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Die Extraportion Eiweiß: Was hinter dem Protein-Hype steckt

Brot, Pasta, Joghurt, Frühstücksflocken: In den Supermarktregalen stapeln sich Lebensmittel, die mit zusätzlichen Proteinen angereichert sind. Was bringt das? Im Clip: So machst du Proteinriegel selbst.

Das Wichtigste zum Thema Proteine

  • Was früher nur in Fitness-Studios auf dem Tresen stand, ist heute der Supertrend in Lebensmittelgeschäften: Proteinprodukte. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung hat sich der Umsatz in den letzten 4 Jahren fast verfünffacht.

  • Ohne Proteine, also Eiweiße, könnten wir nicht überleben. Sie setzen sich aus langen Aminosäuren-Ketten zusammen und gehören zu den Grundbausteinen unseres Körpers. Regelmäßig müssen wir eine bestimmte Menge über die Nahrung zuführen.

  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, jeden Tag 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht aufzunehmen. Etwas mehr brauchen Sportler. Eine normale gesunde Ernährung deckt aber den Bedarf.

  • Von einer zusätzlichen Protein-Zufuhr erhoffen sich manche besseres Muskelwachstum und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Andere nutzen sie zum Abnehmen, denn Eiweißprodukte halten lange satt.

  • Vermutlich kam der Trend durch den Low-Carb-Hype ins Rollen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Lebensmittel in der High-Protein-Version, etwa Eiweißbrot, Proteinmüsli, Muskel-Pasta, angereicherte Milchprodukte, Kraftriegel und mehr.

Wozu brauchen wir eigentlich Proteine?

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    Proteine sind für den Aufbau von Zellen und Gewebe wichtig. Beispiel: Kollagene.

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    Proteine helfen dem Körper, Nährstoffe wie Eisen aufzunehmen. Beispiel: Ferritin.

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    Proteine sind für den Transport von Fett und Sauerstoff zuständig. Beispiel: Hämoglobin.

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    Proteine beeinflussen die Muskelkraft und -bewegung. Beispiel: Myosin.

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    Proteine steuern viele Vorgänge im Körper in Form von Hormonen. Beispiel: Insulin.

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    Proteine sind wichtig für das Immunsystem. Antikörper (auch Immunoglobuline genannt) sind Proteine.

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    Proteine unterstützen die Verdauung. Beispiel: Sekretin.

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    Proteine halten den Stoffwechsel am Laufen. Die meisten Enzyme sind Proteine.

Zusatz-Proteine: Geniale Idee oder Marketing-Gag?

Mehr Eiweiß, mehr Effekte - oder? Ein Forscherteam von der Purdue University in Indiana wollte herausfinden, ob wir abnehmen, wenn wir mehr als die empfohlene Menge von 0,8 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht am Tag essen. Ergebnis: Die Extraportion Eiweiß allein bringt nichts. Nur die Kombination mit Sport und einer gleichzeitigen Diät macht sich auf der Waage bemerkbar.

Das Bundeszentrum für Ernährung sagt: "Für die meisten gesunden Menschen macht es wenig Sinn, mit Proteinen angereicherte Produkte zu essen, da sie ausreichend mit Eiweiß versorgt sind. Außerdem sind Lebensmittel mit zugesetztem Eiweiß nicht automatisch gesünder. Häufig enthalten sie viel Fett oder Zucker und/oder diverse Zusatzstoffe. Deshalb empfiehlt es sich, ganz genau auf der Zutatenliste zu schauen, was in dem Produkt steckt."

Foodwatch bezeichnet extra mit Proteinen angereicherte Lebensmittel als "überteuert und überflüssig". Die Produkte seien eine Masche der Lebensmittelindustrie, und die benötigte Menge könne problemlos mit der Nahrung aufgenommen werden.

Wer es trotzdem versuchen will: Schädlich sind High-Protein-Produkte wahrscheinlich nicht. Nur Menschen mit einer Vorerkrankung der Nieren oder Gicht sollten eher die Finger davon lassen.

Das steckt hinter dem Protein-Hype

Protein-Hype: Was ist dran?

Das steckt hinter dem Protein-Hype

Unzählige Produkte im Supermarkt gibt es mittlerweile auch in der "Protein-Version". Viele springen auf den Eiweiß-Hype auf - aber ist das sinnvoll? Galileo fragt eine Ernährungsexpertin.

Diese Lebensmittel sind natürliche Proteinbomben

DIY Proteinriegel: Es geht auch selbstgemacht!

Proteinriegel kannst du auch ganz leicht selbst herstellen - ganz ohne Backen. (siehe Video oben)

Dafür brauchst du:

  • 100 Gramm Haferflocken
  • 50 Gramm Proteinpulver
  • 15 Gramm gefriergetrocknetes Obst / Kirschen
  • 15 Gramm Zartbitter-Schokodrops
  • 50 Gramm Mandelmus

Und so geht's:

Die Haferflocken fein malen, bis sie zu Mehl werden. Dann alle anderen Zutaten dazugeben. Den Teig kneten. Ist er zu trocken, etwas Milch oder Wasser hinzufügen.
In die gewünscht Form drücken und ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. Herausnehmen und fertig sind die DIY-Proteinriegel. Sie halten eine bis 2 Wochen im Kühlschrank.

Veröffentlicht: 13.06.2020 / Autor: Chris Tomas