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Impfung gegen Covid-19

Corona-Impfstoff: Galileo-Reporter Peter testet ihn

Die Zulassung eines Corona-Impfstoffs rückt näher. Welche Impfstoffe kommen in Frage? Wie laufen die Entwicklung und die Test-Studien ab? Galileo-Autor Peter Krainer hat als einer der ersten einen Test-Impfstoff erhalten. Im Clip: So war es für ihn.
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Das Wichtigste zum Thema Corona-Impfstoff

  • Weltweit laufen mehr als 200 Impfstoff-Forschungsprojekte. Aktuell werden über 45 Impfstoffe an Menschen getestet. Auch die deutschen Firmen Biontech und CureVac mischen ganz vorne mit.

  • Ende 2020/Anfang 2021 werden wohl die ersten Impfstoffe gegen Corona in Deutschland zugelassen.

  • Der Impfstoff muss wirksam sein, das heißt gut vor Corona schützen. Zudem muss er sicher sein: Er darf keine Gesundheitsschäden verursachen. Der Clou: Der Impfstoff muss dem schädlichen Virus ähnlich sein, damit der Körper dagegen Antikörper bildet. Gleichzeitig darf das Viren-Material im Impfstoff nicht krankmachen.

  • Jeder Impfstoff muss verschiedene Test-Phasen durchlaufen: Entwicklung, vorklinische Phase mit Versuchen an Zellen und Tieren, klinische Phase I bis III mit Versuchen an Menschen. Bis zur Zulassung dauert es normalerweise Jahre bis Jahrzehnte. Im Falle einer Pandemie kann es aber schneller gehen, wenn Auflagen abgeschwächt und verschiedene Phasen kombiniert werden. Details zu den einzelnen Phasen, findest du hier.

An diesen Impfstoff-Arten gegen Corona wird geforscht

Die meisten Unternehmen und Forschungseinrichtungen tüfteln an einem mRNA-Impfstoff (z.B. Biontech, Moderna) oder einem Vektor-Impfstoff (z.B. AstraZeneca) gegen Corona. Beide zählen zu den neuartigen genbasierten Impfstoffen. An Tot-Impfstoffen gegen Covid-19 wird aber ebenfalls geforscht. Das steckt hinter den Methoden:

1. mRNA-Impfstoffe

Sie enthalten den genetischen Bauplan für bestimmte ungefährliche Oberflächen-Proteine des Corona-Virus, für die sogenannten Spike-Proteine, in Form von mRNA.

Körperzellen produzieren dann anhand dieser Anleitung selbst Spike-Proteine. Gegen diese bildet das Immunsystem anschließend schützende Antikörper. Du wirst gegen Corona immun.

Vorteil: Diese Form des Impfstoffs kann schnell in riesigen Mengen hergestellt werden. Denn Forscher können das Genmaterial mit technischen Verfahren vervielfachen und der Körper übernimmt den Rest, da er selbst das Corona-Virus-Protein herstellt. Bisher ist jedoch kein einziger mRNA-Impfstoff zugelassen.

Die Produktion von gängigen Lebend- oder Tot-Impfstoffen dauert hingegen Monate, da die Viren erst gezüchtet werden müssen.

2. Vektor-Impfstoffe

Bei diesem Verfahren nutzt man für den Menschen harmlose Viren. Sie können sich im Körper nicht vermehren.

Der Trick: Man fügt das Gen für das Spike-Protein ins Erbgut dieser Viren ein. Die Viren dienen sozusagen als Genfähre. Körperzellen bilden dann anhand des Bauplans auf dem Gen selbst Spike-Proteine und entsprechende schützende Antikörper.

Bisher gibt es nur einen zugelassenen Vektor-Impfstoff - den gegen Ebola.

3. Tot-Impfstoffe

Sie enthalten abgetötete/inaktivierte Viren oder auch nur inaktive Teile davon. Zugelassene Präparate gibt es zum Beispiel gegen Grippe oder Hepatitis B.

Man wird nicht krank, aber der Körper produziert entsprechende Antikörper. Auch im Hinblick auf Corona gibt es hier vielversprechende Ansätze.

Vorteil: Von den 3 Methoden ist dies die bisher gängigste und bewährteste.

So funktioniert der mRNA-Impfstoff gegen Corona

Auf der Oberfläche der Corona-Viren befinden sich kleine Proteine mit einer ganz spezifischen Form, die sogenannten Spike-Proteine. Dies nutzt man bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. Zuerst identifizieren Forscher die mRNA im Corona-Virus, die diese Spike-Proteine herstellt und vervielfältigen sie dann im Labor. Im nächsten Schritt umhüllen sie die Kopien der mRNA mit Fett und impfen sie in den Oberarm-Muskel. Das Fett schützt die empfindliche RNA und erleichtert die Aufnahme ...
Auf der Oberfläche der Corona-Viren befinden sich kleine Proteine mit einer ganz...
… in die Körperzellen. Diese nehmen die mRNA nämlich mit dem Bauplan für die Spike-Proteine aus dem Blut auf …
… in die Körperzellen. Diese nehmen die mRNA nämlich mit dem Bauplan für die...
… und produzieren nach kurzer Zeit selbst Spike-Proteine. Diese sehnen genauso aus wie die auf den Corona-Viren.
… und produzieren nach kurzer Zeit selbst Spike-Proteine. Die haben die selbe...
Das Immunsystem erkennt die Spike-Proteine als "fremd" und produziert dagegen Antikörper. Zudem merken sich die Immun-Gedächtniszellen wie die Antikörper aussehen müssen.
Das Immunsystem erkennt die Spike-Proteine als "fremd" und produziert dagegen...
Wenn sich nun später der Geimpfte mit dem echten Corona-Virus infiziert, erkennt das Immunsystem sofort die Spike-Proteine und beginnt mit der Antikörper-Produktion.
Wenn sich nun später der Geimpfte mit dem echten Corona-Virus infiziert, erkennt das...
Auf der Oberfläche der Corona-Viren befinden sich kleine Proteine mit einer ganz spezifischen Form, die sogenannten Spike-Proteine. Dies nutzt man bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. Zuerst identifizieren Forscher die mRNA im Corona-Virus, die diese Spike-Proteine herstellt und vervielfältigen sie dann im Labor. Im nächsten Schritt umhüllen sie die Kopien der mRNA mit Fett und impfen sie in den Oberarm-Muskel. Das Fett schützt die empfindliche RNA und erleichtert die Aufnahme ...
… in die Körperzellen. Diese nehmen die mRNA nämlich mit dem Bauplan für die Spike-Proteine aus dem Blut auf …
… und produzieren nach kurzer Zeit selbst Spike-Proteine. Diese sehnen genauso aus wie die auf den Corona-Viren.
Das Immunsystem erkennt die Spike-Proteine als "fremd" und produziert dagegen Antikörper. Zudem merken sich die Immun-Gedächtniszellen wie die Antikörper aussehen müssen.
Wenn sich nun später der Geimpfte mit dem echten Corona-Virus infiziert, erkennt das Immunsystem sofort die Spike-Proteine und beginnt mit der Antikörper-Produktion.

Ziel Nummer eins: Ein Impfstoff gegen Covid-19

Ziel Nummer eins: Ein Impfstoff gegen Covid-19

Wissenschaftler weltweit eint derzeit das gleiche Ziel: einen Impfstoff gegen das neuartige COVID-19-Virus zu finden. Warum es so schwierig ist, ein Impfstoff zu entwickeln, erfährst du im Video.

Würdest du dich sofort impfen lassen?

Impfstoff-Test in Deutschland

Galileo-Autor Peter Krainer war bei einer Phase-1-Studie dabei, in der der neu entwickelte m-RNA-Impfstoff des Pharma-Unternehmens CureVac erstmals in Deutschland an Menschen getestet wurde. Man wollte herauszufinden, wie verträglich der Impfstoff ist, welche Immun-Antwort er hervorruft und welche Dosis nötig ist.

Auch Corona-Patienten waren dabei

Den neuartigen Impfstoff bekamen sowohl Leute, die noch kein Corona hatten, als auch ehemalige Covid-19-Patienten wie Peter verabreicht.

Der Grund: Es gibt Hinweise darauf, dass bei Menschen nach einer Covid-19 Erkrankung die Zahl der Antikörper schnell sinkt. Damit haben sie möglicherweise keinen wirksamen Schutz mehr vor einer erneuten Infektion und bräuchten ebenfalls eine Impfung. Also muss man wissen, wie sie auf den Impfstoff reagieren.

So läuft die Studie ab

  • Nur gesunde Menschen dürfen teilnehmen. Vorerkrankungen, Rauchen, Medikamenten-Einnahme, Allergien, aber auch Über- und Untergewicht sind Ausschluss-Kriterien.
  • Die Teilnehmer müssen eine 19-seitige Einverständniserklärung unterschreiben. Zusätzlich erklären ihnen die Ärzte, was geplant ist, und beantworten Fragen.
  • Nach der Impfung müssen die Probanden 4 Stunden zur Beobachtung vor Ort bleiben - üblich bei einer Phase-1-Studie, da man noch nicht genau weiß, wie die Test-Substanz wirkt.
  • Nach 4 Wochen bekommen die Teilnehmer eine zweite Impfung. Insgesamt gibt es 10 Kontroll-Termine innerhalb von 13 Monaten.
  • Um herauszufinden, welche Nebenwirkungen auf den Wirkstoff zurückzuführen sind sowie Verträglichkeit und Immunantwort mit ausreichender Sicherheit zu bestimmen, bekommen manche Teilnehmer ein Placebo (Kochsalzlösung).

Schon im März bekam die erste Testperson einen Corona-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff mRNA-1273 wurde als erster an Menschen getestet. Am 16. März bekam ihn die 43-jährige Jennifer Haller als erste Versuchsperson injiziert. Die Tierversuche wurden aufgrund des Zeitdrucks teils übersprungen.

Entwickelt wurde die Impfung von der Firma Moderna in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID).


Jennifer Haller ist zweifache Mutter und Betriebsleiterin in einem Software-Unternehmen. Als sie den Aufruf zur Studie sah, bewarb sie sich sofort - sie wollte selbst etwas gegen das Virus tun.
© picture alliance / AP Images

 

Der klinische Test mit Jennifer Haller und weiteren 44 Probanden, die innerhalb von 28 Tagen 2 Dosen des RNA-Impfstoffs bekamen, zeigte gute Ergebnisse. Die Nebenwirkungen waren gering und alle Teilnehmer haben Antikörper gegen Sars-CoV-2 entwickelt.

Auch die Phase-2-Studie mit 600 Probanden verlief erfolgreich. Ende Juli startete deshalb die 3. Testphase mit 30.000 Teilnehmern in den USA. Es war der erste Corona-Impfstoff-Versuch in solch einer Größenordnung.

Das Ergebnis: Der Impfstoff mRNA-1273 soll zu 94,5 Prozent vor Covid-19 schützen. Im Januar entscheidet die Europäische Arzneimittel-Agentur nun über die Zulassung.

Diesen Männern verdanken Millionen ihr Leben

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Robert Koch, Edward Jenner und Emil von Behring haben durch ihre Arbeit vielen Krankheiten ihren Schrecken genommen. Im Clip siehst du, wodurch sie unzählige Menschen gerettet haben.

Auch gegen diese Krankheiten wird aktuell ein Impfstoff gesucht

  • 🌏

    Malaria

  • 🥩

    Hepatitis E

  • 🙇‍♂️

    Helicobacter pylori

  • 🦀

    Krebs

  • 🧠

    Alzheimer

  • 👣

    Multiple Sklerose

Veröffentlicht: 01.11.2020 / Autor: Larissa Melville