Eine Hommage an die Avocado
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Eine Hommage an die Avocado

vor 3 Jahren

Nein, die Avocado ist kein reines Hipster-Food, auch wenn sie aus vielen Instagram-Posts momentan nicht mehr wegzudenken ist. Wir sagen euch, warum sie wirklich so toll ist, wie alle Blogger behaupten und verraten das ein oder andere ihrer Geheimnisse:

Ja, ich gebe zu, ich bin totaler Avocado-Fan. Trotzdem will ich versuchen, so objektiv wie möglich zu bleiben. Die Betonung liegt auf: versuchen. Denn allen Kritikern und Genervten sei eines gesagt: Die Avocado ist wirklich eine tolle Frucht. Und sie hat eine ziemlich beeindruckende Geschichte hinter sich. Dazu später mehr.

https://www.instagram.com/p/BD2pp6BksOU/?tagged=avocado

Der größte Kritikpunkt, dem man sich als Avocado-Liebhaber stellen muss, ist wohl, dass sie ja nach gar nichts schmecken würde („so wie Mozzarella“ wird noch gerne hinterher geworfen). Und schon jetzt merken wir, wie schwer es wird, objektiv zu bleiben. Natürlich empfindet jeder Geschmack anders. Und während Mozzarella nach wesentlich weniger schmeckt, gestehen wir: Ja, die Avocado hat jetzt nicht den mega super abgefahrenen und ausgefallenen Geschmack, aber sie schmeckt einfach gut. Er lässt sich schwer umschreiben; sie ist cremig, sanft, aber auch vollmundig. Könnt ihr euch darunter etwas vorstellen? Wir schon. Am besten kitzelt man ihn mit ein bisschen Salz, etwas Zitrone, Knoblauch und Pfeffer heraus. Das reicht schon.

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Kommen wir zu den Fakten. Fun Fact Nummer 1: Der Name Avocado stammt von den Azteken. Fast. Genauer gesagt vom Wort Ahuacatl, aus der Sprache der Nahua-Indianer. Wörtlich übersetzt heißt es Hoden. Mmh. Ok, wenn wir uns die Form etwas genauer anschauen, sehen wir da durchaus Gemeinsamkeiten.

Avocado

Fun Fact Nummer 2: Genau diesen Azteken haben wir es zu verdanken, dass wir sie jetzt genießen können. Denn die haben sie das erste Mal kultiviert. Und das schon vor 10.000 Jahren. Ja, die wussten eben damals schon, was gut ist. Liegt wohl auch am hohen (aber gesunden) Fettgehalt. Dazu aber später mehr.

Die Spanier brachten sie schließlich von Zentralamerika in die Karibik, nach Chile und Madeira. Im 19. Jahrhundert verbreitete sie sich bis hin nach Afrika, Madagaskar, Malaysia und auf die Philippinen. Aber erst seit dem 20. Jahrhundert wird sie auch rund um das Mittelmeer angebaut.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wo denn unsere Avocados im Supermarkt herkommen. Wir sind ihrem Weg mal gefolgt:

https://www.instagram.com/p/BD2uf-WycIe/

Fun Fact Nummer 3: Die Avocado ist ganz knapp dem Aussterben entkommen. Puh. Nicht auszudenken, wenn wir dieses tolle Ding niemals kennengelernt hätten. Das war vor 10.000 bis 13.000 Jahren, als die Megafauna – wahrscheinlich auf Grund des warmen Klimas nach der letzten Eiszeit – ausstarb.

Zur gleichen Zeit begann sich der Mensch zu verbreiten. Die Avocado war vom Aussterben der großen Tiere besonders betroffen (siehe Fakt Nummer 8). Die Bäume trieben nicht mehr, die Früchte fielen zu Boden. Was ein Glück, dass der Mensch direkt um die Ecke darauf wartete, das leckere Fruchtfleisch zu verspeisen. Die Kultivierung der Avocado war geboren.

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Fun Fact Nummer 4: Avocado ist ein Gemüse. Möööp. Falsch. Die Avocado ist eigentlich ein Obst. Weil wir nämlich die Frucht der Pflanze essen und nicht die Pflanze selbst (was bei Gemüse der Fall ist). Technisch gesehen gehören sie zu den Beeren. Nur dass sie im Gegensatz zu den Üblichen einen ziemlich großen Kern haben – dazu mehr bei Fakt Nummer 8.

Spring quinoa bowl

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Fun Fact Nummer 5: Auch so ein Kritikpunkt, den man immer wieder hört: „Da ist doch ganz viel Fett drin.“ Stimmt, aber ist nur die halbe Wahrheit. Zwar enthält Avocado deutlich weniger Wasser als beispielsweise ein Apfel oder eine Orange, aber eben auch kaum Fruchtzucker. Dafür ist sie reich an Proteinen und Fetten, die verantwortlich für die cremige Textur sind.

Das sind allerdings gesunde, ungesättigte Fettsäuren, die lange satt machen. Laut Experten soll die Avocado sogar beim Abnehmen helfen. Verantwortlich dafür ist das Enzym Lipase, das die Fettverbrennung während der Verdauung steuert und das Speichern von Fett verhindert. Außerdem beinhaltet die Avocado viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Dazu gehören Kalium, Folsäure und die Vitamine C, E und K.

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Fun Fact Nummer 6: Wegen ihrer Konsistenz war sie in Deutschland nicht schon immer als Avocado bekannt. Früher nannte man sie Butterfrucht, Butterbirne oder auch Alligatorbirne. Mmh, irgendwie sind wir froh, dass sich Avocado durchgesetzt hat. Klingt exotisch. Und geheimnisvoll.

Fun Fact Nummer 7: Ok, es ist eigentlich kein richtiger Fakt, aber guckt euch diese Farben an. Optisch wertet die Avocado jedes Essen auf. Man kann sie zermatschen und als Dip oder Aufstrich servieren. Man kann sie mit einem Löffel aushöhlen, in Streifen schneiden und sie vorsichtig etwas auseinander drücken. Damit lassen sich geschwungene Formen bilden. Man kann sie auch Überbacken, beispielsweise mit einem Ei. Oder man verarbeitet sie zu einem Smoothie.

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Fun Fact Nummer 8: Warum haben Avocados eigentlich so einen großen Kern, wenn sie doch zu den Beeren gehören? Das haben wir dem südamerikanischen Riesenfaultier und Gürteltieren der Größe eines Kleinwagens vor zehntausenden von Jahren zu verdanken; im Pleistozän. Diese hatten riesige Mägen und Därme und Avocados gehörten definitiv zu ihren Leibspeisen. Wer könnte es ihnen verübeln. Entsprechend groß musste die Frucht werden. Das Verdauungssystem der Tiere zersetzte die Schale, um an das energiehaltige Fruchtfleisch zu gelangen. Den Kern mit dem leicht giftigen Persin (für Menschen total harmlos) konnten sie nicht verdauen und schieden ihn weiter entfernt wieder aus. So pflanzte sich der Avocado-Baum fort. Und je größer der Kern, umso mehr Gene für den neuen Baum konnten darin gelagert werden. Die Avocado ist also auch eine ganz Clevere.

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Fun Fact Nummer 9: Der Einkauf. Viele sind sich unschlüssig, ob sie die ganz harten oder die ganz weichen Avocados kaufen sollten. Kommt drauf an, was ihr damit machen wollt. Sehr weiche eignen sich natürlich super, um Guacamole oder Aufstriche herzustellen. Etwas härtere sind praktisch, wenn ihr einzelne Scheiben haben wollt. Ganz harten fehlt noch der Geschmack. Die dürfen noch ein, zwei Tage reifen (gerne auch bei euch zuhause bei Zimmertemperatur).

Mittlerweile werden viele Sorten mit einem Sticker versehen, der einem sagt, wie reif sie sind. Einen Haushaltstrick gibt es natürlich auch: Wenn ihr den kurzen Stiel ab macht und das Fleisch darunter grün ist, ist sie perfekt. Mitnehmen. Ist das Fruchtfleisch braun, ist sie überreif. Aber jetzt bitte nicht alle Stiele im Supermarkt abrupfen.

Current obsession (well avo on toast is a regular): home made spelt sourdough with fermented cashew cheese, radishes, black hawaiian salt and chives. Cashew cheese is real easy to make: 2 cups raw cashews soaked overnight and rinsed. Blend this with a half a cup of water and the inside of a probiotic capsule (make sure it is milk free) or 1/4 tsp of raw white miso. Blend everything really smooth in a high speed blender. If it needs some more liquid add a tablespoon at at time. Put this in a clean glass jar covered with a cheesecloth and let ferment on the countertop on roomtemperature for 24 hrs. In this time a sponge like concistency will develop, that is normal effect! It is ready when it smells a bit sour, if it smells like nuts leave to ferment a bit more. When ready blend in 1/4 tsp of salt, 1/2 tap of salt and if you like some nutritional yeast (1 tablespoon). You can also add other herbs and spices, be creative!! Now you have a spreadable cashew cheese that you can use for about anything and on everything !! Store in the fridge it will keep for 3-4 days (if it lasts that long!). #avocadotoast #cashewcheese #fermentation #vegan#healthyeats

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Fun Fact Nummer 10: Dass eine aufgeschnittene Avocado länger ihre Farbe behält, wenn man direkt nach dem Aufschneiden etwas Zitronensaft auf sie träufelt, wissen mittlerweile die meisten. Braun wird sie leider trotzdem, aber die Oxidation mit dem Luftsauerstoff wird verlangsamt und sie bleibt länger hell. Ein anderer Trick ist, bei einem für Gäste vorbereiteten Avocado-Dip einfach den Kern mit in die Creme legen (denn auch er verzögert die Oxidation). Das funktioniert auch, wenn ihr beispielsweise nur eine Hälfte benutzen wollt. Nehmt die ohne Kern und packt die mit Kern zusammen mit etwas Zitronensaft und Frischhaltefolie in den Kühlschrank. Wichtig: Je mehr Sauerstoff an die Avocado kommt, desto schneller wird sie braun (also helfen auch Tupperdosen).

Fun Fact Nummer 11: Jeder hat schon mal gehört, dass man selbst aus einer Avocado einen Baum wachsen lassen kann. Das stimmt so weit. Dafür einfach den Kern aufgespießt auf Zahnstochern auf ein Wasserglas legen, so dass er bis zur Hälfte im Wasser liegt, spitze Seite nach oben. Dann ab aufs Fensterbrett, regelmäßig Wasser nachgießen. Nach ein paar Wochen beginnt er zu keimen und mit den ersten Blättern kann man ihn in einen Blumentopf umsiedeln. Blüten oder Früchte wird sie nicht tragen, aber hübsch ist die Pflanze trotzdem.

Und jetzt mal ganz im Ernst: Wer von euch jetzt immer noch keine Lust auf Avocado hat, mit dem stimmt etwas ganz und gar nicht. Zur Strafe muss er sich 20 Mal den Avocado-Song reinziehen:

Und wem die Avocado im herkömmlichen, herzhaften Sinn über ist, der versucht sich einfach mal einem Dessert, der Mousse au Avocado:

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