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Update für die Corona-Warn-App: Was kann sie jetzt?

Seit gut 6 Monaten gibt es die Corona-Warn-App. Mehr als 24 Millionen Mal wurde sie heruntergeladen. Was kann die Tracing-App? Wie sicher sind deine Daten - und wie werden Risiko-Begegnungen bewertet? Alle wichtigen Infos.
Teaserbild: Update für die Corona-Warn-App: Was kann sie jetzt?

Das Wichtigste zum Thema Corona-Warn-App

  • Ziel der Corona-Warn-App ist es, Infektionsketten schneller zu durchbrechen.

  • Die Corona-Warn-App ist eine Ergänzung im Kampf gegen Corona, ersetzt aber nicht die Abstands- und Hygiene-Regeln.

  • Die App fragt keine Standortdaten ab (Tracking), sondern merkt sich nur, welche 2 Smartphones über einen bestimmten Zeitraum in kritischer Nähe zueinander waren (Tracing).

  • Die Nutzung ist freiwillig. Neuerdings vernetzt sich die deutsche Warn-App mit denen anderer Länder.

  • Die Corona-Warn-App wird immer weiter entwickelt. Mit den letzten Updates änderte sich die Bewertung der Risiko-Begegnungen. Außerdem bietet die App in der neuesten Version (1.10) ein Kontakt-Tagebuch, über das Nutzer notieren können, mit wem sie sich in den vergangenen 14 Tagen getroffen haben oder wo sie waren. Was das bedeutet, erklären wir dir unten.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

  • 📱

    Die App kannst du dir freiwillig herunterladen. Du musst weder deinen Namen ein-, noch deinen Standort freigeben. Aber: Bluetooth muss eingeschaltet sein.

  • 👭

    Über die Bluetooth-Technologie Low Energy (BLE) erfasst die App andere Smartphones, auf denen die App installiert ist, im Abstand von etwa 2 Metern und weniger. Im Vergleich zum "klassischen" Bluetooth soll BLE einen deutlich geringeren Stromverbrauch haben.

  • 🆔

    Die App weist dem Gerät, mit dem du sie nutzt, eine zufällige, verschlüsselte ID zu, die sich in regelmäßigen Abständen ändert. Das lässt keine Rückschlüsse auf deine Identität zu.

  • 📳

    Befindet sich also eine Person mit der App im Abstand von unter 2 Metern über einen gewissen Zeitraum neben dir, tauschen die Smartphones die IDs aus und speichern sie für 14 Tage - lokal auf dem Smartphone.

  • Damit das funktioniert, musst du direkt bei der Einrichtung der App die Risiko-Ermittlung aktivieren und damit zustimmen, dass deine IDs an andere Smartphones weitergegeben werden.

  • 👨‍⚕️

    Wer ein positives Testergebnis erhält, kann das in der App melden - nur mit einer Bestätigung von offizieller Stelle. Dann werden die eigenen IDs an einen großen Server gesendet und allen anderen App-Nutzern zur Verfügung gestellt. Die eigentliche Prüfung, ob es einen Kontakt gab, findet lokal auf dem Handy statt. Diese Variante ist dezentral.

  • 📄

    Bei der zur ursprünglich geplanten zentralen Variante wären alle IDs an den Server verschickt worden, auch die der Kontaktpersonen. Dieses Kontaktnetz wäre für Hacker wesentlich angreifbarer gewesen.

  • 🔑

    Eine Überprüfung auf den Smartphones zeigt, mit welchen temporären IDs Infizierte in Kontakt waren. Es lässt sich nicht entschlüsseln, wer sich hinter der ID verbirgt oder wo der Kontakt stattgefunden hat, ...

  • ... aber alle betroffenen Smartphones erhalten eine Push-Benachrichtigung mit einer Warnung.

  • 🏥

    Die Person muss sich dann eigenverantwortlich und freiwillig testen lassen und in Quarantäne begeben. Zudem sollte sie bei einem positiven Test-Ergebnis das örtliche Gesundheitsamt informieren, damit wiederum ihre Kontaktpersonen benachrichtigt werden können.

So werden die IDs gespeichert

Auf dem Smartphone wird eine Liste der IDs gespeichert, die sich mindestens 15 Minuten lang in weniger als 2 Metern Entfernung aufgehalten haben. Die IDs sind verschlüsselt und temporär.

Läuft die Corona-Warn-App auf meinem Smartphone?

Die Corona-Warn-App ist für folgende Smartphones verfügbar:

  • Android-Smartphones, auf denen mindestens das Betriebssystem Android 6 (Marshmallow) läuft
  • iPhones mit mindestens iOS 13.5 - das gibt es für Geräte ab dem iPhone 6s.

Ältere Geräte oder Modelle, die den Bluetooth-Standard Low Energy (BLE) nicht unterstützen, fallen leider raus.

Mit dem neuesten Update gibt es gute Nachrichten für Besitzer älterer iPhones. Damit läuft die App bald auch auf den Modellen 5s und 6. Wann genau, steht aber noch nicht fest.

Update für die Corona-Warn-App: Was ändert sich?

Für die Corona-Warn-App wird ein Update auf die Version 1.10 ausgerollt - und das nur ein paar Tage nach dem letzten Update auf Version 1.9. Das Update steht für iPhone-Nutzer schon zur Verfügung - im Google Play Store soll die neue Version demnächst auftauchen.

Während zuvor die von Apple und Google weiterentwickelte Schnittstelle - das "Exposure Notification Framework 2.0" im Fokus stand, gibt es jetzt auch ein Kontakt-Tagebuch in der App. Das ist schon längere Zeit eine zentrale Empfehlung des Berliner Virologen Christian Drosten.

Hintergrund: Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben, sind schon mehrere Tage vor Erkrankungs-Beginn ansteckend. Das heißt, auch wer keine Symptome zeigt, kann das Virus weitergeben. Die Gesundheitsämter versuchen, Infektionsketten zu durchbrechen, indem sie nach einem positiven Corona-Test gefährdete Personen informieren. Häufig können sich Betroffene allerdings nicht mehr genau an relevante Begegnung der vergangenen Wochen erinnern. Das Kontakt-Tagebuch soll helfen, sich Risiko-Situationen besser zu merken.

So nutzt du die Tagebuch-Funktion

  • 🧐

    Überprüfe zunächst, ob du die neueste Version der Corona-Warn-App hast. Die Info findest du rechts oben unter den drei Punkten > "App Informationen". Bei Version sollte "1.10" stehen. Bei Android-Nutzern kann es noch etwas dauern, bis das Update zur Verfügung steht.

  • 📱

    Auf dem Startbildschirm der Corona-Warn-App findest du dann ein weiteres Widget mit dem Titel "Kontakt-Tagebuch".

  • Um das Tagebuch zu befüllen, klickst du auf "Tagebuch führen". Damit gelangst du zur Übersicht der letzten 14 Tage, in der alle Kontakte und Orte in einer Listenansicht angezeigt werden.

  • 📆

    Um eine Begegnung oder den Besuch eines bestimmten Ortes einzutragen, klickst du auf das Datum und auf "Person bzw. Ort hinzufügen". Platz für weitere Informationen zur Dauer oder den genauen Umständen der Begegnung ist nicht vorgesehen.

  • Du kannst jeden Eintrag nachträglich bearbeiten oder löschen.

  • 📱

    Die Daten werden nur auf dem eigenen Smartphone gespeichert und auf keinen Server übertragen. Außerdem werden sie nach rund 2 Wochen automatisch gelöscht.

  • Die Nutzung der Tagebuch-Funktion ist genauso freiwillig wie die Übermittlung der Daten an das Gesundheitsamt.

  • 👍

    Vorteil der Tagebuch-Funktion: Betroffene werden im Fall einer Infektion ohnehin aufgefordert, ihre jüngsten Kontakte mündlich oder schriftlich offenzulegen. Über die App könnte das in Zukunft schneller und bequemer gehen. Nach einem positiven Labortest können Nutzer ihre Tagebuch-Einträge aus der App einfach in eine Liste exportieren und diese an das Gesundheitsamt schicken.

Was solltest du dir merken?

Virologe Christian Drosten empfiehlt, dass du dir insbesondere Situationen merkst oder im Kontakt-Tagebuch notierst, die als möglicher Ansteckungsort in Frage kommen.

Längere Aufenthalte in geschlossenen Räumen oder an belebten Orten gelten als besonders riskant. Auch wenn Masken entweder gar nicht oder falsch getragen werden, erhöht das ein Infektionsrisiko.

So werden die Risiko-Begegnungen bewertet

  • 👨‍💻

    Den Entwicklern zufolge können Begegnungen ab Version 1.9 genauer berechnet werden. So können mehrere kurzzeitige Begegnungen mit niedrigem Risiko (grün) zu einem erhöhten Risiko (rot) führen.

  • Für die Risiko-Bewertung ist nicht mehr eine einzige Begegnung ausschlaggebend (wie zum Launch der App), sondern die Summe der Risiko-Minuten pro Tag.

  • Das betreffe, je nach Infektiösität, vor allem Begegnungen, die in der Summe 15 bis 30 Minuten gedauert haben, erklärt Hanna Heine vom Softwarekonzern SAP, der zusammen mit der Deutschen Telekom die App entwickelt hat.

  • Zeigt deine App nach dem Update also bislang grüne Begegnungen plötzlich gar nicht mehr oder aber als rot an, sind das keine Fehler, sondern Folgen der neuen, genaueren Berechnung.

  • 📆

    Außerdem wird dir bei Begegnungen mit erhöhtem Risiko (rot) auch das Datum angezeigt, an dem der letzte Kontakt stattfand. Zahlreiche Politiker hatten schon länger eine Lockerung des Datenschutzes gefordert, damit noch weitreichendere Informationen ausgetauscht werden können.

Wie kommt dein Test-Ergebnis in die App?

Im Idealfall bekommst du beim Abstrich einen QR-Code, den du in der App abscannen kannst. Das Labor, das deinen Abstrich untersucht, kann das Ergebnis digital an die auf deinem Gerät installierte App übermitteln.

Aber nicht alle Labore verfügen über die dafür notwendige Technik. In dem Fall musst du dich telefonisch über eine Hotline verifizieren, um eine Tan zu erhalten. Bei einem positiven Test-Ergebnis gibst du die in der App ein, damit andere Nutzer gewarnt werden können.

Das funktioniert natürlich nur, wenn positiv getestete Nutzer ihr Ergebnis auch wirklich in der App eintragen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts machen das nur 54 Prozent. Fast jeder Zweite verzichtet also darauf, seine Kontakte zu warnen.

Mit der neuen Version soll der Ablauf vom Einscannen des Testergebnisses bis zum Teilen der Diagnose-Schlüssel einfacher sein. So werden vielleicht mehr positive Getestete dazu ermutigt, andere zu warnen.

Wie ermittelt die App das Ansteckungs-Risiko?

  • 📲

    Die App berechnet, was für einen Abstand die Smartphones mutmaßlich zueinander hatten und wie lange der Kontakt war.

  • Es werden nur Begegnungen, die mindestens 10 Minuten gedauert haben, berücksichtigt.

  • 📏

    Betrug die Entfernung dabei 1,5 Meter oder weniger, wird die entsprechende Dauer des Kontaktes komplett berücksichtigt.

  • 📏

    Lag der Abstand aber zwischen 1,5 Meter und 3 Meter, wird er nur zu 50 Prozent berücksichtigt.

  • Weiterer Faktor: das Übertragungs-Risiko. Es hängt davon ab, welche Zeit zwischen Begegnung und Positiv-Meldung des Kontaktes lag.

  • 🔴

    Die ermittelten Begegnungs-Zeiten werden addiert. Wenn dabei insgesamt über den Tag die gewichteten Risiko-Begegnungen zusammen 15 Minuten oder mehr betragen, wird eine rote Warnmeldung, also ein "erhöhtes Risiko" angezeigt.

  • Solltest du eine grüne Meldung haben, ist das nur ein Richtwert: Fand die Begegnung in einem nicht belüfteten Raum ohne Masken statt, kann das Risiko höher sein als in der App angegeben.

Wo hakt es noch?

Im Sommer hatte eine irische Studie gezeigt, dass es in Bahnen zu großen Fehlern bei der Abstandsmessung kommen kann. Zudem berichteten Nutzer, die 2 unterschiedliche Smartphones parallel benutzen und auf beiden die App installiert haben, dass ihnen unterschiedliche Zahlen von Risiko-Begegnungen angezeigt werden. Daher weiß man nicht, ob die App eher zu viele oder zu wenige Warnungen verschickt.

Das kann die App

Immerhin: Infizierte Nutzer können freiwillig angeben, welche Symptome sie seit wann haben. In einem in der App integrierten Kalender können sie notieren, ab wann welche Symptome aufgetreten sind. Dadurch verbessere sich laut RKI die Berechnung des Übertragungs-Risikos.

Und: Grundsätzlich können alle EU-Länder teilnehmen, die für ihre Warn-App einen dezentralen Ansatz gewählt haben. Gleich zu Beginn Mitte Oktober waren die Apps aus Deutschland, Italien und Irland angeschlossen. Inzwischen sind weitere europäische Mitgliedsstaaten dazugekommen. Die bislang angeschlossenen Länder findest du auf der Webseite der Europäischen Kommission.

Wichtige Fragen zur Corona-Warn-App

  • ⁉️

    Wer hat die Corona-Warn-App entwickelt?

    Die App ist ein Projekt im Auftrag der Bundesregierung. Entwickelt wurde sie von der Deutschen Telekom und dem Software-Unternehmen SAP. Dabei wurden sie von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Helmholtz-Zentrum CISPA beraten und unterstützt. Die Entwicklungskosten betragen rund 20 Millionen Euro.

  • ⁉️

    Welche Rolle spielt das Robert Koch-Institut bei der Corona-Warn-App?

    Das Robert Koch-Institut nimmt eine Doppelrolle ein. Es ist der Anbieter der App und damit auch der datenschutzrechtliche Verantwortliche für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten der App-Nutzer.

  • ⁉️

    Welche meiner Daten werden abgefragt?

    Die App erfasst keine Daten, die Rückschlüsse auf deine Identität, Standort, Adresse, Alter oder deinen Gesundheitsstatus ermöglichen. Dein Nutzungsverhalten kann die App nicht erfassen, weil sie keine Tracking-Tools anwendet.

  • ⁉️

    Wie werden die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet?

    Um allen notwendigen Anforderungen gerecht zu werden, wurden bei der Entwicklung das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, sowie der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und Informationsfreiheit eingebunden.

  • ⁉️

    Wie viel Speicherplatz nimmt die App auf meinem Smartphone ein?

    Beim Download hat die Corona-Warn-App im Apple App Store eine Größe von rund 15 MegaByte (MB), im Google Play Store rund 17 MB. Zum Vergleich: Facebook hat rund 244 MB (Apple) beziehungsweise 55 MB (Google). Die Galileo App hat rund 31 MB (Apple) und 19 MB (Google).

  • ⁉️

    Wie viele Menschen müssen die App nutzen, damit sie erfolgreich ist?

    So viele wie möglich. Je mehr Menschen die App nutzen, umso besser lässt sich der Schutz vor einer erneuten starken Ausbreitung des Corona-Virus garantieren. Wissenschaftler der Oxford Universität erhoffen sich, dass 60 Prozent der Bevölkerung die Corona-Warn-App nutzen wird. In Deutschland wären das also rund 50 Millionen Menschen.

  • ⁉️

    Wie zuverlässig warnt die App?

    Über den Funkstandards BLE wird der Abstand zwischen Smartphones eher geschätzt als gemessen. Je nach Smartphone-Modell unterscheidet sich die Signalstärke. Auch Wände und andere Hindernisse können das Signal beeinflussen. Es kann also sein, dass die App Nutzer warnt, obwohl sie gar nicht in kritischer Nähe zu einem Infizierten waren. Informatik-Professor Stefan Brunthaler von der Bundeswehr-Universität München glaubt, dass "man im Ernstfall besser zu viele Personen von einem potenziellen Infekt benachrichtigen sollte als zu wenige".

  • ⁉️

    Funktioniert das Tracing auch zwischen Android-Handys und iPhones?

    Ja, denn Google und Apple stellen Bluetooth-Schnittstellen zur Verfügung.

  • ⁉️

    Kann ich die Corona-Warn-App wieder löschen?

    Du kannst die App jederzeit löschen. Damit werden auch alle von der App gespeicherten Informationen gelöscht.

Fehlermeldungen und Ursachen

Du hast folgende Hinweise schon erhalten? Wir sagen dir, was du tun kannst.

"Risiko-Ermittlung seit 16 von 14 Tagen aktiv" - Ist der Zähler kaputt?

Das erste Element auf der Startseite der Corona-Warn-App zeigt unter anderem an, seit wie vielen Tagen die App aktiv ist. Da die IDs nur 14 Tage auf dem Smartphone gespeichert werden, sollte der Zähler ab der zweiten Woche nach der Installation konstant 14 betragen, da nur die Schlüssel verfallen, die länger zurückliegen.

Bei einigen Nutzern bleibt der Zähler aber einfach stehen, bei anderen fängt er von vorn an, springt ein paar Tage zurück oder zählt weiter. Einzelne iPhone-Nutzern sehen auf der Anzeige sogar, dass die App seit "16 von 14 Tagen aktiv" sein soll.

Das Bundesgesundheitsministerium teilt auf Nachfrage von Galileo mit, dass solche Fehler bei iPhones vereinzelt auftreten können. Anlass zur Sorge bestehe aber nicht: Die Risiko-Ermittlung funktioniere trotzdem problemlos. Nutzer erhalten also trotzdem eine Warnung nach einem Risiko-Kontakt.

Was helfen soll: die neueste Version der App zu installieren. Die Anzeige springt dann zwar wieder auf 0, zurückliegende Begegnungen bleiben aber gespeichert.

"Risiko-Ermittlung nicht möglich" - Was kann ich tun?

Bei manchen Nutzern - sowohl von Android- als auch von iOS-Smartphones - erscheint der Hinweis: "Risiko-Ermittlung nicht möglich: Ihre Risiko-Ermittlung konnte seit mehr als 24 Stunden nicht mehr aktualisiert werden." (siehe Screenshot unten).

In der App finden sich dazu allerdings keine weiteren Details, wo genau das Problem liegt. Den Entwicklern ist das Problem bereits bekannt, sie arbeiten an einer Lösung.

Solltest du den Hinweis auch bekommen, kannst den Fehler womöglich selbst beheben, wenn du deine Einstellungen anpasst. Bei iPhones sollte die Hintergrund-Aktualisierung aktiviert sein, bei Android-Handys solltest du die Energiespar-Einstellungen überprüfen. Es kann nämlich sein, dass sie die Funktionsweise der App einschränken.

Manchmal wird auch vergessen, einen Blick in die WLAN- und Netzwerkeinstellungen zu werfen. Die App braucht eine Internetverbindung, um die aktuellen Serverdaten abzurufen.

Was meinst du?

Diese Methoden kommen in anderen Ländern zum Einsatz

Andere Länder setzen bereits auf das Smartphone als Mittel gegen das Corona-Virus - die Vorgehensweisen sind aber sehr unterschiedlich. So gehen andere Länder vor:

  • 🇦🇺

    Australien war mit der App "CovidSafe", die wie die Corona-Warn-App, auf der Bluetooth-Technologie basiert, Vorreiter. Sechs Millionen Australier haben die App heruntergeladen - ein Drittel aller Smartphone-Besitzer. Allerdings gibt es Probleme: Apple- und Android-Smartphones haben Schwierigkeiten bei der Verständigung und auch die Bluetooth-Technik ist nicht immer präzise genug.

  • 🇸🇬

    Die App namens "TraceTogether" kommt in Singapur schon seit mehreren Wochen zum Einsatz. Sie ist sehr ähnlich zum deutschen Konzept, mit einer Ausnahme: Sie will auch die Mobilnummer wissen und wäre nicht mit den Datenschutz-Gesetzen in Deutschland vereinbar.

  • 🇨🇳

    Im Kampf gegen das Coronavirus setzt China auf Health-Code-Apps. Inzwischen hat fast jede Stadt und jede Provinz ihre eigene App. Ein grüner Code bedeutet, dass man Zutritt zu Bussen, Städten und anderen öffentlichen Einrichtungen hat. Gelb und Rot heißen, dass man sich in Quarantäne begeben muss. Welche Daten die Apps genau speichern, ist unklar. Bei der Installation muss man Angaben zum Gesundheitszustand machen und darüber, wo man in den letzten 14 Tagen war. Auch diese Methode wäre in Deutschland in Hinblick auf Datenschutz undenkbar.

  • 🇮🇳

    In Indien kommt die App "Aarogya Setu" zum Einsatz - die Nutzung ist freiwillig. Die App registriert nicht nur die Nähe zu anderen Smartphones via Bluetooth, sondern erstellt über GPS auch ein Bewegungsprofil der Nutzer, das auf dem Smartphone gespeichert wird. Sobald Nutzer Corona-positiv sind, geben sie das Profil an die Behörden weiter. Die wiederum warnen alle, die in ihrer Nähe waren.

  • 🇰🇷

    Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nimmt die Bevölkerung in Südkorea erhebliche Eingriffe in die Privatsphäre hin. Bei der Suche nach einem möglichen Kontakt mit Infizierten greift Südkorea auf GPS-, Kreditkarten-, und sogar Bilddaten von Überwachungskameras zurück. Das Umfeld von Infizierten wird dann über deren Geschlecht, Alter und Wohnviertel informiert. Anonymität? Fehlanzeige.

  • 🇮🇱

    In Israel übernimmt sogar der Geheimdienst "Schin Bet" die Überwachung der Bürger. Bei einem positiven Corona-Test geht er einer Reihe von Fragen nach: Mit wem war die Person in den letzten zwei Wochen in Kontakt? Wo war sie unterwegs? Welches Wlan-Netz hat sich in der Nähe befunden? Da bleibt so gut wie nichts mehr privat. Selbst E-Mails und Inhalte auf Social-Media kann der Geheimdienst sehen. Zudem gibt es eine App namens HaMagen. Die Nutzung ist zwar freiwillig, aber GPS-Daten werden erfasst - sie kann also Bewegungsprofile erstellen.

Veröffentlicht: 29.12.2020 / Autor: Viviane Osswald