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Selbst- und kostenlose Schnelltests

Corona-Schnelltests: Wann sie sinnvoll sind - und wann nicht

Bisher haben wenige Menschen einen vollständigen Corona-Impfschutz. Wichtige Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen im Griff zu haben, sind Selbst- und kostenlose Schnelltests. Wir klären, was jetzt gilt und worauf du achten musst.  
Corona-Schnelltests: Wann sie sinnvoll sind - und wann nicht
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Das Wichtigste zum Thema Selbst- und kostenlose Schnelltests

  • In vielen Regionen Deutschlands sind Antigen-Schnelltests wichtige Bausteine des Lockdown-Ausstiegs. Neben von Profis durchgeführten Schnelltests gibt es mittlerweile auch Selbsttests für zu Hause, etwa im Drogerie- und Supermarkt.

  • Expert:innen rufen zu einem verantwortungsvollen Gebrauch der Selbsttests auf: Ein positives Ergebnis müsse schnellstmöglich durch einen PCR-Test überprüft und weitere Kontakte vermieden werden.

  • Außerdem sollte man sich laut Virologe Christian Drosten nach einem negativen Schnelltest-Ergebnis nicht in falscher Sicherheit wiegen.

  • In der Praxis würden Fachleute nämlich feststellen, dass die Schnelltests nur beim größten Teil der ansteckenden Tage anschlagen. Ein Test in der Frühphase, direkt bei Symptom-Beginn, kann aber noch negativ ausfallen.

  • Wo ein Corona-Schnelltest sinnvoll ist, welche du machen kannst und worauf du dabei achten musst - wir haben den Überblick.

Diese Coronatest-Möglichkeiten gibt es

  • 👨‍🔬

    PCR-Tests werden im Testzentrum durchgeführt und im Labor ausgewertet. Sie liefern das genaueste Ergebnis, allerdings oft erst nach 1 bis 3 Tagen.

  • PCR-Schnelltests sind im Gegensatz zu PCR-Tests außerhalb eines Labors möglich. Sie sind weniger zuverlässig als PCR-Tests und zeigen die Virusmenge nicht an, dafür ist das Ergebnis nach rund 2,5 Stunden da.

  • Antigen-Schnelltests und Selbsttests liefern schon nach etwa 15 Minuten ein Ergebnis. Sie suchen in Abstrich-Proben nicht nach Erbgut (wie PCR-Tests), sondern nach Molekülen, die charakteristisch für das Virus sind. Das ist jedoch noch etwas weniger präzise. Das heißt: Schnell- und Selbsttests erweitern die bisherige Test-Strategie sinnvoll, ersetzen diese aber nicht.

Mit Schnelltests aus dem Lockdown? Das gibt es zu beachten

Virologe Christian Drosten hält den Einsatz von Schnelltests in folgenden Situationen für sinnvoll:

  • bei Menschen mit Symptomen
  • in regelmäßiger Anwendung, zum Beispiel in Schulklassen und am Arbeitsplatz

Zwar könne eine frische Infektion dann in einzelnen Fällen übersehen werden, aber wenige Tage später falle sie auf - und mache so eine Nachverfolgung möglich.

Corona-Symptome


Diese Symptome treten laut Robert Koch-Institut häufig bei einer Covid-19-Infektion auf.
© Galileo

Gefährlich würden Schnelltests laut Drosten in Situationen, in denen Infizierte durchrutschen und so und andere Menschen anstecken könnten. Das wäre zum Beispiel bei Einlass-Kontrollen im Theater oder auf einem Konzert oder an der Eingangstür eines Restaurants der Fall.

"Es ist nicht so simpel, wie es in der Politik dargestellt wird - nach dem Motto: Jetzt kann alles öffnen, weil wir ja die Schnelltests haben." Zwischen 40 Prozent und 60 Prozent der Infektionen werden bei Schnelltests übersehen, so Drosten.

Wo du Corona-Schnelltests machen kannst

👌 1 kostenloser Schnelltest wöchentlich

Seit 8. März können alle Bürgerinnen und Bürger einen Antigen-Schnelltest pro Woche gratis in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren machen, die Kosten dafür übernimmt der Bund.

Das Bundes-Kabinett hat nun, neben der Änderung des Infektionsschutz-Gesetzes, eine Testpflicht am Arbeitsplatz auf den Weg gebracht. Der Entwurf einer geänderten Arbeitsschutz-Verordnung sieht vor, dass Unternehmen ihren Beschäftigten in der Regel 1 Mal in der Woche Tests zur Verfügung stellen. Dies hält Christian Drosten für einen ersten richtigen Schritt - auch wenn 2 Tests pro Woche sinnvoller wären.

🏠 Corona-Selbsttests für zu Hause

Mittlerweile kannst du die Selbsttests für zu Hause in Drogerien und Supermärkten kaufen. Zu den Händlern, die sie verkaufen, gehören unter anderem Aldi, Lidl, Rewe, Real, Netto, DM, Rossman, Douglas, Müller und Edeka. Ein Testkit kostet etwa 5 Euro. Im Gegensatz zu den anderen Testmethoden übernimmt der Staat hierfür nicht die Kosten.

Mit diesen Tricks fällst du nicht auf Fake-Angebote im Netz herein.

Welche Corona-Selbsttests sind zugelassen?

Bevor ein Selbsttest ohne professionelle Hilfe verwendet werden kann, ist dieser schon als Schnelltest im Einsatz. Ob sich dieser auch für Laien zu Hause eignet, entscheidet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). 

Nach dem Antrag des Herstellers geht es in einer Prüfung darum, ob Laien den Test selbst anwenden können. Beim Selbsttest etwa soll der Abstrich im Vergleich nicht zu tief in der Nase notwendig sein.

Über eine Online-Liste informiert das (BfArM), welche Corona-Schnelltests eine Sonderzulassung nach §11 Absatz 1 Medizinproduktegesetz (MPG) erhalten haben. Bisher sind 40 Schnelltests zugelassen.

Effizientere Coronatests durch Pooling?

Effizientere Coronatests durch Pooling?

Pooling ist eine neue Art der Coronatests, bei der gleich mehrere Personen auf einmal getestet werden können. Ist keiner der Gruppe mit Covid-19 infiziert, kann man so schneller wieder etwas zusammen unternehmen, ohne sich Sorgen machen zu müssen.

Wie stehst du zu Corona-Selbsttests?

Das solltest du dir merken

  • 💡

    Kurz gesagt: Regelmäßige und flächendeckende Schnell- und Selbsttests sind ein weiterer Schlüssel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie allein garantieren aber keinen Freifahrtschein.

  • 🧫

    Im Gegensatz zu PCR-Tests benötigen Schnelltests eine höhere Virus-Konzentration, um eine Ansteckung verlässlich zu erkennen. Sehr infektiöse Corona-Erkrankte erwischt ein Schnelltest also in der Regel, Infizierte ohne merkliche Symptome hingegen bleiben zunächst unerkannt.

  • 🙈

    Bei einem falsch-negativen Test können Infizierte das Virus somit weitertragen, ohne es zu wissen. Falsch-positive Ergebnisse hingegen zwingen Menschen bis zu einem negativen PCR-Test zur Quarantäne.

  • 📆

    Besonders effektiv sind Schnelltests daher, wenn sie mehrmals pro Woche eingesetzt werden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, positive Fälle zu finden, bevor diese Menschen das Virus noch lange Zeit weitertragen.

  • 👩‍🔬

    Wiederkehrende Schnelltests gleichen dadurch die geringere Genauigkeit gegenüber PCR-Tests ein Stück weit aus. Trotzdem ist bei einem positiven Ergebnis weiterhin ein zusätzlicher PCR-Test notwendig.

  • Wichtig für die Selbsttests daheim: Führe jeden Schritt gemäß der Gebrauchsanleitung durch und handle bei einem positiven Ergebnis sofort. Vereinbare telefonisch einen Termin für einen PCR-Test und begib dich in Selbst-Quarantäne. Informiere auch deine Kontaktpersonen der letzten Tage.

  • 😷

    Expert:innen warnen außerdem vor einem falschen Sicherheitsgefühl durch die Selbsttests: Negative Ergebnisse sind bloß eine Momentaufnahme. Mund-Nasen-Schutz, Abstandhalten und Hygieneregeln sind auch dann unverzichtbar.

  • 🔗

    Negativer Selbsttest und dann zur Party? Darauf solltest du auch weiterhin verzichten. So praktisch ein Testergebnis schon nach rund einer Viertelstunde ohne Labor-Auswertung auch ist. Denn die verfügbaren Testkapazitäten sollten vielmehr strategisch genutzt werden, um Infektionsketten zu durchbrechen.

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Politik
Veröffentlicht: 14.04.2021 / Autor: Alexander Duebbert