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Corona-Hilfen: So viel zahlen wir im historischen und weltweiten Vergleich

Die Corona-Krise ist auch eine Wirtschaftskrise. Deshalb gibt es umfangreiche Hilfsmaßnahmen. Wie sind diese im historischen und im weltweiten Vergleich einzuordnen?

Das Wichtigste zum Thema Rettungspakete

  • Durch Wirtschaftskrisen droht ganzen Ländern die Pleite. Damit Staaten zahlungsfähig bleiben, schnüren Regierungen so genannte Rettungspakete.

  • Die Bundesregierung hat ein 122,8 Milliarden Euro umfassendes Rettungspaket verabschiedet. Das entspricht in etwa der Summe, die im Haushalt 2020 für Verteidigung, Verkehr und Digitalisierung, Bildung und Forschung, Gesundheit sowie Inneres und Bau veranschlagt ist.

  • Darin enthalten sind unter anderem Sofortzahlungen und eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes. Das Geld soll vor allem Familien, Mietern, Beschäftigten, Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen zu Gute kommen. Wie genau, erfährst du hier.

  • Die Automobil-Branche, als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Deutschlands, hat derzeit noch keine staatlichen Fördergelder beantragt.

  • Die Corona-Krise kostet den Bund insgesamt schätzungsweise mehr als 750 Milliarden Euro. Hier sind aber vor allem indirekte Hilfen (wie Kredite) auch für größere Unternehmen eingerechnet, die zurückgezahlt werden müssen.

  • 750 Milliarden sind mehr als doppelt so viel wie der gesamte Bundeshaushalt für 2020 (362 Milliarden). Hinzu kommen noch Hilfspakete von einzelnen Bundesländern. Auf der Seite erfährst du, wie viel das im historischen Vergleich ist und was die EU und andere Länder tun.

Ein Blick in die Geschichte

So reagieren andere Länder weltweit

  • 💵

    Das meiste Geld stellen bisher die USA bereit: Dort soll ein Konjunkturpaket in Höhe von rund 1,9 Billionen Euro Krankenhäuser, Kleinunternehmen und Arbeitslose unterstützen. 1.100 Euro Soforthilfe schenkt die Regierung jedem Bürger.

  • 💷

    Großbritannien hat ein Rettungspaket in Höhe von rund 370 Milliarden Euro geschnürt. Unter anderem bezahlt die Regierung beurlaubten Arbeitnehmern 80 Prozent des Lohns bis zu 2.800 Euro.

  • 💴

    Japans Regierung sieht rund 916 Milliarden Euro an Hilfsgeldern vor. Einkommensschwache sollen rund 2.500 Euro bekommen. Außerdem können Eltern rund 85 Euro pro Kind als Einmalzahlung beantragen.

  • 💶

    Die italienische Regierung veranschlagt bislang 25 Milliarden Euro als Finanzhilfe für Familien und die Wirtschaft. Ein Wiederaufbauprogramm mit weiteren Milliarden Euro ist geplant.

Was macht die Europäische Union?

Auch die EU stellt Hilfen zur Verfügung. Das Hilfspaket beinhaltet in einem ersten Schritt gut 500 Milliarden Euro.

  • Die EU stellt für seine Mitgliedstaaten Gelder für ein Kurzarbeit-Programm zur Verfügung - ähnlich dem deutschen Kurzarbeitergeld. Dieses Programm hat einen Umfang von 100 Milliarden.
  • Dazu können sich Unternehmen Kredite bei der Europäischen Investitionsbank EIB in Höhe von 200 Milliarden Euro absichern lassen.
  • Als letztes Instrument wird der Eurorettungsschirm ESM ausgeweitet und hilft nicht mehr nur Staaten in Not unter bestimmten Bedingungen. Stattdessen können jetzt von der Pandemie besonders betroffenen Staaten Kredite in Höhe von insgesamt 240 Milliarden Euro abrufen.

Nach dem Ende der akuten Corona-Krise soll zudem ein europäischer Wiederaufbaufonds für die Wirtschaft folgen.

Veröffentlicht: 09.06.2020 / Autor: Johannes Huyer