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Kaffee wie vom Profi: So wirst du zum perfekten Barista!

Du liebst Kaffee? Aber nur den wirklich guten? Mit diesen kleinen Tricks gelingt er dir zu Hause - ganz ohne teure Maschine.

Das Wichtigste zum Thema Kaffee

  • In Deutschland ist Kaffee beliebter als Bier. Knapp einen halben Liter trinkt jeder Deutsche am Tag, am liebsten morgens zu Hause.

  • Offenbar schaden die Mengen nicht: Studien zeigen, dass 3 bis 4 Tassen pro Tag sogar gesund sind und wahrscheinlich das Risiko für Krebs, Demenz, Parkinson, Leberkrankheiten und Depressionen senken.

  • Entdeckt wurde der Kaffee vor mehr als 600 Jahren in der Provinz Kaffa in Äthiopien. Heute produziert allerdings Brasilien die größten Mengen, gefolgt von Vietnam, Kolumbien, Indonesien und Honduras.

  • Rund ein Drittel aller Kaffeetrinker lässt sich das Heißgetränk heute vom Vollautomaten zubereiten. Aber: Der gute alte Filterkaffee bleibt trotz aller Technik Spitzenreiter.

Checkliste: So kaufst du guten Kaffee

  • Achte auf den Preis: Guter Kaffee kostet. Für ein paar Euro im Supermarkt bekommst du keine hochwertigen Bohnen. Lass dich lieber in einer Privatrösterei beraten.

  • Das Fairtrade-Siegel garantiert einen umweltschonenden Anbau. Zudem werden die Kaffeebauern angemessen entlohnt, und es gibt keine Kinderarbeit.

  • Wird Kaffee in kurzer Zeit bei hoher Temperatur geröstet, baut sich die Gerbsäure nicht ab. Magenschonender als Heißluft-Röstungen sind langsame Trommel-Röstungen.

  • Arabica-Bohnen schmecken milder und aromatischer als Robusta-Bohnen. Die sensiblen Pflanzen wachsen in höheren Lagen. Es gibt aber auch gute Robusta-Sorten - einfach rumprobieren.

  • Wenn du ganze Bohnen kaufst, sollte die Packung ein Aroma-Ventil haben. Frische Bohnen sondern noch Kohlendioxid ab. Das Ventil lässt die Gase entweichen, ohne dass Sauerstoff hineinkommt.

  • Koffeinfreier Kaffee wird mit Lösungsmitteln behandelt. Schonende Verfahren nutzen dafür CO2 oder Ethylacetat. Schlecht: Dichlormethan, das gilt als potenziell krebserregend.

Welcher Kaffee ist der beste?

Kaffee: Welcher schmeckt am besten?

Welcher Kaffee ist der beste?

Schmeckt man einen Unterschied zwischen Pulver, Bohne und Kapsel? Im Video erfährst du es.

Die häufigsten Fehler beim Kaffeekochen

  • 🍃

    Nicht selbst mahlen: Eine eigene Kaffeemühle ist Pflicht. Aromastoffe sind flüchtig, schon wenige Minuten nach dem Mahlen verliert der Kaffee an Geschmack.

  • Mahlgrad ignorieren: Wie fein das Pulver gemahlen sein sollte, hängt von der Zubereitungsart ab. Für die French Press ist beispielsweise grob gemahlenes Pulver am besten, für türkischen Mokka hauchfeines.

  • Nicht abwiegen: Schon ein paar Gramm Kaffee mehr oder weniger beeinflussen das Aroma. Für einen halben Liter Filterkaffee etwa nehmen Profis genau 35 Gramm Kaffee.

  • 💧

    Wasserhärte missachten: Das perfekte Kaffeewasser hat plus/minus 8 Grad deutscher Härte. Kommt zu hartes Wasser aus der Leitung, nutze einen Wasserfilter. Bei zu weichem Wasser gib eine Prise Salz zum Kaffeepulver.

  • 🏃

    Zu schnell sein: Wenn du sprudelnd heißes Wasser auf den Kaffee gießt, wird er bitter. Besser: Nach dem Aufkochen eine halbe Minute warten und erst dann eingießen.

  • 🌺

    Falsch eingießen: Ob in die French Press oder in den Filter, gieß das Wasser langsam und kreisförmig aufs Pulver. Das ermöglicht geschmacksförderndes "Blooming".

  • Kaffee lange aufbewahren: Kaffee lagerst du am besten luftdicht, dunkel und kühl in einer Dose. Nach 2 Wochen schmeckt er trotzdem deutlich lascher - dann wird es Zeit für neuen.

Teste dein Kaffee-Wissen!

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Filter, French Press, Mokka-Kanne: Alles schon probiert? Lust auf etwas Neues? Kaffee lässt sich auf so viele Arten zubereiten. Es wäre schade, nur bei einer zu bleiben. Die hippsten Trends im Check!

Kaffee aus der Napoletana

Ob du den Dreh raus hast, kannst du mit einer Napoletana testen. Das Kochprinzip ist ähnlich wie bei einem italienischen Mokka-Kännchen: Du gibst Wasser in die untere Kammer, füllst Kaffee (1 gestrichener Esslöffel auf 125 Milliliter Wasser) in den Sieb-Einsatz, schraubst dann die obere Kammer drauf und stellst die Napoletana auf den Herd.

Wenn das Wasser kocht, kommt der Clou: Du wendest die Kanne um 180 Grad. Das Wasser läuft durch, fertig ist dein Kaffee.

Filterkaffee aus der Aeropress

Die Aeropress sieht simpel aus, bietet aber viele Spielmöglichkeiten in der Kaffeezubereitung. Es gibt sogar Aeropress-Meisterschaften.

Türkischer Mokka

Diese Zubereitung im Kännchen ("Cezve") ist auch auf dem Balkan und in arabischen Ländern beliebt. Pro Tasse rechnest du 1 gestrichenen Esslöffel Kaffee (7 Gramm). Optional kannst du Rosenwasser, Gewürze (zum Beispiel Kardamom) oder Zucker zum Kaffee hinzufügen.

Vietnamesischer Kaffee

Bei der vietnamesischen Variante tropft der Kaffee nach und nach in süße Kondensmilch ("Milchmädchen") hinein. Das Set dafür bekommst du im Asia-Laden. Wer's im Sommer lieber eisgekühlt mag, füllt das Glas am Schluss mit Crushed Ice auf.

Unbekannte Kaffee-Stadt: Wo liegt eigentlich Mokka?

Die Hafenstadt Mokka im Jemen - heute heißt sie al-Mukha - war viele Jahrhunderte lang das blühende Weltzentrum des Kaffeehandels. Einst wurde Kaffee nur in dieser Region angebaut. Samen und Setzlinge auszuführen war streng untersagt. Zudem wurden die Bohnen vor dem Export keimunfähig gemacht. Das sollte die Konkurrenz ausschalten.

Doch Anfang des 18. Jahrhunderts hatten die ersten Schmuggler Erfolg. Ein schwerer Schlag für Mokka: Die europäischen Kolonialmächte verschifften die Samen jetzt in ihre neu eroberten Gebiete und begannen mit dem Anbau, zum Beispiel in Brasilien. Heute hat al-Mukha keine Bedeutung mehr für die Kaffeewirtschaft, die ehemaligen Handelshäuser verfallen.

Veröffentlicht: 06.09.2020 / Autor: Chris Tomas