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Lockdown und Maskenpflicht - was hat's gebracht?

Waren die Maßnahmen wirklich nötig? Ja, sagt ein deutsches Forscherteam - und veröffentlicht eine Analyse zur Wirksamkeit des Lockdowns. Außerdem: Was wir von Hamstern mit OP-Masken lernen können und was der "goldene Mittelweg" ist.
Die Corona-Pandemie fiel nicht so schlimm aus, wie zunächst erwartet. Das haben wir auch die Lockdown-Maßnahmen zu verdanken.

Die Rechnung geht auf - das ergab die neue Studie zum Lockdown

Die "große Infektionswelle" blieb in Deutschland aus. Zufall oder Ergebnis der getroffenen Maßnahmen? Das erforschten Wissenschaftler um Jonas Dehning vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Die Forscher untersuchten den Zusammenhang der Fallzahlen in Deutschland mit den Maßnahme-Paketen der Regierung.

 

Das zeigte die Rechnung

Der Rückgang der Infektionen stimmt mit den zeitlichen Ereignissen überein: Jeweils rund 2 Wochen nach dem Greifen der Maßnahmen (so lange kann die Inkubationszeit dauern) sank die Wachstumsrate sichtlich:

  • 9. März: Absage von Großveranstaltungen mit 1.000 Teilnehmern: Die Rate sank von etwa 30 Prozent auf 12 Prozent.
  • 16. März: Schließung von Schulen, Kindergärten und den meisten Geschäften: Die Rate fiel auf rund 2 Prozent.
  • 23. März: Kontaktsperren und Schließung aller nicht essentiellen Geschäfte: Die Rate lag etwa bei -3 Prozent

Erst bei einer Wachstumsrate von Null gewinnen die Genesungen

Die Wachstumsrate ergibt sich aus der Zahl der Neuinfektionen minus der Zahl der Genesenen. Ist die Wachstumsrate größer als 0, steigen die Fallzahlen exponentiell. Ist sie kleiner als 0, dominieren die Genesungen und die Zahl der Neuinfektionen geht zurück. Du willst noch mehr über die wichtigsten Corona-Kennzahlen wissen? Dann bist du hier genau richtig.

💡 Erst durch die Ausgangsbeschränkungen und das Social Distancing sank der Wert auf unter 0. Deshalb waren die Maßnahmen laut den Forschern des Max-Planck-Instituts notwendig - ohne sie wäre die Kurve nicht so schnell abgeflacht.

Der "goldene Mittelweg" zwischen Wirtschaft und Medizin: die Reproduktionsrate 0,75

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    Die Reproduktionsrate (R) ist das "Barometer"der Corona-Maßnahmen. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt. Ist sie bei 1, steckt der Erkrankte 1 weitere Person an. Sinkt sie unter 1, geht die Zahl der Infizierten zurück.

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    Laut RKI liegt die ideale Reproduktionsrate bei 0,75. Bei diesem Mittelwert kann sich die Wirtschaft vergleichsweise schnell erholen und die Todesfälle bleiben verhältnismäßig gering.

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    Virologe Christian Drosten sagte im NDR-Podcast "Coronavirus Update": "Es gibt nicht kollidierende Interessen zwischen Wirtschaft und Gesundheit. Es ist ein gemeinsames Interesse."

Hamster mit OP-Masken?

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    Weltweit forschen Wissenschaftler am Corona-Virus und seiner Eindämmung. In Hongkong konnte ein Forscher-Team um Yuen Kwok-Yung an Hamstern nachweisen, dass OP-Masken das Ansteckungsrisiko um mehr als 60 Prozent verringern.

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    Tiere, die sich trotz Masken infizierten, hatten außerdem einen leichteren Krankheitsverlauf.

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    Für die Studie platzierten die Forscher einen Käfig mit an Corona erkrankten Hamstern neben einem Käfig mit gesunden Nagern. Zwischen den Käfigen spannten sie OP-Masken auf.

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    Yuen Kwok-Yung ist Mikrobiologe und war 2003 einer der Entdecker des SARS-Virus.

Ist die Maskenpflicht wirksam? Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

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    Auch Pneumologen (Lungen-Mediziner) in Deutschland forschen unermüdlich am Corona-Virus. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) gab nun ein offizielles Statement zur Wirksamkeit der Maskenpflicht:

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    Sowohl chirurgische als auch nicht-medizinische, aus Stoffen hergestellte Masken, haben einen Fremdschutzeffekt. "Zwar kann ein Mund-Nasen-Schutz die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern, er verringert jedoch die Gefahr, indem er infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abfängt", so Dellweg, Chefarzt und Pneumologe.

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    "Infektion und Schwere der COVID-19-Erkrankung hängen sehr wahrscheinlich mit der inhalierten Virendosis zusammen. Jede Verringerung dieser Dosis - zum Beispiel durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes - ist somit von Vorteil", sagt Dr. med. Michael Pfeifer, Präsident der DGP.

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    Laut DGB sind Mund-Nasen-Masken ein zusätzlicher Schutz - sie ersetzen die anderen Maßnahmen nicht: "Verhalten Sie sich (...) so, als ob Sie keine Maske tragen: Verzichten Sie nicht auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen und husten und niesen Sie in die Armbeuge", erklären die Experten. "Vermeiden Sie außerdem Berührungen im Gesicht und an der Maske und waschen Sie sich nach dem Absetzen der Maske sofort die Hände."

Veröffentlicht: 19.05.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau