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Auch in Zukunft werden deine Organe nicht automatisch gespendet - aber würdest du es tun?

Der Bundestag hat Anfang 2020 entschieden: Auch künftig giltst du nicht automatisch als Organspender. Nur du allein entscheidest, was mit deinen Organen passiert. Eine Neuregelung wurde aber beschlossen.  
Auch in Zukunft werden deine Organe nicht automatisch gespendet - aber würdest du es tun?
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Darum ging's bei der Organspende-Diskussion

Zwischen diesen beiden Entwürfen hat der Bundestag Mitte Januar nach Jahre langer Diskussion entschieden:

Variante 1

In Deutschland herrscht zukünftig die "doppelte Widerspruchslösung": Man wird automatisch potenzieller Organspender - außer, man entscheidet sich aktiv dagegen. Außerdem müssen die Angehörigen nach dem Tod bestätigen, dass sich der Verstorbene zu Lebzeiten nie gegen eine Spende ausgesprochen hat.

Variante 2

Das neue Gesetz sieht vor, dass du mindestens alle 10 Jahre gefragt wirst, ob du Organspender werden möchtest. Das soll immer dann passieren, wenn du einen neuen Personal-Ausweis oder Reisepass beantragst. Vor Ort bekommst du Info-Material zum Thema Organspende und kannst sofort "Ja" oder "Nein" sagen. Eine Zustimmung soll aber auch online möglich werden. Auf das neue Online-Register mit den Spende-Erklärungen können Ärzte dann direkt aus dem Krankenhaus zugreifen.

Eine deutliche Mehrheit im Bundestag hat Variante 1 abgelehnt und für Variante 2 gestimmt.

Du willst mehr zum neuen Gesetz und dem Organspende-Ausweis erfahren? Alles Wissenswerte findest du auf organspende-info.de.

Organspende in Deutschland - diese Regeln galten bisher

  • ❤️

    Wer nach dem Tod Organe spenden wollte, musste sich selbstständig einen Organspende-Ausweis holen - etwa in Apotheken, beim Arzt oder online (BZgA).

  • 🤔

    Du musstest dich also bewusst mit dem Thema auseinandersetzen und selbst aktiv werden.

  • ☝️

    Ohne diesen Ausweis wurden die Organe nach dem Tod nicht gespendet. Es sei denn, Angehörige setzten sich stellvertretend dafür ein.

Organspende in Zahlen

  • 😷

    Laut der jüngsten Studie (2018) warten in Deutschland rund 9.500 Menschen auf eine Organspende - die meisten auf eine Niere.

  • Die Warteliste wächst stetig: Jährlich kommen rund 5.000 Menschen hinzu. Oft kommt die Rettung zu spät.

  • ✝️

    Rund 900 Patienten sterben jährlich an den Folgen ihrer Krankheit, weil sie keine Organspende erhalten haben.

Viele dafür, aber ...

Rund 80 Prozent der Deutschen befürworten Organspenden - aber nur 40 Prozent besitzen einen Organspende-Ausweis.

Das ergab eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse. Die Gründe: Zu wenig Information und das jedem bekannte "Auf-Morgen-Verschieben".

© Getty Images

Mehr Spender-Organe - andere Länder machen's vor

Auf 1 Million deutsche Einwohner kamen 2018 nur 11,5 Spender. Zum Vergleich: In Spanien waren es 48,3, in Österreich 24,5.

Warum ist das so? In Spanien kommt nach dem Tod automatisch jeder Mensch als Organspender in Frage - außer, die Angehörigen widersprechen.

In Österreich gilt die "Widerspruchslösung": Wer kein potenzieller Organspender sein möchte, kann das in ein Register eintragen - oder einfach eine schriftliche Ablehnung im Geldbeutel tragen. Wer das nicht tut, wird bei Bedarf automatisch zum Spender. Auch hier: Mit Einverständnis der Angehörigen.

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Veröffentlicht: 05.03.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau