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  2. Gesundheit
Keinen Hunger nach dem Sport

Schwitzen statt schlemmen: Warum du nach dem Sport keinen Hunger hast

Viel Bewegung, keinen Appetit: Nach dem Sport bleibt das Hunger-Gefühl häufig erst mal aus. Grund dafür ist ein Molekül, das der Körper nach Anstrengung produziert und unseren Appetit dämpft. Lässt sich daraus zukünftig eine Anti-Hunger-Pille produzieren? Im Clip: Warum du Heißhunger auf Fast-Food hast.
Schwitzen statt schlemmen: Warum du nach dem Sport keinen Hunger hast
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Das Wichtigste zum Thema Keinen Hunger nach dem Sport

  • Mit einer ausgiebigen Jogging-Runde oder einer Kraft-Einheit im Fitness-Studio verbrennst du ordentlich viel Kalorien. Danach will der Körper den Energie-Speicher durch Essen wieder auffüllen - sollte man meinen.

  • Tatsächlich bleibt das Hunger-Gefühl direkt nach dem Sport aber oft aus. Für diesen Widerspruch haben Forschende einen Erklärungs-Ansatz gefunden.

  • Unter anderem könnte ein "Anti-Hunger"-Molekül dafür verantwortlich sein - ein Prozess, der im Körper nach körperlicher Anstrengung angeschoben wird.

  • Ob das Molekül zukünftig auch Menschen beim Abnehmen helfen könnte und wie Sport den Körper noch beeinflusst, erfährst du weiter unten.

Regelt das Anti-Hunger-Molekül unseren Appetit?

Wie kann Sport beim Abnehmen helfen? Forschende der Standford University wollten für diese Frage herausfinden, was genau im Körper nach dem Sport passiert. In Teamarbeit mit anderen Wissenschaftler:innen  führten sie dafür eine Studie an Mäusen durch.

Dabei entdeckten sie, dass die Körperzellen der Nager nach einer intensiven Runde auf dem Laufband vermehrt Lac-Phe (N-Lactoyl-Phenylalanin) produzierten. Ein Metabolit, das zur Bildung von Proteinen und Milchsäure beiträgt. Auch bei Rennpferden wurde ein Anstieg des Lac-Phe-Moleküls nach Anstrengung festgestellt.

Der Anstieg des Stoffes könnte einen gesamten Effekt auf den Körper haben - und auch auf unser Hungergefühl. Soweit die Vermutung der Wissenschaftler:innen.

Weitere Tests bestätigten die Theorie. Die Forschenden verabreichten fettleibigen Mäusen hohe Dosen des Lac-Phe-Moleküls. Die Nager aßen in den kommenden zwölf Stunden etwa halb so viel wie die Kontroll-Gruppe.

 

Warum knurrt der Magen, wenn wir hungrig sind?

Warum knurrt der Magen, wenn wir hungrig sind?

Wenn sich der Hunger meldet, beginnt unser Magen zu knurren. Doch was genau passiert dann im menschlichen Körper?

Kommt bald die "Anti-Hunger-Pille"?

  • 🔬

    Die Ergebnisse dienen dem Forschungs-Team vor allem als Verständnis dafür, wie körperliche Betätigung unseren Körper beeinflusst.

  • 🏋

    Denn über das bloße Verbrennen von Kalorien könnte Sport dadurch noch mehr direkten oder indirekten Nutzen für eine Gewichts-Abnahme haben.

  • 🐭

    Die Mäuse der Standford-Studie verringerten innerhalb von zehn Tagen ihr Körpergewicht und ihren Fettanteil. Auch ihren Blutzuckerspiegel konnten die Nager durch eine geringere Nahrungs-Aufnahme besser regulieren.

  • 📊

    Die Wissenschaftler:innen gaben bei der Veröffentlichung der Ergebnisse an, dass nach ihrer Schätzung der Lac-Phe-Signalweg für etwa "25 Prozent der Anti-Fettleibigkeitseffekte von Bewegung verantwortlich ist."

  • 💊

    Ob sich das Lac-Phe-Molekül in eine Art "Anti-Hunger-Pille" übertragen lässt und dadurch zukünftig Menschen beim Abnehmen helfen kann, lassen die Wissenschaftler:innen offen. Hier stehe die Forschung noch ganz am Anfang, erklärte der Studien-Autor Jonathan Long.

So gut tut Sport deinem Körper

💗 Das Herz

Mit regelmäßigem Training stärkst du deinen Herzmuskel. Die Folge: Deine Pumpe arbeitet ruhiger und ökonomischer. Und zwar auch im Alltag. Parallel sinken langfristig Blutdruck und Ruhepuls – beides gute Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben.

🧠 Das Gehirn

Durch Sport wird das Gehirn besser durchblutet. Gleichzeitig aktiviert die Bewegung die Ausschüttung von Glücks- und Wachstumshormonen.

💨 Die Lunge

Ausdauertraining erweitert die Atemwege und steigert die Sauerstoff-Aufnahme. Im Alltag bist du nicht so schnell außer Atem und kannst deinen Körper besser mit Sauerstoff versorgen.

🦴 Die Knochen

Sport regt den Knochen-Stoffwechsel an und verbessert die Knochendichte. Dadurch werden deine Knochen stärker und weniger anfällig für Knochenbrüche.

So vermeidest du Heißhunger-Attacken

  • 🥗

    Der häufigste Grund für Heißhunger steckt schon im Namen selbst. Denn wer hungrig ist, greift gerne ein Mal mehr in die Süßigkeiten-Kiste. Regelmäßige und nährstoffreiche Mahlzeiten machen lange satt und helfen dabei, das Hungergefühl von vornherein zu vermeiden.

  • 🥤

    Durst wird häufig mit Hunger verwechselt. Trinke den Tag über verteilt genug Wasser. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen 2,7 Liter Wasser pro Tag aufzunehmen - davon mindestens 1,5 Liter durch Getränke.

  • 🥬

    Spinat macht nicht nur stark, sondern kann auch Heißhunger vermeiden. Denn grüne Gemüse-Sorten enthalten viele Thylakoide. Der Stoff ist unter anderem für Ausschüttung des appetitzügelnden Hormons GLP-1 verantwortlich. In einer Studie fanden Forschende heraus, dass Spinat das Verlangen nach zuckerhaltigen Lebensmitteln um 87 bis 95 Prozent senken konnte.

  • 😯

    Stress dich nicht: Ein unausgeglichener Alltag verursacht häufig Heißhunger-Attacken. Gleichzeitig steigt durch Stress das Cortisol-Level im Blut. Das Hormon kann laut einer Studie vor allem bei Frauen zu einer Gewichtszunahme führen. Versuche durch Sport oder Entspannungs-Übungen mehr Ruhe in dein Leben zu bringen.

  • 🛌

    Auch genügend Schlaf beeinflusst dein Essverhalten. Tagsüber schwankt der Hormon-Haushalt und steuert den Appetit. Mit zu wenig Schlaf gerät diese natürliche Schwankung aus dem Gleichgewicht - und kann wiederum zu Heißhunger-Attacken führen.

Veröffentlicht: 05.08.2022 / Autorin: Nicole Lemberg