Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca.

Zulassung für den AstraZeneca-Impfstoff: So wirkt er

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den AstraZeneca-Impfstoff in der EU empfohlen. Wie wirkt das Vakzin? Und für wen ist es nicht geeignet? Alle Infos im Überblick.
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Das Wichtigste zum Thema Astrazeneca-Impfstoff

  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den AstraZeneca-Impfstoff in der EU empfohlen.

  • "Bedingt" heißt, dass der Hersteller verpflichtet ist, auch nach Beginn der Impfungen Daten etwa zur Langzeitwirkung an die EMA zu übermitteln.

  • Die Zulassung gilt für Personen ab 18 Jahren. Das teilte die EMA heute (29. Januar) in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss jetzt die EU-Kommission treffen - das ist Formsache. Damit ist der Weg frei für den 3. Corona-Impfstoff.

  • In Großbritannien wird das Vakzin schon seit Anfang Januar eingesetzt. In der EU sind bisher nur die Impfstoffe der Hersteller Pfizer/Biontech sowie Moderna zugelassen.

  • Das Mittel von AstraZeneca basiert auf der abgeschwächten Version eines Erkältungs-Virus bei Schimpansen. Was genau das bedeutet? Einfach runter scrollen!

Der Impfstoff von AstraZeneca

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    Das Vakzin habe eine Wirksamkeit von 70 Prozent gegen Covid-19. Das teilte das Unternehmen auf Basis von Zwischen-Ergebnissen aus der wichtigen Testphase 3 mit. Berücksichtigt wurden sowohl Daten bei einmaliger als auch zweifacher Impfung.

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    Das Mittel mit dem Namen AZD1222 bot angeblich einen 90-prozentigen-Schutz, wenn Teilnehmende zunächst eine halbe Dosis erhielten und einen Monat später eine ganze. Dagegen lag die Wirksamkeit nur bei 62 Prozent, wenn die Probanden 2 Mal eine volle Dosis gespritzt bekamen, berichtet AstraZeneca.

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    Der gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelte Wirkstoff kann den Angaben zufolge bei Kühlschrank-Temperaturen von 2 bis 8 Grad für mindestens 6 Monate gelagert werden.

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    Der AstraZeneca-Impfstoff ist der günstigste: Eine Dosis soll umgerechnet rund nur 1,78 Euro kosten.

Die Impfstoffe von Moderna, Biontech/Pfizer und Astrazeneca im Vergleich.

AstraZeneca-Impfstoff: Vor- und Nachteile

👎 Der Nachteil des AstraZeneca-Vakzins: Experten der Ständigen Impfkommission äußerten am 28. Januar, das Mittel sei aufgrund von derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren zu empfehlen.

Trotz der Bedenken empfehlen die EMA-Experten die Zulassung für Menschen aller Altersstufen ab 18 Jahren. Die sei zu vertreten - auch wenn es nur vergleichsweise wenige Testpersonen über 55 Jahre gegeben habe. Die Begründung der EMA: gute Test-Ergebnisse bei den übrigen Altersgruppen sowie Erfahrungswerte mit anderen Impfstoffen.

Vor der Zulassungs-Empfehlung seien die Daten zum Wirkstoff gründlich geprüft worden, sagte EMA-Chefin Emer Cooke. "Die wissenschaftliche Basis unserer Arbeit unterstreicht unsere feste Verpflichtung, die Gesundheit von EU-Bürgern sicherzustellen."

Die große Frage ist aber eher: Wann wird der Impfstoff geliefert? Darüber streitet die EU aktuell mit AstraZeneca.

👍 Der Vorteil des AstraZeneca-Vakzins: Es muss nicht tiefgekühlt gelagert werden, was die Verteilung vereinfacht. Außerdem gilt es als besonders preiswert und handlich für Massen-Impfungen.

So wirkt der Impfstoff von AstraZeneca

Der Wirkstoff AZD1222 beruht anders als der von Biontech/Pfizer nicht auf mRNA, sondern auf einer abgeschwächten Version eines Erkältungs-Virus von Schimpansen, das gentechnisch verändert wurde - ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Er enthält genetisches Material eines Oberflächen-Proteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt.

Das Mittel wirkt 2-fach: Es soll die Bildung von spezifischen Antikörpern und T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig.

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Veröffentlicht: 29.01.2021 / Autor: Viviane Osswald