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"Fühl dich umarmt" - warum Social Distancing so wichtig bleibt

Auf den Lockdown im Frühling folgte ein (fast) normaler Sommer: Menschen bevölkern die Parks, Freunde umarmen sich, der Abstand wird kleiner. Doch die Corona-Fallzahlen steigen wieder an - und Social Distancing bleibt die beste Medizin dagegen.
Corona: Social Distancing ist weiterhin wichtig, um die Ausbreitung zu stoppen.

Das Wichtigste zum Thema Social Distancing

  • Während des Lockdowns im Frühling stand Social Distancing auf der Tagesordnung. Straßen und Büros blieben leer, Events und Treffen mit Freunden wurden abgesagt, die Wohnung war Lebensmittelpunkt.

  • Dann kam der Sommer und mit ihm die lang ersehnten Lockerungen. Vielerorts versammelten sich Menschen im Freien, umarmten sich - und hatten das Gefühl, Corona sei bereits besiegt.

  • Und Social Distancing? Eigentlich gelten noch immer die Corona-Regelungen: Neben der Maskenpflicht sollten Angehörige verschiedener Hausstände einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten. In manchen Ländern sind es sogar 2 Meter.

  • Laut dem Online-Meinungsforschungs-Institut Civey sind 84,1 Prozent der Deutschen besorgt über die Missachtung der Regeln - wie auf Corona-Parties und Anti-Corona-Demos ohne Masken und Sicherheitsabstand.

  • Studien zufolge war der Lockdown erfolgreich (mehr dazu liest du hier. Nach den Lockerungen der vergangenen Monate steigen die Zahlen wieder an - vor allem in beliebten Urlaubsländern wie Spanien oder Frankreich, aber auch in Deutschland. Und jetzt?

Kommt die zweite Welle? 3 von 4 Deutschen sagen: ja

Laut einer Umfrage des ZDF-Barometers befürchten rund drei Viertel der Deutschen eine zweite Pandemie-Welle. Laut einer Statista-Umfrage sorgen sich die Menschen aber nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um ihren Job - ein Viertel gab an, Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu haben.

Die Mehrheit der Deutschen blickt (noch) optimistisch auf die Wirtschaft, denn die Bundesrepublik steht vergleichsweise gut da: Obwohl die Arbeitslosigkeit auch hier leicht steigt, befindet sie sich mit 6,4 Prozent im "grünen Bereich". Zum Vergleich: In den USA liegt sie bei für das Land historisch hohen 10 Prozent, in Spanien bei rund 15 Prozent.

Die zweite Welle - kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht

  • 😃

    Das Hochgefühl, eine Pandemie überwunden zu haben, kennen wir aus der Geschichte. Die Zahlen flachen ab, man kehrt zurück zum Alltag. Frühere Pandemien wie die Spanische Grippe verliefen wellenförmig - zwischen den Ausbrüchen verlief das Leben vergleichsweise "normal".

  • 😷

    Auch der Protest gegen die Schutzmaßnahmen ist nicht wirklich neu: Nach dem Abebben der ersten Spanischen Grippe-Welle 1918 weigerten sich in San Francisco einige Menschen, Masken zu tragen. Tatsächlich forderte die zweite Welle 1919 aber sogar weitaus mehr Opfer als die erste.

  • 🤔

    Auch bei der Russischen Grippe verlief die zweite Welle (1892) tödlicher als die erste (1891). Nun hatten diese historischen Seuchen weit größere Ausmaße als die aktuelle Pandemie - aber es zeigt doch, dass man sich (noch) nicht zurücklehnen kann, wenn die Zahlen sinken.

  • Um weitere Wellen zu vermeiden, müssten wir laut einer Studie der Londoner "School of Hygiene & Tropical Medicine" sogar bis 2022 Social Distancing betreiben!

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Masken, Abstand halten, Hygiene - all das gab es schon bei früheren Pandemien.

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Veröffentlicht: 04.09.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau