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So gut ist der Corona-Lockdown wirklich fürs Klima

Leere Autobahnen, Stillstand in den Fabriken und verwaiste Flughäfen: Seit Monaten laufen weite Teile der Welt wegen der Corona-Pandemie auf Sparflamme. Aber was sagt das Klima eigentlich dazu? Forscher geben nun einen Ausblick.

Darum geht's genau

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    Infolge der Corona-Pandemie haben viele Staaten, wie etwa China, Indien, Deutschland und die USA ihr öffentliches Leben stark eingeschränkt. So wollen sie eine unkontrollierte Ausbreitung verhindern.

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    Die Wirtschaft wurde zurückgefahren, der Verkehr hat gerade in Ballungszentren stark abgenommen und Reisen in andere Länder sind kaum noch möglich - der Tourismus liegt lahm.

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    Welchen Effekt diese Umstände auf das Klima haben, zeigt eine neue Studie aus England.

Das sagt Klima-Professorin Corinne Le Quéré von der University of East Anglia in England:

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    Nach der Studie von Prof. Le Quéré haben sich die weltweiten CO2-Emissionen zeitweise um bis zu einem Sechstel gegenüber dem Vorjahr reduziert. In manchen Ländern sogar um durchschnittlich 26 Prozent.

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    Grund sind laut den Forschern die Corona-Maßnahmen der Regierungen. Insbesondere der gesunkene Energiebedarf, die zurückgefahrene Industrie und der Verkehr wirkten sich auf das Klima aus.

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    Ein Beispiel: Am 7. April, an dem die Beschränkungen weltweit besonders streng waren, lag der CO2-Ausstoß des Luftverkehrs 60 Prozent unter dem Durchschnittswert von 2019.

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    Allein China sparte von Januar bis April 2020 rund 242 Megatonnen CO2 ein - in Europa waren es 123 Megatonnen. Zum Vergleich: 2019 kam der gesamte europäische Luftverkehr auf 163 Megatonnen CO2.

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    Langfristig wird sich aber nach Le Quéré kein positiver Effekt für das Klima einstellen, da die Beschränkungen nur von kurzer Dauer sind. Sie geht davon aus, dass sich das Transportwesen, der Energiesektor und die Wirtschaft nicht nachhaltig verändern werden.

Der "Doppelte Booster" - der Rettungsplan für Klima und Wirtschaft nach Corona

  • Mehr als 100 Milliarden Euro soll die Politik in die Wirtschaft investieren.

  • Die Industrie, die in Deutschland mit rund 47 Prozent den meisten Strom verbraucht, soll auf umweltfreundlichen Wasserstoff als Energiequelle umsteigen.

  • Unternehmen sollen vermehrt auf die Digitalisierung setzen und beispielsweise ferne Geschäftsreisen durch Video-Telefonate und Papier durch E-Paper ersetzen.

  • Insgesamt sollen eine Millionen Ölheizungen durch Wärmepumpen getauscht werden.

  • Mit 15 Milliarden Euro sollen unter anderem Elektrofahrzeuge und der öffentliche Nahverkehr gefördert werden.

  • Die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern soll in puncto Klimaschutz und Wirtschaft weiter vertieft und Wasserstoff im europäischen Raum als Energiequelle etabliert werden.

www.agora-energiewende.de

Das solltest du dir merken

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    Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Wirkung gezeigt und den weltweiten CO2-Ausstoß zeitweise stark reduziert. Insbesondere Verkehr, Industrie und der Stromverbrauch haben dabei eine Rolle gespielt. Damit die Umwelt langfristig profitiert und die Erderwärmung gestoppt wird, braucht es aber umfassende Änderungen - in vielen Sektoren und auf der ganzen Welt.

Veröffentlicht: 12.06.2020 / Autor: Nanouk Hoepner