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Corona-Impfstoffe

Corona-Impfstoffe von BioNTech, AstraZeneca und Co.: Was sie unterscheidet und wie sie wirken

Die Impf-Priorisierung endet am 7. Juni. Dann kann sich jeder mit jedem Impfstoff impfen lassen. Wie wirksam die verschiedenen Corona-Impfstoffe sind, für wen welcher geeignet ist, welcher Impf-Abstand nötig ist und welche Nebenwirkungen häufig sind, klären wir hier. Im Clip: Was die Covid-Impfstoffe im Körper genau bewirken.
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Das Wichtigste zum Thema Corona-Impfungen

  • Hierzulande sind bisher die Corona-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson zugelassen. "Die Impfstoffe werden hinsichtlich des Individualschutzes und der Bekämpfung der Pandemie als gleich geeignet beurteilt", so das Robert Koch-Institut (RKI). Alle schützen dich effektiv vor COVID-19.

  • Die Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe liegt zwischen 65 und 95 Prozent. Extrem gut schützen sie alle vor schweren Corona-Verläufen. Also selbst, wenn du erkranken würdest, wäre dein Risiko schwer zu erkranken sehr gering.

  • Bei den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna handelt es sich um mRNA-Impfstoffe, bei jenen von AstraZeneca und Johnson & Johnson um Vektor-Impfstoffe. Was mRNA- und Vektor-Impfstoffe unterscheidet und wie sie genau funktionieren, erklären wir im Clip oben.

  • BioNTech können Personen ab 16 Jahren und Moderna ab 18 Jahren erhalten. AstraZeneca und Johnson & Johnson empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) dagegen erst ab 60 Jahren wegen seltenen Fällen von Thrombosen. Jüngere können sich damit aber auch nach einem Arztgespräch freiwillig impfen lassen. Details über die Gründe der Empfehlung und auf welche Symptome Geimpfte achten sollten, stehen unten.

  • Für eine vollständige Immunisierung sind bei BioNTech und Moderna 2 Impfstoff-Dosen im Abstand von 6 Wochen notwendig, bei AstraZeneca im Abstand von 12 Wochen. Bei Johnson & Johnson ist nur eine Impfung nötig.

  • Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impf-Dosis von AstraZeneca kann theoretisch 4 bis 12 Wochen betragen. Die STIKO empfiehlt 12 Wochen, da Studien zeigen, dass sich durch den längeren Abstand die Wirksamkeit, also die Höhe des Impfschutzes, von etwa 50 Prozent (Abstand 4 bis 8 Wochen) auf über 72 Prozent (Abstand 8 bis 12 Wochen) steigt.

  • Eine begonnene Impf-Serie muss mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden. Ausnahme: Personen unter 60 Jahren, die als erste Impfung AstraZeneca erhalten haben, wird als zweite Impfung nach 9 bis 12 Wochen ein mRNA-Impfstoff empfohlen.

  • Personen, die bereits Covid-19 hatten, erhalten 6 Monate später eine einmalige Impf-Dosis. "Eine Dosis ist ausreichend, da sich dadurch bereits hohe Antikörper-Konzentrationen erzielen lassen, die durch eine 2. Impfstoff-Dosis nicht weiter gesteigert werden", schreibt das RKI. Und auch wenn die Erkrankung schon mehr als ein halbes Jahr zurückliegt, reicht eine Dosis.

Im Vergleich: die zugelassenen Impfstoffe

Corona-Impfstoffe im Vergleich

Hinweis: Eine dritte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen bald geplant.

Gruppe 1, 2, 3, egal: Wo die Impf-Priorisierung aufgehoben ist

Die Priorisierung wurde bundesweit bereits für die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson aufgehoben. Am 7. Juni endet die Priorisierung komplett - also für alle verfügbaren Impfstoffe.

Schon jetzt ist dies in Hausarztpraxen in Baden-Württemberg, Berlin, Bayern (ab dem 20.5.) und Sachsen (ab dem 24.5.) der Fall. Das heißt: Jeder dürfte dort theoretisch jeden Impfstoff erhalten. Die meisten Praxen bekommen jedoch noch wenig Impfstoff geliefert und können selbst auch nicht über den Hersteller entscheiden. Inwieweit du dir deinen Impfstoff aussuchen kannst >> hier steht's.

Wer kann AstraZeneca und Johnson & Johnson bekommen?

  • 👴

    Die STIKO empfiehlt die Impfung mit AstraZeneca vorrangig für Personen ab 60 Jahren.

  • 🧠

    Der Grund: 4 bis 16 Tage nach der Impfung mit AstraZeneca kam es zu seltenen Fällen von Thrombosen (vor allem Sinusvenenthrombosen) in Kombination mit Thrombopenien (einem Mangel an Blutplättchen). Großteils betrafen diese schweren und teils tödlichen Nebenwirkungen Frauen unter 55 Jahren, in geringere Zahl aber auch Männer und Ältere.

  • 👵

    Bei Menschen ab 60 Jahren steigt das Risiko für eine schwere oder tödliche COVID-19-Erkrankung stark an. Es ist für sie eindeutig größer als das Risiko einer Thrombose durch die Impfung.

  • 😧

    Beim Vakzin von Johnson & Johnson waren ähnliche Nebenwirkungen aufgetreten, daher wird es von der STIKO auch primär über 60-Jährigen empfohlen.

  • 👨‍⚕️

    Aber auch unter 60-Jährige können sich freiwillig mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson nach einem Aufklärungsgespräch impfen lassen. Ein Vorteil: So bekommt man oft deutlich schneller einen Impftermin.

  • 🚑

    Wichtig! Wenn du wenige Tage nach der Impfung mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson anhaltende Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, punktförmige Hautblutungen, Beinschwellungen, andauernde Bauchschmerzen oder neurologische Symptome bekommst, gehe sofort zum Arzt.

Lockerungen für Geimpfte: Wann gelten sie?

  • 📆

    Für vollständig Geimpfte wurden die Corona-Regeln gelockert. Als vollständig geimpft giltst du laut Verordnung am 15. Tag nach der zweiten Impfung, bei Johnson & Johnson am 15. Tag nach der ersten. Mit welchen Dokumenten du deine Impfung nachweisen musst, erfährst du hier.

  • 👉

    Gut zu wissen: Den vollen Impfschutz hast du laut Hersteller-Angaben bei BioNTech ab Tag 7 nach der zweiten Impfung, bei Moderna ab Tag 14 und bei AstraZeneca ab Tag 15. Nach der einmaligen Impfung mit Johnson & Johnson dauert es 28 Tage bis dein Immunsystem den vollen Impfschutz aufgebaut hat.

Kopfweh und Fieber nach der Impfung sind kein Grund zur Sorge

Viele haben nach der Corona-Impfung folgende Symptome: Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl, Fieber, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Mediziner:innen sprechen dabei von einer Impf-Reaktion. Das ist aber kein Grund zur Besorgnis, sondern ein Zeichen dafür, dass die Impfung wirkt: Das Immunsystem setzt sich mit den Erregern auseinander und baut einen Immunschutz auf.

👉💊Gut zu wissen: Die Einnahme von Paracetamol oder Ibuprofen direkt nach oder vorbeugend vor der Impfung solltest du mit deinem Arzt besprechen. Die Medikamente verringern eventuell die Wirksamkeit der Impfung. Was man darüber weiß, haben wir hier zusammengefasst.

So funktionieren die Corona-Impfstoffe

Alle Corona-Impfstoffe enthalten den Bauplan für Spike-Proteine. Die befinden sich eigentlich auf der Hülle der Corona-Viren und ermöglichen ihnen, an Körperzellen anzudocken und in sie einzudringen. Anhand der Bauanleitung produzieren einige wenige Muskel- und Immunzellen nach der Impfung selbst Spike-Proteine - und präsentieren die auf ihrer Oberfläche. Das Immunsystem erkennt die Spike-Proteine als fremd und bildet dagegen schützende Antikörper und T-Zellen.

Kommst du später mit echten Corona-Viren in Kontakt, erkennt dein Immunsystem die Spike-Proteine wieder und macht die Erreger unschädlich:

  • Die Antikörper binden an die Viren und verhindern so, dass sie deine Körperzellen befallen und sich vermehren.
  • Die T-Zellen unterstützen dein Immunsystem bei der Bekämpfung der Viren, die es in Körperzellen geschafft haben. Manche können infizierte Zellen sogar direkt abtöten.

Bei mRNA-Impfstoffe befindet sich der Bauplan für das Spike-Protein auf künstlich hergestellter mRNA. Bei Vektor-Impfstoffen dagegen haben Forscher:innen diesen in das Genom eines harmlosen Virus eingebaut. Das kann sich in deinem Körper nicht vermehren und somit auch keine Infektion auslösen.

Nach ein paar Tagen werden die geimpfte mRNA ebenso wie die Vektor-Viren vom Körper eliminiert - und es werden keine Spike-Proteine mehr gebildet. Und keine Sorge: Die neuen Corona-Impfstoffe schädigen oder verändern dein Erbgut NICHT.

Selfmade-Corona-Impfstoff: genial oder gefährlich?

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Der Mediziner Winfried Stöcker hat einen eigenen Corona-Impfstoff entwickelt. Ist das Impfproblem damit schnell und einfach zu lösen - oder gehört der Mann vor Gericht? Galileo hat ihn besucht.

Sicher und wirksam? Der Weg zur Zulassung

Alle Corona-Impfstoffe haben (und müssen) diese Phasen durchlaufen:

  • Entwicklung am PC und im Labor
  • vorklinische Phase mit Versuchen an Zellen und Tieren
  • klinische Phase I mit 20 bis 100 Freiwilligen
  • klinische Phase II mit mehreren hunderten Probanden
  • klinische Phase III mit 30.000 bis 40.000 Probanden. Die Hälfte bekam den Impfstoff, die andere Hälfte ein Placebo.

Ziel der Versuche war es, zu klären, ob der Impfstoff wirksam, sicher und arm an Nebenwirkungen ist. Zudem wurde ermittelt, welche Dosis am wirkungsvollsten ist und in welchem Abstand die zweite Dosis verabreicht werden sollte.

Nachdem die Ergebnisse aller Phasen positiv waren, beantragten die Pharma-Firma eine Zulassung bei der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und in Deutschland zusätzlich beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Unabhängige Experten überprüften dann alle Daten genau. Ihr Fazit: Der Nutzen der Impfstoffe ist größer als die eventuellen Risiken. Deswegen haben die Impfstoffe von BioNTech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson eine Zulassung bekommen.

Wie genau die Sicherheit von Impfstoffen und Medikamenten sichergestellt wird, erfährst du hier.

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Veröffentlicht: 18.05.2021 / Autor: Larissa Melville