Einige Forscher gehen davon aus, dass der Zeitpunkt unseres Todes in unseren Genen vorprogrammiert ist
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Einige Forscher gehen davon aus, dass der Zeitpunkt unseres Todes in unseren Genen vorprogrammiert ist

vor 5 Monaten

Der Tod – viele fürchten sich davor, weil niemand weiß, was danach kommt. Und auch nicht, wann er kommt. Bisher sind Forscher davon ausgegangen, dass unser Körper automatisch versucht, das Maximum an Lebensspanne herauszuholen. Jetzt glauben einige Wissenschaftler aber, dass das nicht stimmt und wir nicht etwa sterben, weil unser Körper zu alt und zu schwach ist, sondern es bestimmte Gene in unserem Körper sind, die unseren Tod vorprogrammieren.

Seit dem späten 19. Jahrhundert gehen Forscher eigentlich davon aus, dass die natürliche Selektion Individuen hervorbringt, die möglichst lange leben. Das macht ja auch Sinn, denn je länger man lebt, desto mehr Zeit hat man, seine eigenen Gene zu verbreiten und somit die eigene Art zu erhalten.

Forscher rund um den Physiker Yaneer Bar-Yam behaupten jetzt aber in einer neuen Studie das Gegenteil: Nach ihnen haben Organismen eine innere Uhr, die bestimmt, wie lange sie leben. Demnach wäre in unseren Genen vorprogrammiert, wann wir sterben sollen.

Zunächst einmal klingt das ziemlich absurd, denn unsere Evolutionstheorie basiert auf einem egoistischen Prinzip des Lebens, nämlich dem der Maximierung der eigenen Lebensspanne. Das ist sinnvoll, denn eine Erblinie, die bereits vor ihrem natürlichen biologischen Verfall stirbt, würde sich nicht lange halten.

Doch es gibt viele Arten, die sich genau gegenteilig verhalten – so zum Beispiel der Oktopus. Sobald der Oktopus nämlich Nachwuchs gezeugt und in die Welt gesetzt hat, stirbt er. Dies hängt mit einer speziellen Hormondrüse zusammen, die nach der Geburt aktiv wird und zum Tod führt. Wissenschaftler haben bereits Experimente durchgeführt, in denen sie dem Oktopus diese Drüse direkt nach der Geburt entfernten und – siehe da – er überlebte. Das heißt, in den Genen des Oktopus war bereits festgeschrieben, nach welchem Ereignis er sterben würde und das hatte nichts mit dem natürlichen biologischen Verfall seines Körpers zu tun.

Aber warum sollte ein Organismus sterben, obwohl sein Körper eigentlich noch lebensfähig ist? Darauf haben die Forscher eine ganz einfache Antwort: Ressourcen-Knappheit oder ein begrenzter Lebensraum. Das sind zwei der Hauptgründe dafür, warum die Evolution zu solchen vorprogrammierten Toden geführt hat. Diese umweltbedingten Faktoren sind aber sehr individuell, weshalb für solch eine Studie jeder Organismus in seinem jeweiligen Lebensraum betrachtet werden muss. Das haben die Forscher dieser Studie mithilfe einer neu entwickelten Methode versucht, dem sogenannten „spatial modeling“, was übersetzt so viel heißt wie „räumliche Modellierung“. Mit dieser Methode konnten die Forscher zeigen, dass Eigenschaften, die auf kurze Zeit sehr nützlich wirken – wie beispielsweise die Langlebigkeit eines Individuums oder der egoistische Konsum von Ressourcen – in bestimmten Lebensräumen auf lange Sicht einen signifikanten Nachteil haben können und anders herum.

Mit dieser Methode – die jeden Organismus individuell in seinem Lebensraum betrachtet – wollen die Forscher genau den Fehler vermeiden, den sie in bisherigen Theorien zur Lebensspanne von Lebewesen sehen. Laut der Wissenschaftler haben vorherige Studien mit Durchschnittswerten von Organismen und ihren Umgebungen gerechnet. Dadurch wurde aber die komplexe Beziehung zwischen jedem Individuum und seiner Umwelt ignoriert.

Bar-Yam und sein Team konnten mit ihrer Methode bereits beweisen, dass ein frühzeitiger Tod in unzähligen ein- und mehrzelligen Organismen genetisch vorprogrammiert ist – so wie beim Oktopus. Da es so viele Lebewesen gibt, die diesem Evolutions-Schema folgen, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass auch der Mensch einen Mechanismus besitzt, der seine Lebensspanne terminiert – noch bevor sein Körper biologisch verfallen ist. Ob das aber tatsächlich der Fall ist, muss noch nachgewiesen werden.

Wenn es bei uns Menschen allerdings einen ähnlichen Mechanismus gäbe wie bei den Oktopussen, dann könnte der vermutlich ebenfalls manipuliert und unsere Lebenspanne damit verlängert werden. Eine ziemlich gruselige Vorstellung, wo der angeblich älteste Mensch der Welt bisher schon 149 Jahre alt geworden ist…

Aber was passiert überhaupt mit uns, wenn wir sterben? Wissenschaftler haben jetzt Gehirnströme von Menschen direkt nach ihrem Tod gemessen – und dabei Überraschendes festgestellt:

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