Die Schweiz verkauft bald die erste Cannabis-Tabak-Zigarette - völlig legal
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Schweizer Supermarkt verkauft bald die erste Cannabis-Tabak-Zigarette – völlig legal

vor 2 Monaten

Eine Meldung aus der Schweiz sorgt für Aufruhr: Eine Supermarktkette wird demnächst Zigaretten mit Cannabisanteil verkaufen. Wir erklären, wie das möglich ist, und was Deutsche darüber wissen müssen.

In der Schweiz gibt es bereits Öle, Salben, Kapseln und Sprays, die Cannabis enthalten und legal verkauft werden. Am 24. Juli kommt im Schweizer Supermarkt Coop ein weiteres Produkt dazu, das es angeblich in manchen Läden schon jetzt gibt: fertig gedrehte Hanf-Zigaretten. Die Coop-Kette ist eine der zwei großen Supermarktketten des Landes und vertraut mit Cannabis. „Wir bieten unseren Kunden bereits Hanfprodukte wie Hanfeistee, Hanfblütenbier, Hanfsamen-Öl oder Bio-Hanfaufstrich an. Hanfprodukte sind stark gefragt und liegen im Trend“, so der Sprecher Urs Meier. Die neue Zigarettensorte wird für 19,90 Franken, also etwa 18,10 Euro, über die Theken gehen. Später sollen sie auch Kioske und Hanfshops einführen.

Schon jetzt wird das Produkt als „erster legaler Joint“ bezeichnet. Aber macht es tatsächlich high? „Mit dere Ziggi gaht das nöd“, sagt der Gründer der Herstellerfirma, Robert Koch. Übersetzt heißt das: „Mit dieser Zigarette geht das nicht.“ Und da haben wir es schon: High werden geht mit der ersten Hanf-Zigarette der Welt also nicht.

Und genau deshalb ist sie legal. In der Schweiz sind Cannabisprodukte mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent nämlich erlaubt. Und alles, was diesen Grenzwert einhält, kann laut Schweizer Recht bedenkenlos konsumiert werden. Verboten sind jedoch alle Produkte, deren durchschnittlicher THC-Gehalt ein Prozent oder höher ist.

Vor allem die Produkte, die den nicht-berauschenden Wirkstoff CBD enthalten, werden immer stärker im kommerziellen Rahmen genutzt. CBD kommt genau wie THC in Cannabis vor. Beide zählen zu den sogenannten „Cannabinoiden“. Allerdings löst THC einen Rausch aus, CBD nicht. Letzteres unterliegt deshalb nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Das ist der Stoff, der auch in den Cannabis-Tabak-Zigaretten ist. Eine Packung enthält vier Gramm CBD. In einer Hanf-Zigarette stecken also in etwa 0,2 Gramm CBD – das sind ungefähr 20 Prozent der ganzen Zigarette.

Suchtexperten sind skeptisch. „Man versucht so, den Joint zu legalisieren“, kritisiert die Präsidentin des Dachverbands Drogenabstinenz Schweiz. CBD-Produkte seien eine Gefährdung Jugendlicher. Allerdings verkauft Coop generell keinen Tabak oder Zigaretten an Minderjährige – die Hanf-Zigarette wird hier keine Ausnahme sein.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es noch keine Studien zu den Folgen der Hanf-Zigarette gebe. Die Langzeitwirkung ist nicht bekannt. Ganz sicher ist, dass sie dieselben gesundheitsschädlichen Aspekte hat wie normale Glimmstängel. Das heißt: kann impotent machen, unfruchtbar, abhängig, schadet der Lunge und den Menschen in der Umgebung. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Bei all dem Gerede um legale Hanfprodukte sollten wir nicht vergessen: In Deutschland sieht das ganz anders aus. Und sogar die Hersteller raten stark davon ab, die Hanf-Zigaretten in andere Länder einzuführen, „da aufgrund der Unterschiede bei den zulässigen THC-Grenzwerten in anderen Ländern eine strafrechtliche Verfolgung drohen könnte“. Zur Erinnerung: Anbau, Verkauf, Kauf und Besitz von Cannabis sind in Deutschland verboten. Es können zwar Genehmigungen für den Anbau von Nutzhanf beantragt werden, Privatpersonen bekommen die aber nicht. Insofern kann es zu strafrechtlichen Problemen kommen, wenn man diese Zigaretten mit nach Deutschland bringt.

Kaugummi, Duftöle, Salben: Wir haben uns auf den Weg nach Zürich gemacht und herausgefunden, welche anderen Hanf-Produkte dort schon länger legal über die Theke gehen:

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