Dieses Amulett könnte die Geschichte der Maya verändern
via UC San Diego, CC0

Dieses Amulett könnte die Geschichte der Maya verändern

vor 5 Monaten

Vor einigen Wochen haben wir darüber berichtet, dass Forscher eine neue Theorie zum Untergang der Maya haben. Und schon wieder gibt es Neues aus der Maya-Welt: Bei Ausgrabungen wurde ein Schmuckstein gefunden, von dem sich Wissenschaftler neue Einsichten über ihre Geschichte versprechen.

Der Anhänger aus wertvollem Jade-Stein ist circa 17 Zentimeter breit, zehn hoch und sechs Millimeter dick und wurde in Nim Li Punit, im Süden von Belize, gefunden. Ein Team der UC San Diego um den Archäologen Geoffrey Braswell fand das Amulett in einem Grab, das Teil einer Palast-Anlage war.

Auf der Rückseite des Schmucksteins sind Hieroglyphen eingeritzt. Und die legen nahe, dass es sich um einen zeremoniellen Anhänger handelt. Diesen hat wohl ein König namens Janaab’ Ohl K’inich im Jahr 672 nach Christus getragen. Die Zeichen erzählen auch von der Familiengeschichte des Königs. Was sie aber genau bedeuten, darüber sind sich die Forscher noch nicht einig.

Amulett

Rückseite des Jade-Amuletts
Das Amulett wurde in Belize gefunden
© via UC San Diego, CC0

Auf der Vorderseite ist ein großes „T“ eingeritzt, das, laut den Forschern, für Wind und Atem stehen soll. Der Stein wurde wohl bei Wetter-Ritualen getragen. Aufgrund von Dürren hatten die Maya zur damaligen Zeit Ernteausfälle zu beklagen. Das Juwel sollte die Götter dazu bewegen, wieder mehr Regen zu bringen.

Was die Forscher an dem Artefakt besonders fasziniert, ist der unübliche Fundort. Nim Li Punit liegt weit entfernt (eine fünf stündige Busfahrt) von den Zentren des alten Maya-Reichs. Auf die Frage, wie es dorthin gelangte, lässt sich bisher noch keine endgültige Antwort geben.

Juwel

Nim Li Punit
Ausgrabungsort des Juwels
© via Wikipedia, CC BY 2.5, C Michael Hogan

„Wir hätten nicht gedacht, dass wir königliche, politische Verbindungen im Norden oder Westen von Nim Li Punit finden würden“, sagt Braswell dazu. Es könnte also sein, dass die Maya im siebten Jahrhundert nach Christus versuchten, Allianzen im dortigen Gebiet zu knüpfen. Und das könnte das geschichtliche Verständnis der Handelsbeziehungen des indigenen Volks auf den Kopf stellen.

Das Ausgrabungsprojekt in Nim Li Punit geht noch weiter. Die Wissenschaftler erhoffen sich, noch entscheidende Hinweise auf den genauen Hintergrund des Schmucksstücks zu finden.

Die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner gleicht einem Albtraum. Doch ein Stamm hat diesen Albtraum in eine unglaubliche Erfolgsgeschichte verwandelt. Wir haben den Stamm besucht:

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