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Wie lange ist man nach einer Corona-Infektion immun?

Wenn eine Person schon Corona hatte: Wie lange ist sie dann vor einer neuen Infektion geschützt? Und sollten sich Genesene impfen lassen? Was man bisher darüber weiß, erfährst du hier.
Wie lange ist man nach einer Corona-Infektion immun?0

Das Wichtigste zum Thema immun nach Covid-19

  • Eine überstandene Corona-Erkrankung schützt in gewissen Maßen erst mal vor einer neuen Infektion. Doch der Immun-Schutz variiert und hält wohl nicht ewig an.

  • Bei der Mehrzahl der Corona-Patienten scheint die Antikörper-Konzentration mindestens 5 Monate relativ stabil zu bleiben. Wie es danach aussieht, ist bisher unklar.

  • Laut einer neuen Studie sind die meisten Genesenen offenbar auch noch nach 8 Monaten immun. Es befanden sich zu diesem Zeitpunkt immer noch verschiedene schützende Immun-Zellen im Blut. Details dazu unten.

  • Wenn sich eine Person trotzdem kurz nach einer Corona-Erkrankung ein zweites Mal infiziert, erwarten Forscher einen milderen Verlauf. Das Immunsystem kann sich zumindest etwas besser gegen die Viren wehren.

  • Ganz sichere Aussagen zur Immunität lassen sich aber nicht treffen. Dazu fehlt es an großen Daten-Mengen. Zudem unterscheidet sich das Immun-Gedächtnis des Körpers zwischen Personen teils stark.

  • Einige bilden während Covid-19 weniger Immun-Zellen als andere. Diese schützen dann auch im Nachhinein schlechter und kürzer. Die Schwere der Erkrankung spielt dabei eine Rolle: Bei keinen oder nur leichten Beschwerden ist der Immun-Schutz später oft geringer.

  • Eine 2. Infektion ist möglich. Bisher sind jedoch nur wenige Fälle bekannt.

Die Suche nach Antikörpern und Gedächtniszellen

Um mehr über die Immunität nach einer Corona-Erkrankung herauszufinden, untersuchten US-Forscher das Blut von 188 ehemaligen Corona-Patienten. Bei 95 Prozent fanden sie 5 bis 8 Monate nach der Infektion noch schützende Immun-Zellen. Und zwar:

👉Antikörper, die die Corona-Viren markieren. So werden Fress-Zellen angelockt, die die Viren zerstören. Zudem binden sich die Antikörper an wichtige Oberflächen-Proteine der Viren. Mit denen docken die Viren normalerweise an die Körper-Zellen an, um sie zu befallen. Die Antikörper verhindern das.

Für 6 Monate war die Antikörper-Menge bei der Mehrheit der ehemaligen Corona-Patienten relativ stabil. Danach nahm sie zwar ab, aber großenteils waren auch nach 8 Monaten noch Antikörper nachweisbar.

Doch der Immunschutz scheint stark zu variieren: In anderen Untersuchungen haben Forscher bei einigen Patienten mit milden Verläufen schon nach 3 bis 7 Wochen keine Antikörper mehr gefunden.

👉Langlebige B-Gedächtniszellen sorgen dafür, dass der Körper bei erneuter Infektion viele neue Antikörper bildet. Sie merken sich nämlich deren Bauplan.

Die Anzahl der B-Zellen im Blut der Genesenen war 6 Monate nach der Infektion sogar höher als einen Monat danach.

👉Die Forscher fanden außerdem T-Gedächtniszellen, die sich ebenfalls bestimmte Proteine des Virus "merken" und bei einer erneuten Infektion die Aktivierung von Killer-Zellen fördern. Letztere erkennen mit Viren befallene Körper-Zellen und vernichten sie. Die Viren-Ausbreitung wird so gestoppt.

😕 Die Menge anderer T-Zellen, die ebenfalls für eine Immun-Abwehr wichtig sind, nahm dagegen relativ schnell nach der Infektion wieder ab. Zudem ist noch ungewiss, ob T-Zellen auch dann Schutz bieten, wenn kaum Antikörper vorhanden sind.

Ist die Angst vor den Corona-Mutationen berechtigt?

Ist die Angst vor den Corona-Mutationen berechtigt?

Aktuell untersuchen Forscher, wie gut Corona-Genesene vor den neuen Virus-Varianten geschützt sind. Was es mit den Mutationen auf sich hat, siehst du im Clip. Ob die Impfstoffe dagegen wirken, erfährst du hier. 

 

Und wie lange schützt die Impfung vor Corona?

  • 📝

    Das weiß man aktuell noch nicht. Es fehlt an Langzeit-Studien.

  • 💉

    Die Impfung gegen Corona gaukelt dem Körper eine Infektion mit dem Corona-Virus vor.

  • 💪

    Das Ziel: Er soll einen Immun-Schutz aufbauen, also Antikörper und Gedächtnis-Zellen produzieren. Wie Impfungen genau funktionieren, erklären wir hier.

  • 📆

    Forscher vermuten aufgrund der Antikörper-Menge bei Geimpften, dass die 1 bis 3 Jahre oder sogar länger vor Covid-19 geschützt sind. Danach wäre eine Auffrischungs-Impfung nötig.

Sollten sich auch Corona-Genesene impfen lassen?

Bisher sind keine negativen Auswirkungen infolge einer Impfung nach einer durchgestandenen Infektion bekannt. Allerdings hatte nur ein kleiner Anteil der Probanden in den großen Impf-Studien zuvor Corona.

Vieles deutet darauf hin, dass der Immun-Schutz von Corona-Genesenen nach einer gewissen Zeit schwindet. Daher wäre eine Impfung nach einiger Zeit sinnvoll - besonders, wenn man keine oder nur milde Symptome hatte. Ob dann vielleicht eine Impfdosis reicht, muss in den nächsten Monaten oder Jahren geprüft werden.

Werden Corona-Genese in Deutschland überhaupt geimpft?

  • 6️⃣

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit kurzem eine Corona-Impfung etwa 6 Monate nach der Genesung - unter Berücksichtigung der Priorisierung. Wer als erstes geimpft wird und warum >> hier.

  • Grundlage für diesen Beschluss sind in erster Linie der bestehende Impfstoff-Mangel und die Annahme, dass man nach einer durchgemachten Infektion in gewissen Maßen und für gewisse Zeit immun ist.

  • 🤒

    Auch will man so unbekannte Nebenwirkungen vermeiden, die möglicherweise durch frühzeitiges Impfen nach einer Infektion ausgelöst werden.

Veröffentlicht: 05.02.2021 / Autor: Larissa Melville