mit Gliederschmerzen. In der Folge schwellen vor allem in der Leistengegend, unter den Achseln und am Hals die Lymphknoten schmerzhaft an und verfärben sich blau.

    Bei der Lungenpest ist die erkrankte Person von jetzt auf gleich schwer krank. Neben hohem Fieber und Schüttelfrost treten schnell Kurzatmigkeit und Luftnot auf, gepaart mit starkem Husten und eitrigen, blutigen oder schaumigen Auswurf.

  • ⁉️

    Wie infiziert man sich mit der Pest?

    Die Beulenpest wird durch Flohbisse auf den Menschen übertragen. Die Lungenpest durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.

  • ⁉️

    Ist Pest heilbar?

    Ja. Allerdings nur, wenn die erkrankte Person rasch behandelt wird. Heißt konkret: Innerhalb von 8 Stunden nach dem ersten Auftreten von Symptomen und mindestens für 10 Tage. Zum Einsatz kommen vor allem Antibiotika.

  • ⁉️

    Was ist an der Pest so gefährlich?

    Beulen- und Lungenpest gehen häufig in eine Pestsepsis über, also einer Blutvergiftung aufgrund einer bakteriellen Infektion. Nicht selten endet diese in einer Super-Infektion, die auch alle Organe betrifft und mit einem Multi-Organversagen endet.

  • ⁉️

    Sterben alle Erkrankten?

    Unbehandelt ist die Beulenpest bis heute zu mehr als 50 Prozent tödlich, die Lungenpest sogar zu 90 Prozent. 15 Prozent der Patient:innen sterben trotz Behandlung.

  • ⁉️

    Gibt es eine Impfung gegen Pest?

    Laut Robert Koch-Institut gibt es keine zugelassenen Impfstoff in Deutschland.

  • ⁉️

    Woher stammt eigentlich der Name Pest?

    Der Name geht auf den lateinischen Begriff pestis zurück, was so viel wie Seuche, Krankheit bedeutet.

Veröffentlicht: 01.11.2021 / Autor: Stephanie Arndt