So verwandelte sich die erde in einen gigantischen Schneeball
via Science Daily, Copyright: NASA

So verwandelte sich die Erde in einen gigantischen Schneeball

vor 7 Monaten

Vor rund 700 Millionen Jahren war unser Planet fast komplett von Eis bedeckt. Dieses Phänomen ist heute als „Schneeballerde“ bekannt. Lange wurde über die Ursache der Eismassen gerätselt. Nun verkünden zwei Wissenschaftler, das Geheimnis gelüftet zu haben.

Was ist die „Schneeballerde“?

In der Vergangenheit kühlte sich die Erde einige Male stark ab. Durch die enorme Kälte breiteten sich Gletscher weltweit aus. Diese Phasen der Vereisung erstreckten sich über lange Zeitspannen und sind als Eiszeiten bekannt. Über das genaue Ausmaß der Vergletscherung sind sich die Wissenschaftler aber noch nicht ganz einig.

 

Gletscher
Während der Eiszeiten breiteten sich die Gletscher bis in tropische Zonen aus.
© via Wikimedia / Marianocecowski / CC BY-SA 3.0

 

Eine der Kältephasen begann vor rund 720 Millionen Jahren. Sie ist heute als Sturtische Eiszeit bekannt. Kurz nach ihr folgte eine zwei Kältewelle, die vor circa 635 Millionen Jahren endete. Während dieser beiden Kältephasen soll der Planet fast völlig von Gletschern und Schnee bedeckt gewesen sein. Das brachte der globalen Vereisung den sehr bildlichen Namen „Schneeballerde“ ein. Ob der Planet wirklich so vereist war, wie es die Schneeball-Theorie vermuten lässt, war bisher umstritten. Eine wichtige Frage war noch unbeantwortet: Was löste die globalen Vergletscherung aus?

Nun haben zwei Wissenschaftler der Universität Harvard ein Puzzleteil entdeckt, dass zur Aufklärung dieses Rätsels beitragen kann.

Die Schneeballerde
So könnte die Erde während einer Kältephase ausgesehen haben.
© via Science Daily, Copyright: NASA

Was führte zur globalen Vereisung?

Die beiden Professoren Francis Macdonald und Robin Wordsworth meinen, diese Frage beantworten zu können. Ihre Theorie: Die Sturtische Eiszeit wurde durch Vulkane ausgelöst.

So funktioniert es: Bricht ein Vulkan aus, werden Gase und Dreck in die Luft geschleudert. Davon ist besonders die Stratosphäre betroffen. Das ist die Luftschicht, die sich circa 15 bis 50 Kilometer über der Erde befindet. Die Asche und das Schwefeldioxid aus dem Vulkan legen sich in dieser Höhe wie ein Schleier über die Welt. War der Ausbruch stark genug, verteilt sich der über die gesamte Erdkugel.

Der Schmutz in der Luft wirkt nun wie ein Filter. Er blockt Sonnenstrahlen ab oder nimmt sie auf. Dadurch wird die Stratosphäre wärmer. Gleichzeitig kommt aber weniger Licht auf der Erdoberfläche an – die Erde kühlt ab. Obwohl es regional auch zu Erwärmungen kommen kann, wird dies als „Vulkanischer Winter“ bezeichnet.

Laut den Forschern war dieser Vorgang vor über 700 Millionen Jahren der Startschuss für die massive Ausbreitung der Gletscher. Dafür spricht eine zeitliche Übereinstimmung. Genau zu Beginn der Sturtischen Eiszeit kam es zu mehreren verheerenden Vulkanausbrüchen. Die waren so stark und weit verbreitet, dass sie das ganze Gebiet vom heutigen Alaska bis Grönland verwüsteten.

Vulkanausbruch
Bei einem Vulkanausbruch werden viele Gase und Asche in die Luft geschleudert.
© via pixabay, skeeze, CC0 Public Domain

Dabei wurden Unmengen von Schwefelgasen frei. Die sind dafür bekannt, besonders wenig Licht durchzulassen. Weil die Erde sich bereits in einer etwas kühleren Phase befand, waren die Folgen enorm. Die Erde kühlte extrem ab und das Eis breitete sich über den Planeten aus. Die nun entstandenen Gletscher warfen zusätzlich Sonnenstrahlen zurück. Es begann eine Ära der Kälte.

Vulkanausbrüche senken noch heutzutage die Temperaturen und sorgen immer wieder für Chaos. Wie gefährlich sie für das Klima und Leben auf der Erde sind, seht ihr hier:

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