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Frage des Tages: Wie geht Krankmeldung in der Zukunft?

Bisher musst du deine Krankmeldung an Arbeitgeber und Krankenkasse senden. Doch den gelben Zettel kannst du dir bald sparen.

Darum geht's genau

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    Der "gelbe Zettel" ist vom Aussterben bedroht. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) soll ihn künftig ersetzen. Ein neues Gesetz sieht vor, dass dein Arzt, die Krankmeldung direkt an deine Krankenkassen sendet. Diese informiert dann deinen Arbeitgeber.

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    So schnell wie erhofft, geht der Bürokratieabbau allerdings nicht. Erst ab 2021 soll die Krankmeldung elektronisch an Krankenkassen gehen. Unternehmen sollen erst ab 2023 auf eAU zugreifen können.

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    Jährlich stellen Ärzte hierzulande derzeit rund 77 Millionen Krankmeldungen aus. Für Patienten bedeutet das einen Zeitaufwand von insgesamt 19,25 Millionen Stunden und Ausgaben von 77 Millionen Euro.

Roland Stahl, Pressesprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) über die digitale Krankschreibung

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    Seit einigen Jahren werden die Abläufe im Gesundheitswesen zunehmend digitalisiert. Die notwendigen technischen Komponenten werden derzeit von Industrie und IT-Unternehmen produziert.

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    Nach derzeitigem Stand wird es mitnichten so sein, dass der "Gelbe Schein" in Papierform komplett verschwinden wird. So erkennen Arbeitsgerichte digitale Dokumente derzeit noch nicht an.

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    Sollte eine eAU kommen, wird der Arzt trotzdem noch einen Papierausdruck machen müssen. Das ist zusätzliche Arbeit, die die Praxen nicht entlastet, was Digitalisierung eigentlich tun sollte.

Das solltest du dir merken:

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    Trotz des neuen elektronischen Verfahrens musst du als Versicherter weiterhin unverzüglich dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer mitteilen.

Veröffentlicht: 31.10.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab